Biggi Welter

Biggi Welter

Stillberaterin

Biggi Welter absolvierte ab 1996 ihre Ausbildung zur Stillberaterin bei der La Leche Liga Deutschland e.V., einer Organisation in 78 Ländern in offizieller Beziehung zur Weltgesundheitsorganisation (WHO), die Schwangeren und stillenden Mütter in Fragen rund um das Stillen Beratung anbietet. Danach leitete Biggi Welter viele Jahre lang eigene Stillgruppen mit intensiver Betreuung. Ab 1999 übernahm sie zudem die Online-Stillberatung von Rund-ums-Baby.de, die sie heute noch leitet. Ihre Beratungen bei Rund-ums-Baby.de werden jeden Monat hunderttausendfach weltweit von stillenden Müttern gelesen. Ein achtsamer und wertschätzender Umgang mit Kindern liegt ihr am Herzen.

Biggi Welter

Abstillen

Antwort von Biggi Welter, Stillberaterin

Frage:

Ich habe angefangen, meine 5 Monate alte Tochter abzustillen. Als ersten habe ich die Abendmahlzeit ersetzt, dann die Mittagsmahlzeit. Nun bin ich nicht sicher, welche Mahlzeit als nächstes ersetzt werden sollte - morgens oder nachmittags? Sie bekommt auch ab und zu noch nachts die Brust, je nach dem wie sie schläft. Sie ist eine schlechte Schläferin und ist oft nachts wach und hat Hunger. Sie läßt sich dann jedenfalls nicht mit Tee abspeisen! Aber ab und an schläft sie auch durch und braucht nachts nichts! Soll ich ihr bei Bedarf trotzdem was geben? Wenn ja, wann ersetze ich durch Flasche ?
Lieben Dank für die Antwort!

Andrea

von Andrea am 31.07.2001, 20:15 Uhr

 

Antwort auf:

Abstillen

?



Liebe Andrea,

In welcher Reihenfolge die Stillzeiten durch andere Mahlzeiten ersetzt werden, bleibt jeder Mutter selbst überlassen. Allerdings ist es nicht unbedingt empfehlenswert zwei unmittelbar aufeinanderfolgende Stillzeiten direkt nacheinander zu ersetzen, das dies zu Problemen mit der Brust führen kann.

Es ist vollkommen normal, dass ein Baby ein unregelmäßiges Schlafmuster hat und das nächtliche Aufwachen ist ebenfalls normal. Gerade in der Zeit ab etwa vier bis sechs Monate wachen viele Babys (wieder) vermehrt auf. Dies liegt nicht an der Ernährung des Kindes, sondern ist entwicklungsbedingt. Deshalb ist die Einführung von fester Nahrung oder künstlicher Säuglingsnahrung auch keine Garantie für angenehmere Nächte.

Die Kinder beginnen um diesen Zeitraum die Welt sehr konkret zu erleben, sie müssen das am Tag Erlebte in der Nacht verarbeiten, sie lernen neue Fähigkeiten (umdrehen, robben, krabbeln, gezieltes Greifen ...), sie beginnen den Unterschied zwischen fremd und bekannt zu erkennen. All dies ist ungeheuer aufregend und auch anstrengend. Dazu kommt, dass sich die Zähne verstärkt bemerkbar machen, dass vielleicht die erste Erkältung kommt und, und, und ...

Der immer wieder verbreitete Gedanke, dass ein Baby ab einem bestimmten Alter nachts nicht mehr aufwachen darf und nachts keine Nahrung mehr braucht entspringt in keinster Weise dem natürlichen Verhalten und den Bedürfnissen eines Babys oder Kleinkindes, sondern er entstammt dem (verständlichen) Wunsch der Erwachsenen, die gerne ihre Nachtruhe hätten.

Eine Studie von Jelliffe und Jelliffe ergab, dass Babys im Alter von 10 Monaten mindestens 25 % ihrer Muttermilchaufnahme nachts zu sich nehmen. Das spricht eindeutig dafür, dass Babys auch nach den ersten sechs Monaten nachts noch hungrig sind.

Es gibt Kinder, die nachts keine Nahrung mehr brauchen, aber es gibt eben auch sehr viele Kinder, die mit einem halben Jahr noch nicht so weit sind. So wie manche Kinder bereits mit elf Monaten laufen und andere damit erst mit 16 Monaten beginnen, so entwickeln sich auch alle anderen Dinge bei jedem Kind individuell verschieden und diese Entwicklung lässt sich begleiten, aber nicht beschleunigen.

Wann Sie die Brust durch Flasche ersetzen müssen ebenfalls Sie entscheiden. Die Flasche bedeutet, dass Sie nachts aufstehen müssen, beim Stillen können Sie liegen bleiben:-).

LLLiebe Grüße
Biggi Welter

von Biggi Welter, Stillberaterin am 01.08.2001

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