So gelingt der Start im Kindergarten

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© fotolia, Oksana Kuzmina

Der große Tag steht vor der Tür! Mit Spannung erwartet und vielleicht auch von ein paar kleinen Ängsten begleitet beginnt für Ihr Kind die Kindergartenzeit. Mit unseren Tipps möchten wir Ihnen und Ihrem Kind durch die Startphase helfen.

"Mein Kind geht jetzt in den Kindergarten!" Möglicherweise geht es Ihnen bei diesem Gedanken so wie vielen Müttern: Sie haben gemischte Gefühle. Obwohl die Schnupperstunden im Kindergarten Ihrem Kind prima gefallen haben. Obwohl Sie glauben, dass Ihr Kind wirklich die Gesellschaft anderer Kinder braucht. Als berufstätige Mutter werden Sie froh sein, Ihren Sohn oder Ihre Tochter während Ihrer Arbeitszeit in guten Händen zu wissen. Und selbst, wenn Sie nicht außer Haus arbeiten, sind Sie vermutlich dankbar für ein paar ruhige Stunden. Trotzdem spüren viele Mütter eine Art Abschiedsschmerz: Dass sie ihr Kind fremden Menschen anvertrauen sollen, fällt ihnen schwer. Tausend Fragen tauchen auf. Wird die Erzieherin mein Kind mögen? Wird es sich unter so vielen neuen Kindern wohl fühlen? Ist das nicht alles zu viel, zu früh, zu aufregend? Hier einige Tipps, die Ihnen und Ihrem Kind den Start erleichtern sollen:

Machen Sie den Kindergarten attraktiv!

Es ist besser, wenn Sie eventuelle Zweifel ("Ich weiß nicht, ob Jonas mit dieser Gruppenleiterin klar kommen wird...") außer Hörweite Ihres Kindes besprechen. Wenn Sie Ihrem Kleinen gegenüber die positiven Seiten hervorheben ("Du wirst bestimmt viele neue Spiele kennen lernen"), kann Ihr Kind unbeschwert und frohgemut an den Start gehen.

Kinder brauchen unser Vertrauen in ihre Stärke

Mütter sind daran gewöhnt, ihre Kinder zu umsorgen und zu stützen. Dabei vergessen sie manchmal, wie sehr Kinder danach streben, zu wachsen und Neues zu lernen. Die Kleinen wollen groß werden - und das müssen wir zulassen. Indem wir unsere Kinder, etwa beim Kindergarteneintritt, innerlich ein Stück weit loslassen, geben wir Ihnen die Chance, stärker zu werden. Vieles können Kinder eben nur in der Auseinandersetzung mit Gleichaltrigen lernen. Wahrscheinlich werden Sie bald darüber staunen, welche neuen Fähigkeiten Ihr Kind plötzlich beweist. Sie dürfen auch darauf vertrauen, dass die Erzieherinnen alles tun werden, um den neu Hinzugekommenen das Einleben zu erleichtern.

Keinen Druck aufbauen

Sollte Ihr Kind sich im ersten Anlauf wirklich noch nicht eingewöhnen können, ist das nicht schlimm. Meistens genügt es, ein paar Wochen Kindergartenpause einzulegen. Beim zweiten Anlauf klappt das Ganze dann erfahrungsgemäß. Manchmal haben Kinder gute Gründe, vorerst lieber zu Hause bleiben zu wollen, etwa, dass ein neues Geschwisterchen angekommen ist: Da wollen die "Großen" erst einmal sicher gehen, dass der Neuankömmling sie nicht verdrängt. Plötzlich in den Kindergarten gehen zu sollen kann in dieser Situation auf ein Kind wirken, als solle es abgeschoben werden.

Der erste Tag - ein kleines Fest

Bestimmt wird der Kindergarten die Kleinen liebevoll begrüßen, etwa mit einem Willkommenslied. Natürlich sollten Sie Ihre Kamera bereit halten und ein paar Erinnerungsfotos machen. Sie können Ihr Kind auch daheim schon positiv einstimmen. Vielleicht dekorieren Sie seinen Frühstücksplatz mit ein paar Luftschlangen. Oder Sie verstecken eine kleine Überraschung in seiner Kindergartentasche und lassen Ihren Sohn/Ihre Tochter morgens gleich mal hineinschauen. Für den Nachmittag machen Sie besser noch keine Pläne: Wahrscheinlich wird Ihr Kind müde sein. In der Kindergarten-Startphase brauchen viele Kinder wieder einen Mittagsschlaf.

Ein gleitender Einstieg erleichtert den Start

Kaum ein Kindergarten erwartet, dass die Neulinge gleich mehrere Stunden am Stück da bleiben. Zwar kann es gut sein, dass Ihr Kind sich in seiner Gruppe auf Anhieb so wohl fühlt, dass es erst gehen will, wenn alle aufbrechen. Dann dürfen Sie es ruhig weiter spielen lassen, selbst wenn ein früherer Aufbruch geplant war. Manche Kinder sind jedoch froh, wenn sie in den ersten Tagen nach ein, zwei Stunden gehen dürfen. Vermutlich wird der Kindergarten es den Eltern ermöglichen, in der ersten Woche zwischendurch vorbeizuschauen, um zu sehen, wie es ihrem Kind geht. Tipp: Der Kindergartenstart Ihres Kindes fällt genau mit Ihrem beruflichen Wiedereinstieg zusammen? Dann ist es gut, wenn eine zweite Person Ihnen wenigstens in der ersten Woche den Rücken frei hält und Ihr Kleines ggf. abholen kann. Sie starten besser im Job, wenn Sie nicht wie auf Kohlen sitzen, weil Sie pünktlich im Kindergarten sein müssen.

Liebevolle Geduld hilft, falls es doch Tränen gibt

Eben noch war Ihr Kleines ganz begeistert und jetzt fließen plötzlich die Tränen? Versuchen Sie, ruhig zu bleiben. Sie helfen Ihrem Kind, indem Sie es weder ungeduldig ermahnen noch sofort mit ihm den Kindergarten verlassen. Wahrscheinlich beruhigt sich Ihr Kind, wenn es von Ihrem Schoß aus oder an Sie gelehnt eine Weile beobachten darf, was so los ist. Oft bringt die Neugier Kinder bald dazu, sich aus der Reserve zu wagen. Es ist hilfreich, wenn Sie Ihr Kind für etwas loben, das spornt an: "Du hast so gut geholfen, deine Brotzeit einzupacken. Willst du nachher mit den anderen Kindern hier essen?" Vielleicht entspannt sich die Situation auch, wenn Sie ein größeres Kind aus der Gruppe bitten, Ihrem Kind etwas zu zeigen oder zu erklären.

Übrigens: Selbst Kinder, die seit längerem und sehr gerne in den Kindergarten gehen, bocken manchmal und erklären "Ich mag heute aber nicht in den Kindergarten". Gut möglich, dass auch Ihr Kind das eines Tages sagt. Ist erst einmal der Reiz des Neuen verflogen, testen die Kleinen gerne, ob sie wirklich jeden Tag los müssen. Wenn möglich, sollten Sie sich dann nicht auf Diskussionen und Machtkämpfe einlassen, sondern Ihr Kind in den Kindergarten bringen. Oft hilft es auch, wenn mal jemand anderes, etwa der Papa oder die Mutter eines befreundeten Kindergartenkindes Ihr Kind hinbringt. Fragen Sie beim Abholen nach, wie Ihr Sohn/Ihre Tochter sich verhalten hat. Sehr oft ist das ganze "Ich will heute aber nicht" vergessen, sobald die Kleinen im Kindergarten ankommen und ihre Spielkameraden sehen. Haben Sie irgendwann das Gefühl, hinter der Weigerung könnte ein echtes Problem stecken, fragen Sie am besten möglichst bald die Erzieherinnen oder Kindergartenleiterin um Rat.

Ein festes Morgenritual verhindert Stress

Zeit bedeutet Drei- und Vierjährigen noch nichts. In diesem Alter ist es eine gute Orientierungshilfe, wenn bestimmte Abläufe gewohnheitsmäßig immer in der gleichen Reihenfolge vor sich gehen. Ein Beispiel: Nach dem Wecken wird noch fünf Minuten gekuschelt. Dann stehen Anziehen, Frühstück und das Packen der Kindergartentasche auf dem Programm. Zuletzt noch Zähne putzen, Haare kämmen - dann rein in Schuhe und Jacke und los geht’s. So kommen Sie pünktlich in den Kindergarten. Apropos pünktlich - holen Sie Ihr Kind möglichst zuverlässig zur vereinbarten Zeit ab. Das gibt ihm die sichere Gewissheit, dass Sie wirklich an es denken und entlastet die Erzieherinnen.

Enger Kontakt zur Erzieherin schafft Vertrauen

Es ist gut, wenn Sie immer im Gespräch mit der Erzieherin bleiben. Schon durch ein paar Sätze beim Abholen erfahren Sie viel darüber, wie es Ihrem Kind in der Gruppe geht. Vermutlich werden Sie entdecken: Die Kleinen verhalten sich im Kindergarten in einigen Dingen anders als daheim. Oft sind sie mutiger (und probieren etwa neue Speisen), manches Mal auch überraschend durchsetzungswillig - was selbst bei stillen Kindern mal zu heftigen Streitereien führen kann.

Das leidige Thema "Windeln"

Einige Eltern stehen unter großen Druck, weil ihr Kind zum Kindergartenstart immer noch nicht sauber ist. Dieses Problem werden Sie nicht lösen können, indem Sie Ihr Kind drängen oder hoffen, dass sich alles von alleine regelt. Ab und zu mal ein Malheur, das ist natürlich kein Thema. In Kindergärten liegt Wechselwäsche bereit. Ob und wie Kindergärten sich aber auf Kinder einstellen, die z.B. ihr großes Geschäft überhaupt noch nicht auf der Toilette erledigen, ist völlig unterschiedlich. Es bleibt Ihnen nur, das in einem offenen Gespräch zu klären. Falls Sie darauf angewiesen sind, dass Ihr Kind mehrere Stunden am Tag fest betreut wird, sollten Sie sicherheitshalber überlegen, welche Alternativen Sie zum Kindergarten haben. Ein kleiner Trost: Es kann gut sein, dass Ihr Kind die Hürde Sauberkeit jetzt sehr bald nehmen wird und dann problemlos in den Kindergarten gehen kann.

Zuletzt überarbeitet: November 2018

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