Obst und Gemüse aus eigener Ernte: Tipps für Garten und Balkon

Obst und Gemüse aus eigener Ernte: Tipps für Garten und Balkon

Der Frühling schickt uns seine ersten, warmen Sonnenstrahlen und mit ihnen blühen Märzenbecher, Narzissen und bunte Krokusse. Pflanzenfreunde juckt es jetzt im grünen Daumen, denn wenn man im Sommer sein eigenes Obst und Gemüse ernten möchte, dann gibt es jetzt einiges zu tun.

Kräutergärten liegen im Trend

Die meisten Menschen, die einen Garten oder einen Balkon haben, schätzen ihn nicht nur als Wohlfühloase sondern auch als eigenes, kleines Anbaugebiet. Ein sonniges Fleckchen genügt um Kräuter wie Schnittlauch, Petersilie, Majoran, Rosmarin, Thymian oder Oregano selbst anzubauen. Wer kein Beet anlegen möchte oder auf seinem Balkon gärtnern will, für den sind Kräuter ideal: Sie brauchen wenig Platz und gedeihen auch im Balkonkasten oder in einer Pflanzschale. Was viele Hobbygärtner aber nicht wissen: Für die meisten Kräuter ist Blumenerde ungeeignet. Sie enthält zuviel Stickstoff, Phosphor und Kalium. Die meisten Kräuter lieben es karg und bevorzugen magere, sandige Böden, die gut wasserdurchlässig sind.

Wer sich in Sachen Kräutern einen Blickfang in den Garten setzen möchte, der kann sich eine Kräuterspirale anlegen oder im Gartenfachmarkt bereits fertige Spiralen zum Selbstaufbauen kaufen. Eine Kräuterspirale oder auch Kräuterschnecke genannt hat den Vorteil, dass sie unterschiedliche Feuchtzonen auf geringem Raum vereint. Außerdem speichert die Spirale durch die Steine und ihre spezielle Form Wärme und Wasser. Ganz oben in warmen, trockenen Zone fühlen sich Mittelmeerkräuter wohl, in der halbschattigen Normalzone z. B. der Dill und unten in der Feuchtzone mit humoser Erde Petersilie oder Schnittlauch.

Wenn es ans Bepflanzen geht, sollte man darauf achten, kräftige und möglichst heimisch gezogene Kräuterpflanzen zu kaufen. Es lohnt sich hier in gute Ware zu investieren, denn die ist an unserer klimatischen Bedingungen gewöhnt. Besonders günstige und auch schnell hochgezogene Pflanzen kommen oft aus südlichen Ländern und vertragen die hiesigen, kühleren Temperaturen häufig nicht.

Dünger aus dem Haushalt verwenden

Wer sein Gärtnerglück ausbauen möchte und im Sommer Salat, Radieschen und Tomaten aus eigener Ernte essen will, der sollte sich im Frühjahr ans Düngen machen.

Damit die Pflanzen gesund und kräftig werden, muss der Dünger bestimmte Spurenelemente enthalten: Stickstoff für das Wachstum, Phosphor für Blüten, Früchte und Wurzeln sowie Kalium für das Gewebe, das Aroma bei Obst und Gemüse und für gute Abwehrkräfte. Eisen, Magnesium oder Kupfer sind ebenfalls Spurenelemente, die Pflanzen für ihr Wachstum benötigen. Ein Volldünger enthält alle wichtigen Nährstoffe. Er wird in der angegebenen Menge direkt beim Pflanzen unter die Erde gemengt. Beim Düngen auch die Obstbäume und Beerensträucher nicht vergessen - damit sie gute Ernte bringen, brauchen sie viel Energie. Bis August sollte man alle zwei Wochen mäßig düngen.

Biologischen Volldünger kann man im Gartenfachmarkt kaufen, Hornspäne eignen sich dabei eher als Langzeitdünger, der erst nach einiger Zeit seine Nährstoffe abgibt.

Doch auch im Haushalt fällt Biodünger an: Ideale Pflanzendünger sind Kaffeesatz und Teeblätter, aber auch abgestandenes Bier ist nährstoffreich. Zum Gießen sollte man es allerdings verdünnen. Rosen lieben fein geschnittene Bananenschalen, die man in die Pflanzerde gibt und auch gebrauchtes Aquariumwasser ist sehr nährstoffreich und ideal zum Gießen. Wer einen Kamin zu Hause hat, wird in Sachen Dünger zum Selbstversorger: Holzasche ist ein wunderbarer Gartendünger. Sie ist reich an Kalium, Kalzium und anderen Mineralien sowie Nährstoffen, wie Phosphor, Kalk und Eisen. Voraussetzung für die Verwendung von Holzasche ist allerdings, dass es Asche von unbehandeltem Holz ist. Lackiertes Holz oder die Asche von verbrannten Möbeln eignet sich wegen der giftigen Rückstände nicht.

Hochbeete - nie mehr bücken beim Jäten und Ernten

Gärtnern ohne unangenehmes Bücken, das gibt’s! Hochbeete machen es möglich: Angenehm auf Hüfthöhe seinen Radieschen beim Wachsen zuzusehen ohne dabei den Rücken krumm zu machen, immer mehr Gartenfreunde setzen auf die komfortablen Beete.

Doch ein Hochbeet kann noch mehr: Neben der angenehmen Arbeitshöhe besteht der Vorteil darin, dass das Beet wie ein Komposter eingesetzt werden kann: Durch die Verrottungsprozesse im Innern des Beetes werden Wärme und Nährstoffe frei. Beides kommt den Pflanzen und ihrem Wachstum zugute.

Deshalb ist es gar nicht nötig, das gesamte Beet mit Pflanzerde zu füllen, sondern man schichtet das Beet jeweils 30 bis 40 cm stark mit unterschiedlichen Materialien aus dem Garten. Die Basis der Befüllung sind Baum- und Strauchschnittabfälle, darüber kommen Laub und Grünabfälle wie feiner Strauchschnitt. Die untersten beiden Schichten sollte man gut verdichten, damit das Beet nicht in sich zusammensackt. Als dritte Schicht kommt Gartenerde auf das Beet, dann reifer Kompost und als letzte Schicht Pflanzerde.

Nach den Eisheiligen endlich pflanzen

Vom Samen bis zum fertig angemachten Bio-Salat in der Schüssel ist Arbeit und Geduld nötig. Wer seine Pflänzchen selbst ziehen möchte, kann dies auf der Fensterbank, im Keller oder im Gewächshaus tun. Wichtig: Auf gutes Saatgut achten, denn bei Qualitätssamen ist die Wahrscheinlichkeit, dass man damit erfolgreich Pflänzchen erhält, wesentlich größer. Auch sollte man spezielle Aussaaterde verwenden. Ihre Zusammensetzung ist auf die Bedürfnisse von Keimlingen abgestimmt.

Wer nicht wo viel Geduld investieren möchte, der kann sich seine Salat-, Kohl- und Lauchpflänzchen auch vorgezogen kaufen. Aber auch hier ist es empfehlenswert, in möglichst robuste Gärtnerqualität zu investieren - denn damit hat man auf lange Sicht gesehen die meiste Freude.

Je nach Region muss man beim Auspflanzen auch an die Eisheiligen denken: Erst wenn am 15. Mai die kalte Sophie vorüber ist, kann man davon ausgehen, dass die zarten Pflänzchen vor Nachtfrösten verschont bleiben.

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