TV-Kauf - Kriterien für den neuen Fernseher

TV-Kauf - Kriterien für den neuen Fernseher

© fotolia, Andrey Kuzmin

Gemütlich auf dem Sofa kuscheln und im Fernseher eine spannende Sendung oder eine lustige Komödie anschauen - das macht der ganzen Familie Spaß.

Vor allem die modernen hochentwickelten Fernsehgeräte mit ausgefeilter Technik und verschiedenen kleine Details können das Fernsehvergnügen immens steigern. Doch als Laie ist man im Fachmarkt in der Abteilung der TV-Geräte schnell überfordert, was ist jetzt besser LCD oder LED, Plasma ist wohl längst out und hält ein 3D-Fernseher oder ein Gerät mit gebogenem Bildschirm was er verspricht?

Wichtig für die Größe: Abstand zwischen Sofa und TV-Gerät beachten

Fernseher im Geschäft werden scheinbar immer größer und flacher, schnell lässt man sich von technischen Neuerungen beeindrucken. Doch für das heimische Wohnzimmer und die eigenen Fernsehgewohnheiten ist das größte Gerät nicht unbedingt geeignet. Darum das Wichtigste, bevor Sie sich zum Kauf entschließen: Beachten Sie die Gegebenheiten in Ihrem Wohnzimmer und überlegen Sie, was der neue Fernseher können sollte. Möchten Sie schnelle Spiele darauf spielen, möchten Sie Internetzugang und Filme streamen also online anschauen?

Der Sitzabstand zum TV-Gerät sollte mindestens das Doppelte wenn nicht sogar das Dreifache der Bildschirmdiagonalen betragen. Also nur wenn mindestens zwei Meter Abstand zwischen Fernseher und Couch sind, sollte man eine Bilddiagonale von 100 cm wählen. Andernfalls kann das Auge einem bewegten Bild nicht so schnell folgen und man muss ständig mit dem Blick von einer Seite zur anderen wandern. Außerdem wirkt das Bild dann schnell unscharf und Bildfehler sind auffälliger, wenn man zu nah am Bildschirm sitzt.

Auch die Beleuchtung spielt eine Rolle für den Fernsehgenuss: Ideal ist, wenn der Raum relativ dunkel ist, nur indirektes Licht sollte für Helligkeit sorgen. Die Lampen sollten dabei aber keinesfalls gegenüber vom TV-Gerät platziert werden, da sich das Licht sonst im Bild spiegelt.

LED, LCD, 3-D-Fernsehen, curved - was ist wirklich empfehlenswert?

LED oder LCD - hier gibt es nur einen Unterschied. LED-Geräte arbeiten ebenfalls mit LCD, aber sie haben eine LED Hintergrundbeleuchtung. Einen Fernseher, der absolut nur reines LED anbietet, gibt es so noch nicht. Die neueste Technik ist derzeit OLED, hier gibt es keine Hintergrundbeleuchtung, die einzelnen Bildpunkte leuchten selbst. Besonders beim Anschauen einer Blu-Ray kann sich diese Technik positiv auswirken, beim normalen Fernsehen ist die Technologie dagegen nicht nötig. Zudem muss man für diese Fernseher momentan etwa das Doppelte zahlen wie für einen LCD-Fernseher.

Manche Filmfreunde bestehen auf einen Plasma-Fernseher. Hier wird die Gesichtsfarbe natürlicher dargestellt, auch Schwarztöne erscheinen vielfältiger nach Expertenmeinung, aber die Kosten für Anschaffung und Verbrauch sind höher. Ein Trend war einmal der 3D-Fernseher, diese sind aber nunmehr gar nicht mehr so beliebt, denn die Auswahl an 3D-Filmen ist begrenzt. Vielen Zuschauern ist auch das Aufsetzen der 3D-Brille zu lästig und sie verzichten lieber darauf.

Die neueste Entwicklung sind derzeit Fernseher mit gebogenem Bildschirm. Hier werden die Hersteller wohl in nächster Zeit noch weitere Modelle auf den Markt bringen, sie versprechen damit ein noch intensiveres Fernseherlebnis fast wie im Kino bei gleichbleibender Bildqualität. Man könne durch die gebogenen Bildschirme tiefer in den Film oder den Beitrag hinein tauchen. Jedoch sind solche Geräte für Familien bei denen der Fernseher oft im Wohnzimmer platziert ist, eher ungeeignet. Denn in dem gebogenen Bildschirm spiegelt sich alles und jede Lampe, sobald sich ein Zuschauer bewegt, sieht man die Reflexe auf der Mattscheibe. Außerdem muss man, um das optimale Bild zu sehen, mittig sitzen. Dies ist natürlich bei einer größeren Familie nicht für jeden möglich.

Entscheidend für das Fernseherlebnis: Bildqualität und Ton

Fast alle Fernseher bieten heutzutage Full-HD. Eine Technologie, die gerade stark angepriesen wird, für noch schärfere Bilder ist Ultra-HD, hier ist die Auflösung vier Mal so hoch wie bei Full-HD. Dies hat natürlich seinen Preis und lohnt sich für die tägliche Nachrichtensendung nicht, sondern nur für eigens dafür produzierte Filme. Experten meinen dazu, das brauche der normale Fernsehzuschauer nicht unbedingt, solange ein normaler Abstand zum Fernseher besteht, sieht man keinen Unterschied zwischen Full-HD und Ulta-HD.

Ein weiterer kleiner Tipp: Achten Sie unbedingt auch auf den Ton eines Fernsehers. Gerade bei Dialogen und anspruchsvoller Musik spielt der Ton eine große Rolle. Alternativ kann man das Gerät natürlich auch mit einer Soundbar oder mit einem Verstärker bzw. Boxen verbinden.

Fernsehen der Zukunft: TV mit Internetverbindung

Immer größere Bedeutung erlangt die Internetfähigkeit eines Fernsehers. Dann kann man einen Film on demand schauen, also ausleihen bzw. herunterladen und direkt auf dem TV abspielen. Auch Verkehrsmeldungen, Wetter-Apps etc. können vom Fernseher abgespielt werden. Die meisten sogenannten Smart-TV-Geräte und viele deutsche Fernsehsender nutzen für die Kombination von TV und Internet den europäischen Standard Hybrid broadband broadcast TV (HbbTV).

Das Problem dabei: Manche Fernseher können Daten erfassen und weiterleiten, die Sender sind natürlich sehr interessiert an den Gewohnheiten ihrer Zuschauer. Pro7 und Sat1 fragen Daten ab, RTL nutzt Google Analytics. Mit diesen Daten wird Werbung künftig noch gezielter verkauft. Die TV-Werbung wird persönlicher und individueller. Auch die Plätze an denen die Werbung erscheint, verändern sich. Branchenkenner sind sich einig, dass internetfähige Fernseher die Werbung stark verändern werden. So kann beispielsweise bei einer Kochshow ein Button aufploppen mit einem Shop für den leckeren Wein, das bunte Geschirr oder das Tischtuch, was dann direkt bestellt werden kann. Dies kann man dann nur vermeiden, wenn die Internetverbindung gekappt wird, also indem das WLAN deaktiviert wird bzw. das Kabel gezogen wird. Denn die Einstellungen zum Datenschutz sind an den Fernsehern noch sehr unübersichtlich, die Sperrung der Daten muss an mehreren Stellen angeklickt werden.

Alternativ kann man auch einen Stick kaufen, dieser wird extra eingesetzt oder mit einem HDMI-Kabel einen internetfähigen Blue-Ray-Player oder eine Konsole oder eben den PC bzw. Laptop anschließen. Einen Stick, der den Fernseher "ins Internet lässt", kann man bei verschiedenen Anbietern kaufen, dadurch kann man Daten aus Mediatheken oder teilweise auch von Online-Videotheken abrufen.

Welchen Prozessor das TV-Gerät haben sollte, ist ebenso abhängig von der Nutzung. Für die Mediathek eines Fernsehsenders ist ein Dualcor-Prozessor ausreichend. Für Spiele oder Onlinevideotheken wäre ein Quadcor-Prozessor empfehlenswert. Besonders leistungsstark ist derzeit ein Hexcor-Prozessor, der ausschließlich in Philipps-Geräten eingesetzt wird und ein eigenes kleines Betriebssystem darstellt und die gleichzeitige Nutzung mehrerer Programme erlaubt.

Praktische Tipps für den Kauf

Kaufen Sie ein neues TV-Gerät wenn möglich zu Jahresbeginn. Dann wollen die Händler ihre Lager räumen und bieten die Top-Modelle aus dem Vorjahr zu guten Preisen. Jeweils im April bis Juni kommen die neuen Modelle ins Geschäft - natürlich anfangs zu höheren Preisen.

Beim Fernsehkauf sollte man sich Zeit lassen und auf eine umfassende Beratung vertrauen. Sollte der Verkäufer nicht über ausreichende Informationen verfügen oder keine Alternativgeräte erklären können, wechselt man besser das Geschäft. Außerdem sollte man sich von den Filmen in den Verkaufsräumen nicht blenden lassen. Diese Filme wurden für hochauflösende Geräte gemacht und sollen mit farbenfrohen Urlaubsbildern die Kunden faszinieren. Bleiben Sie besser skeptisch und bestehen Sie darauf, dass ein ganz normaler Nachrichtensender angestellt wird. Hier können Sie die Gesichtsfarbe des Moderators begutachten und die Schrift im Nachrichtenticker verfolgen und schauen, ob sie kontinuierlich läuft.

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