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Geschrieben von Banu28 am 27.06.2017, 16:49 Uhr

Wie ist es, Stiefmutter zu werden?

Ich frage nur aus Neugier: Wie ist es, wenn man keine Kinder hat und plötzlich "Stiefmutter" wird, weil der neue Freund Kinder hat? Gibt's hier Frauen, die auf diese Weise "Mutter" geworden sind, also ohne eigene Kinder...? Ist das emotional schwierig, weil man kein Training in Sachen Mutterschaft hat und nicht recht weiß, wie Kinder ticken?

 
5 Antworten:

Etwas anders ...

Antwort von Maari am 27.06.2017, 17:56 Uhr

... bei uns. Wir haben auf einen Schlag drei Kinder bekommen.
Meine Schwester und ihr Mann sind bei einem Autounfall verstorben.
Ihre drei Kinder sind zu uns gekommen. Der Große war vier, die Mittlere zwei Jahre alt und die Kleine kam am Tag des Unfalls per Kaiserschnitt zur Welt.
Allerdings kannten wir auch die Großen von Geburt an, hatten ein sehr enges Verhältnis zu allen.
Für uns war es gar kein Problem, jetzt plötzlich drei Kinder zu haben. Hatten durch die häufigen Besuche aber auch schon etwas Erfahrung. Und ich habe die Ausbildung zur Erzieherin.
Schwierig war mit der eigenen Trauer und die der Kinder umzugehen. Es gab in der ersten Zeit so viele Tränen.
Jetzt nach vier Jahren (wie schnell doch die Zeit vergeht) läuft es überwiegend genauso, wie in anderen Familien auch. Gibt hier und da mal Probleme, aber wer hat die nicht?

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Re: Wie ist es, Stiefmutter zu werden?

Antwort von Lou_84 am 27.06.2017, 21:10 Uhr

Emotional schwierig ist es für mich schon, aber nicht aufgrund mangelnder Erfahrung mit Kindern.
Eher, weil die traditionelle Familienkonstellation aufbricht und man als Stiefmutter zwischen all den Verletzten schnell mal der Buhmann ist- und oft auch das letzte Glied in der emotionalen Nahrungskette.
Ich habe mich übrigens nie als 'Mutter' meiner Stieftochter betrachtet (sie hat ja eine) und hege auch keine Muttergefühle für sie. Wir haben eine andere Ebene.
Das ist tatsächlich komplizierter geworden, seit ich ein eigenes Kind habe, für das ich sehr wohl tiefe Muttergefühle habe. Ich würde also fast sagen, Mutter werden war für mich emotional schwieriger als Stiefmutter werden.

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Re: Wie ist es, Stiefmutter zu werden?

Antwort von mf4 am 28.06.2017, 19:07 Uhr

Ich war erst 1 mal "Stiefmutter". Meine anderen Partner waren kinderlos.
Das Kind war klein, ich mochte es sehr, es war für mich wirklich schön. Die Beziehung ist schon ewig beendet aber ich habe immer noch gelegentlich mit ihr Kontakt.
Da er mich mit damals 2 Kinder genommen hat war es für mich ganz klar, dass ich so gut zu seinem Kind sein werde wie er zu meinen Kindern. Wie Kinder ticken... weiß man bei den eigenen und lernt man bei anderen kennen... es gibt keine Verallgemeinerungen, es sind Individuen.

Ich mag aber den Begriff "Stiefmutter" nicht. Ich sehe mich nicht als Mutter anderer Kinder und möchte bitte auch nicht, dass eine andere Frau die meine Kinder gelegentlich um sich hat als deren Mutter "ausgibt". Sie darf aber gern eine nette Freundin für sie sein.

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Re: Wie ist es, Stiefmutter zu werden?

Antwort von EinTraumWirdWahr am 29.06.2017, 21:48 Uhr

Ich kann nur von einem Stiefvater beitragen.

Er (ohne eigenes Kind) sagt, Freundin mit Kind hätten alles von heute auf morgen auf den Kopf gestellt. Es war schon oft schwierig für ihn, da plötzlich geregelte Zeiten galten und sowas. Also schwierig, aber nicht schlimm oder doof oder so.

Aber emotional wuchs ihm das Kind jeden Tag mehr ans Herz und er betrachtet es wie sein eigenes (da er nie eigene Kinder haben wird, hat er den Vergleich natürlich nicht). Aber er kümmert sich und hat keinerlei Vorbehalte.

Erfahrung hatte er nicht mit Kindern, und wusste nicht, wie sie ticken. Aber er hat alles super gemeistert - und das, obwohl das Kind mit 8 schon "geformter" war als vielleicht Babys. Er sagt, er hat jeden Tag dazu gelernt.

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Re: Wie ist es, Stiefmutter zu werden?

Antwort von cereza am 01.07.2017, 13:19 Uhr

Ich kann nur von uns berichten. Mein Mann und meine Tochter hatten lange Probleme, viel mehr er mit ihr. Nicht wegen ihr an sich, sondern weil wir eine völlig unterschiedliche Vorstellung von Erziehung haben, dazu mit der Sache, -die sich, finde ich, niemals wegleugnen lässt- dass keine echte Eltern-Kind-Liebe da sein kann. Ich habe über Jahre nur geschlichtet und mein Mann und ich haben lange Gespräche geführt, teilweise monatelang, jeden Abend immer dasselbe Thema, bis wir kaum noch konnten. Hat sich aber gelohnt. Sie haben jetzt, seit der Pubertät, eine echte Eltern-Kind-Beziehung, es gibt sogar Sachen, die meine Tochter nur mit ihm bespricht. (der "echte" Vater ist so gut wie nie präsent) Das war aber ein langer, langer Weg. Mein Mann sagt, das er, als wir zusammengekommen sind, dachte, dass es kein Problem ist und werden würde, weil er Kinder ja mag.

Als Stiefmutter hat man es evtl. in der Hinsicht leichter, das die Kinder ja oft bei der eigenen Mutter wohnen und dann eher am Wochenende da sind.
Vielleicht ist ja aber auch eigentlich schlechter, weil man so keine wirkliche Bindung aufbaut und vielleicht schneller mal denkt, dass jetzt am Wochenende Zeit mit dem Freund viel schöner wäre, als immer der Kinderbesuch...

Ich habe immer mal wieder mit anderen Menschen in so einer ähnlichen Situation Gespräche geführt, und der Grundtenor ist immer der Gleiche: Kinder sind eine Herausforderung, sind es nicht die eigenen, ist das schneller schwieriger. Interessanterweise nehmen die Männer mehr hin, für Frauen ist das oft noch schwerer, Stiefkinder wirklich gut zu finden, besonders, wenn sie dann selbst ein Kind mit dem Mann bekommen.

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