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  Kristina Wrede - Stillberatung

Kristina Wrede
Stillberatung

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Reicht meine Milch?

Hallo!

Ich bin seit 6 Wochen Mama eines gesunden Sohnes.
Von Anfang an hat das stillen eigentlich ganz gut geklappt. Seit ca. 2-3 Wochen ist mein Baby tagsüber immer total unzufrieden und hat gefühlt immer Hunger.
Das stillen dauert bei uns immer noch min. 1 Stunde und wenn ich Glück habe schläft er dabei ein. Aber ablegen funktioniert danach nicht, da er sofort wieder aufwacht. Er schläft nach dem stillen dann eigentlich nur so 15 - 30 min. Dann wacht er wieder auf und ist unzufrieden.
Mein Gedanke ist jetzt eben ob er vielleicht nicht richtig satt wird und deshalb nicht schlafen kann?
Soll ich mal versuchen zuzufüttern? Wenn ja was, Wie viel und jedes mal?
Nachts klappt das schlafen ganz gut da schafft er auch mal 3 Stunden am Stück.
Wir haben nur tagsüber das Problem.

Viele Grüße und Danke schonmal für die Antwort!


von Nati1 am 13.06.2018

 
 
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Antwort:

Re: Reicht meine Milch?

Liebe Nati1,

es GIBT Babys, die in diesem Alter nicht gut schlafen, wenn sie keinen Körperkontakt haben. Das ist so in ihren Genen verankert, weil es früher Lebensgefahr bedeutet hätte... Und was wissen unsere Gene schon von der modernen Welt!

Du könntest aber mal probieren, ob es besser wird, wenn du ihn im Tragetuch oder einer GUTEN Tragehilfe hast (Manduca, ErgoCarrier usw.). In manchen Stillgruppen kann man Tücher oder Tragehilfen ausleihen und sich die korrekte Verwendung zeigen lassen, also schau doch mal, ob es bei euch eine Stillberaterin gibt.

Adressen von Stillberaterinnen findest du im Internet unter:
http://wwwlalecheliga.de (Stillberaterinnen der La Leche Liga), http://www.afs-stillen.de (Stillberaterinnen der Arbeitsgemeinschaft freier Stillgruppen) oder http://www.bdl-stillen.de (Still- und Laktationsberaterinnen IBCLC).

Zufüttern sollte man nur dann, wenn es unbedingt nötig ist, also das Baby an Gewicht verloren hat. Unruhe nach dem Stillen ist dafür kein Grund, vielmehr sollte geschaut werden, woran es liegt. Auch hierbei könnte euch eine Stillberaterin vor Ort gut unterstützen.

Ob dein Baby genug Milch bekommt, erkennst du an folgenden Zeichen:

o mindestens fünf bis sechs nasse Wegwerfwindeln hat (um zu sehen wie nass "nass" ist, kannst Du sechs Esslöffel Wasser auf eine trockene Windel geben). Diese Regel gilt aber nur für voll gestillte Kinder, das heißt das Baby bekommt nichts außer Muttermilch (kein Wasser, Tee, Saft usw.).
o in den ersten sechs Wochen täglich mindestens zwei bis vier Stuhlentleerungen (später sind seltenere Darmentleerungen normal)
o eine durchschnittliche wöchentliche Gewichtszunahme von mindestens 130 g pro Woche ausgehend vom niedrigsten Gewicht (bei Krankheit und mit zunehmendem Alter verringert sich die durchschnittliche Gewichtszunahme),
o eine gute Hautfarbe und eine feste Haut,
o Wachstum in die Länge und Zunahme des Kopfumfangs
o ein aufmerksames und lebhaftes Verhalten des Babys in den Wachphasen.

Solange diese Kriterien erfüllt sind, brauchst du dich nicht zu sorgen, dann bekommt dein Kleines auf jeden Fall genug Milch von dir!!

Wenn du dennoch Sorge hast, ob dein Baby genug Milch bekommt, mach den Windel-Test, nichts anderes (also weder Milch abpumpen und messen noch Baby vor und nach dem Stillen wiegen). Du kannst entweder die einzelnen Windeln wiegen, oder besser noch die von 24 Stunden sammeln, wiegen, und das Gewicht mit der gleichen Anzahl trockener Windeln vergleichen. So erhalten wir über die Ausscheidungen grob Aufschluss darüber, wie viel dein Kind trinkt. Für die Ausscheidungen bei einem ausschließlich gestillten Baby gelten die folgenden Anhaltswerte: 2. Monat: 250-400 ml pro Tag, 3. - 12. Monat: 400 - 500 ml pro Tag.

Sollte auch hier das Ergebnis "normal" sein, brauchst du dich wirklich nicht um deine Milchmenge zu sorgen.

Mit 6 Wochen kann jedoch noch nicht erwartet werden, dass ein Baby länger als 2-3 Stunden, mit einer längeren Pause innerhalb von 24 Stunden, schläft. Damit er in der gleichen Stilldauer mehr Milch bekommt, kannst du es mit der Brustkompression probieren (s.u.)

Lieben Gruß,
Kristina

Brustkompression
"Der Zweck der Brustkompression ist den Muttermilchfluss zum Baby weiter zu erhalten, auch wenn das Baby selber nicht mehr so produktiv trinkt ("weit geöffneter Mund Pause dann Schliessen des Mundes"). Auf diese Weise wird das Baby länger weiter trinken. Die Brustkompression simuliert einen Milchspendereflex ("Letdown reflex") und oft stimuliert sie sogar tatsächlich das Auftreten eines natürlichen Milchspendereflexes. Diese Technik kann bei schlechter Gewichtszunahme eines Babys hilfreich sein.
Die Brustkompression setzt den Milchfluss fort, wenn das Baby nicht mehr richtig von der Brust trinkt, sondern nur noch daran nuckelt, und bewirkt beim Baby folgendes:

1. Es bekommt mehr Muttermilch.
2. Es bekommt mehr fettreiche Milch (Hintermilch).

Die Brustkompression Wie funktioniert sie?
1. Halten Sie das Baby mit einem Arm/einer Hand.
2. Halten Sie die Brust mit der anderen Hand, den Daumen auf der einen Seite der Brust (am einfachsten ist es, wenn der Daumen auf der oberen Seite der Brust positioniert ist), die anderen Finger auf der anderen, unteren Seite (C Griff). Alle Finger sollten ziemlich weit weg von der Brustwarze sein.
3. Schauen Sie wie das Baby trinkt (zu Ihrem Verständnis können Sie folgenden Video anschauen unter: www.thebirthden.com/Newman.html). Machen Sie sich keinen Stress, sie brauchen nicht jeden Schluck zu erwischen. Das Baby bekommt eine nahrhafte Menge Muttermilch, wenn es mit der Technik "Weit geöffneter Mund Pause dann Schließen des Mundes" trinkt.
4. Wenn das Baby nur noch an der Brust nuckelt und nicht mehr richtig mit der oben beschriebenen Technik trinkt, dann ist es Zeit, die Brustkompression einzusetzen. Rollen Sie nicht ihre Finger über die Brust zum Kind, sondern drücken sie nur. Aber nicht so sehr, dass es schmerzt und versuchen Sie, die Form des Brustwarzenhofes nicht zu verändern. Mit der Kompression sollte das Baby wieder anfangen effektiv zu saugen und schlucken, d.h. mit dem Typus "Weit geöffneter Mund Pause dann Schließen des Mundes". Benutzen Sie die Brustkompression nur dann, wenn das Kind nuckelt, nicht aber wenn es richtig trinkt!
5. Belassen Sie den Druck so lange, bis das Baby auch mit der Kompression nicht mehr richtig trinkt, dann lösen sie den Druck. Oft hört das Baby ganz auf zu saugen wenn der Druck wegfällt, aber es wird bald wieder damit anfangen, nämlich sobald die Milch wieder fließt. Falls das Baby nicht aufhört zu nuckeln warten Sie einen kurze Zeit, bevor Sie wieder mit der Brustkompression beginnen.
6. Die Gründe, wieso Sie den Druck lösen sollen sind einerseits, dass Sie Ihre Hand etwas ausruhen können und anderseits, damit die Muttermilch wieder zum Kind fließen kann. Das Baby wird, falls es aufgehört hat zu saugen als Sie die Kompression gelöst haben, nun wieder damit beginnen, wenn es die Milch wieder schmeckt.
7. Wenn das Baby wieder zu saugen beginnt kann es sein, dass es effektiv trinkt mit dem Typus "Weit geöffneter Mund Pause dann Schließen des Mundes". Falls dies nicht der Fall ist, d.h. das Kind nur nuckelt, benutzen Sie wieder die Brustkompression wie oben erklärt.
8. Fahren Sie so an der ersten Brust fort bis das Baby auch trotz der Kompression nicht mehr trinkt. Sie sollten dem Baby erlauben, noch eine kurze Weile länger an dieser Seite zu bleiben, da Sie manchmal einen erneuten "Let down" Reflex (Milchspendereflex) bekommen können. Das Baby würde dann von selber wieder zu trinken beginnen. Falls es jedoch nicht mehr trinkt, erlauben Sie ihm sich selbst von der Brust zu lösen oder nehmen sie es von der Brust.
9. Falls das Baby mehr möchte, offerieren Sie ihm die andere Seite und wiederholen den Prozess."

(Quelle: Handout Nr. 15. Breast Compression. Revised Januar 2005 Verfasst von Dr. Jack Newman, MD, FRCPC. ©2005; www.BreastfeedingOnLine.com; Übersetzung von: Anke Käppeli Tinnes, IBCLC in Ausbildung, Zollikerberg, April 2006)

Antwort von Kristina Wrede am 13.06.2018
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