Kristina Wrede

Kristina Wrede

Stillberaterin

Kristina Wrede absolvierte ihre Ausbildung zur Stillberaterin bei der La Leche Liga Deutschland e.V., einer Organisation in 78 Ländern in offizieller Beziehung zur Weltgesundheitsorganisation (WHO), die Schwangeren und stillenden Mütter in Fragen rund um das Stillen Beratung anbietet. Danach leitete Kristina Wrede viele Jahre lang eigene Stillgruppen mit intensiver Betreuung. 2008 übernahm sie neben Biggi Welter zudem die Online-Stillberatung von Rund-ums-Baby.de. Von August 2018 bis April 2019 besuchte sie Fortbildungen in Bindungsbasierter Beratung und Therapie (BBT) bei Prof. Dr. Karl-Heinz Brisch zur Anwendung von bindungsbasierter Beratung in der peri- und postnatalen Zeit, bei Säuglingen, Kindern und Jugendlichen.

Kristina Wrede

Beikost / Glutenunverträglichkeit und Eisenmangel

Antwort von Kristina Wrede, Stillberaterin

Frage:

Liebe Biggi, liebe Kristina,

erstmal ein großes Dankeschön, dass es euch gibt ;-)!
Ich lese schon seit einiger Zeit eure Antworten und finde, dass es keinen Ort im Internet gibt, wo Fragen so nachvollziehbar, menschlich und gut beantwortet werden!!! Riesen-Kompliment!
Nachdem ich bislang eher stiller Mitleser war, habe ich nun auch eine eigene Frage, bei der ihr mir vielleicht weiterhelfen könnt:
Meine Tochter ist nun 6 Monate alt. Ich habe sie seit ihrer Geburt voll gestillt. In den letzten Tagen habe ich begonnen, ihr mittags (wenn ich auch esse) etwas pürierte Karotte anzubieten, von der sie auch einige Löffel isst, danach stille ich sie dann wieder. Mein Kinderarzt hat mir nun gesagt, dass ich möglichst schnell auch Fleisch zufüttern solle, da ansonsten die Gefahr eines Eisenmangels bestünde. Gleichzeitig lese ich immer wieder, dass man dem Baby möglichst früh, am besten zwischen dem 4. und 6. Monat, glutenhaltigen Getreidebrei füttern sollte um einer späteren Glutenunverträglichkeit vorzubeugen. Ist es daher sinnvoller, meiner Tochter auch schon jetzt kleine Mengen Getreidebrei zu füttern? Oder sollte ich eher langsam der Karotte Kartoffeln und dann Fleisch zufügen und den Getreidebrei erst in ein paar Wochen einführen um so dem Eisenmangel vorzubeugen? Wenn ich es richtig verstehe, sollte man ja nicht zu viele neue Lebensmittel gleichzeitig einführen, ich möchte aber - natürlich - weder, dass meine Tochter einen Eisenmangel bekommt, noch eine Glutenunverträglichkeit.
Ich hoffe, meine Frage ist einigermaßen verständlich formuliert, aber mir schwirrt echt schon etwas der Kopf... Irgendwie war das ausschließliche Stillen wesentlich unkomplizierter ;-)
Bereits jetzt ganz herzlichen Dank für eine Antwort, liebe Grüße und nochmal Danke für Eure tolle Arbeit!
Ru80

von Ru80 am 20.03.2013, 17:56 Uhr

 

Antwort auf:

Beikost / Glutenunverträglichkeit und Eisenmangel

Liebe Ru80,

schön, dass wir für euch da sein dürfen :-)

In der Regel hat es keine so große Eile - außer, bei deiner Maus droht schon jetzt ein Eisenmangel. Gibt es Anzeichen dafür, die euren Kinderarzt dazu gebracht haben, dass er dir schnell zum Fleisch rät?


Laut Denise Both, IBCLC und Leiterin der Kontaktstelle zum medizinischen Beirat von LLL Deutschland gilt bezüglich der Eisenmangelanämie: "Besonders gefährdet dafür sind Frühgeborene, Kinder deren Mütter in der Schwangerschaft einen Eisenmangel hatten und Kinder, deutlich länger als sechs Monate JEGLICHE feste Nahrung ablehnen."

Nun isst ja deine Maus bereits Beikost... wenn auch ohne Fleischzusatz, was in diesem Alter ja völlig normal ist.
Sollte deine Kleine einen Eisenmangel zeigen gäbe es durchaus auch Eisentropfen, die der Arzt einem Kind verschreiben kann. Es spricht auch nichts dagegen, ein Stück Fleisch mit dem Gemüse mit zu kochen...

Aber "Panik" braucht es nicht... :-)


Nun zum Gluten: Zöliakie, die Krankheit die auf einer Unverträglichkeit des Glutens beruht, lässt sich nicht dadurch verhindern, dass man es möglichst früh gibt. Auch ist sie keine Allergie im landläufigen Sinn, der durch Vermeidung des Glutens länger als sechs Monate vorgebeugt werden kann.Das Kind hat sie - oder eben nicht. Es ist von Vorteil, wenn Kinder im zweiten Lebenshalbjahr glutenhaltiges Getreide essen, weil sich in diesem Alter sich eine eventuell Zöliakie sehr viel besser diagnostizieren lässt als später, wenn es schon älter ist. Du brauchst also glutenhaltige Getreidebreie nicht zu vermeiden - musst sie andererseits aber auch nicht so schnell wie möglich einführen.

Achte einfach auf dein Kind, wie es ihr geht und wie sie sich entwickelt. Es gibt kaum etwas, das über Nacht passiert und nicht wieder gut zu machen wäre, in Punkto Ernährung :-)

Ich hoffe, meine Antwort hilft dir weiter!

LIeben Gruß,
Kristina

von Kristina Wrede, Stillberaterin am 20.03.2013

Antwort auf:

Beikost / Glutenunverträglichkeit und Eisenmangel

Liebe Kristina,
Vielen Dank für deine schnelle Antwort!
Nachdem der Kinderarzt das als grundsätzliche Aussage getroffen hat und es bei unserer Süßen keine Anzeichen oder Risikofaktoren gibt, werden wir einfach ganz entspannt mit der langsamen Bekosteinführung weitermachen.

Nochmals danke für deine Hilfe und lieben Gruß
Ru80

von Ru80 am 21.03.2013

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