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Wer trägt die Kosten?

Wer trägt die Kosten?

Diese Frage ist nicht eindeutig zu beantworten, es gibt keine einheitliche Regelung - die Kostenübernahme hängt von der Krankenkasse und dem Bundesland ab, in dem das Paar seinen Hauptwohnsitz hat.

Kostenübernahme durch die gesetzliche Krankenkasse

Grundsätzlich wird ungewollte Kinderlosigkeit von den gesetzlichen Krankenkassen nicht als Krankheit anerkannt. Es werden zwar die kompletten Kosten für die Diagnostik sowie eine rein medikamentöse Therapie, etwa zur Stimulation der Eizellreifung, übernommen. Bei weitergehenden Kinderwunsch-Therapien, wie Insemination oder Befruchtung außerhalb des Körpers, müssen gesetzlich Versicherte aber oft eine Eigenleistung erbringen.

Die Kasse zahlt mindestens die Hälfte an Kosten für Kinderwunsch-Therapie und Medikamente. Eine ganze Reihe an gesetzlichen Krankenkassen bietet mittlerweile auch eine sogenannte erweiterte Kostenübernahme, etwa zu 75 Prozent, an und beteiligt sich mit weiteren Zuschüssen, einige wenige Kassen übernehmen sogar 100 Prozent der Kosten. Andere Kassen haben die Altersgrenzen nach oben bzw. unten ausgeweitet. Deshalb sollten Sie immer direkt bei Ihrer Krankenkasse nach den geltenden Bestimmungen fragen.

Die Kassen bewilligen:

  • bis zu 8 Inseminationen im normalen oder optimierten Zyklus
  • bis zu 3 Inseminationen im stimulierten Zyklus
  • insgesamt 3 Zyklen mit Befruchtung außerhalb des Körpers, sei es - In-vitro-Fertilisation (IVF) oder Intracytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI)

Wobei im Falle von Befruchtung außerhalb des Körpers der dritte Zyklus nur dann von der Krankenkasse unterstützt wird, wenn in mindestens in einem der ersten beiden Zyklen eine Befruchtung eingetreten war.

Vor Beginn der Kinderwunsch-Therapie stellt das IVF-Zentrum einen Behandlungsplan auf. Darin sind sämtliche Kosten, getrennt für Mann und Frau, aufgelistet. Diese Aufstellung müssen beide bei ihrer Krankenkasse einreichen. Die Kasse übernimmt nur die Kosten, die für den bei ihr versicherten Partner entstehen.

Damit die Kasse zahlt, müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Das Paar mit Kinderwunsch ist verheiratet. Es darf keine Sterilisation aus familienplanerischen Gründen vorausgegangen sein.
  • Mann und Frau sind mindestens 25 Jahre alt, die Frau darf nicht älter als 39 Jahre, der Mann maximal 49 Jahre alt sein..
  • Die geplante Behandlung ist nach deutschem Recht erlaubt..
  • Ein anderer als der behandelnde Arzt muss festgestellt haben, dass die Therapie Aussicht auf Erfolg hat, und z.B. über soziale Aspekte aufgeklärt haben.

Kostenübernahme durch die private Krankenversicherung

Bei den privaten Krankenversicherungen kommt es auf den Vertrag an. Es ist ratsam, sich vorab zu erkundigen, ob die Versicherung in Ihrem Fall für die Kosten aufkommt. Besonders knifflig kann es werden, wenn einer der Ehepartner privat und der andere gesetzlich versichert ist. Üblicherweise folgen die privaten Krankenkassen dem "Verursacherprinzip". Wenn also ein eingeschränktes Spermiogramm besagt, dass die männliche Sterilität für den unerfüllten Kinderwunsch verantwortlich ist, übernimmt die private Krankenkasse des Mannes sämtliche Kosten der Behandlung, selbst wenn die Ehefrau gesetzlich versichert ist. Weitere Informationen bekommen Sie beim Bundesverband der Reproduktionsmedizinischen Zentren.

Kostenbeteiligung des Staates

Manche Bundesländer bieten weitere finanzielle Unterstützung: In Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen erhalten die Paare einen Zuschuss vom Land bzw. Bund von 25 Prozent des Eigenanteils für die ersten drei Versuche und 50 Prozent für einen vierten bei einer IVF- oder ICSI-Behandlung. Alle wichtigen Informationen zu den Richtlinien der Länder und die Voraussetzungen für die finanzielle Unterstützung finden Sie auf der vom Bundesministerium eingerichteten Internetseite.

Wie hoch sind die Kosten bei einer Kinderwunsch-Behandlung?

Natürlich können die Kosten für die Kinderwunsch-Behandlungen je nach Medikamenten, Narkose, Medikamentenbedarf etc. variieren. Insgesamt können die Kosten bei einer Insemination zwischen 200 bis 1.000 Euro liegen, eine IVF kostet etwa 2.800 - 3.200 Euro, eine ICSI etwa 3.400 - 3.800 Euro. Je nach Beteiligung der Krankenkasse bzw. des Staates ist von dieser Summe der Eigenanteil zu berechnen.

Bei Eingriffen, die über den gesetzlichen Rahmen hinausgehen, zahlen die Patienten voll. Das gilt auch bei einer fremdem Samenspende oder wenn ein Paar eine Sterilisation operativ rückgängig machen lässt oder beim Gefrierkonservieren überzähliger Eizellen. Auch für eine Behandlung im Ausland heißt es selbst aufkommen.

Kinderwunsch-Behandlung von der Steuer absetzen

Bei Ehepaaren ersetzt das Finanzamt einen Teil der Kosten für die "künstliche Befruchtung". Sie können die Summen als außergewöhnliche Belastung bei der Steuererklärung geltend machen. Nach Entscheidungen des Bundesfinanzhofes können diese Kosten auch im Falle von nicht verheirateten Partnern oder beim Einsatz von Samenspende geltend gemacht werden.

von Anne Malburg

Zuletzt überarbeitet: Mai 2015

   

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