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Geschrieben von marienkäfer15 am 22.01.2021, 0:52 Uhr

Rückstellung

Hallo zusammen,

ich überlege, mein Kind zurückstellen zu lassen. Sie wird im Mai 6 und wäre damit schulpflichtig. Meine Überlegungen: Sie ist sehr schüchtern und spricht mit fast niemandem außerhalb der Familie, sie ist noch sehr Mama-orientiert und eher wenig frustrationstolerant. Wir leben in Bayern, hier gibt es den Einschulungskorridor, wodurch Kinder, die ab 1.7. 6 Jahre alt werden, erst im Folgejahr eingeschult werden können (Entscheidung der Eltern). Somit wäre mein Maikind eines der jüngeren in der Klasse. Gegen eine Rückstellung spricht, dass meine Tochter motiviert ist.

Meine Frage: Was denkt Ihr darüber? Und an die Eltern, die ein Kind zurückstellen lassen haben: Wie habt Ihr das Eurem Kind erklärt?

Vielen Dank.

 
12 Antworten:

Rückstellung

Antwort von Bela66 am 22.01.2021, 9:44 Uhr

Hallo,

eine Rückstellung ist - besonders in Bayern - heute nur noch aus „schwerwiegenden sozial-emotionalen Gründen“ möglich und nur gegen große Widerstände durchzusetzen.

Ein Problem dabei ist zum Beispiel: Wenn Du sehr auf die emotionale Unreife (Schüchternheit etc.) Deiner Tochter pochst, dann ist die übliche Reaktion nicht eine Rückstellung, sondern die Feststellung eines Sonder-Förderbedarfs. Damit bekommt Deine Tochter dann in der Schule einen Stempel, der ihr nicht unbedingt gut tut.

Lies dazu einmal diese sehr gute Info:

https://www.anwalt.de/rechtstipps/zurueckstellung-von-der-schule-in-bayern-art-37-bayeug_161405.html

Ich denke, es wäre vermutlich besser, Deiner Tochter zu vertrauen, dass sie den Schritt in die Schule schafft. Meine eigene Tochter war ähnlich wie Deine: Sie hat nie von sich aus mit den Erzieherinnen gesprochen, war sehr scheu, sehr anhänglich usw. Sie hat oft nicht einmal geantwortet, wenn andere Kinder sie im Kiga angesprochen haben, sofern sie nicht vertraut oder mit ihnen befreundet war. Trotzdem hat sie mit dem Tag der Einschulung einen großen Entwicklungsschritt gemacht.

Sie war zwar auch in der Grundschule noch scheu, hat aber mit ihrer Lehrerin gesprochen und nach und nach zwei enge Freundschaften entwickelt. Es gab nie emotionale oder andere Probleme. Sie war zwar weiterhin eher still und zurückhaltend, kam aber immer gut zurecht. Inzwischen ist sie eine selbstbewusste junge Frau.

Ich kann auch aus Lehrerinnen-Erfahrung wirklich sagen: Mütter neigen dazu, ihre Kinder zu unterschätzen, und sehen sie zu statisch. Sie trauen ihnen oft keine schnelle Entwicklung zu und glauben, sie schonen und schützen zu müssen. Dabei entwickeln Kinder sich unglaublich stark, gerade beim Übergang in die Schule. Wir Lehrerinnen haben übrigens überhaupt kein Problem mit stillen Kindern, sie werden einfach mit einbezogen. Die stillen Mäuse habe ich in jeder Klasse, und sie sind genauso normal und häufig wie die Rabauken, die sich noch schlecht konzentrieren können usw.

Wenn jedes Kind beim Schuleintritt reif, kontaktfreudig, konzentriert, nicht verträumt, nicht zurückhaltend, nicht schüchtern sein sollte, dann wären die Klassen leer. Bei der Einschulung wird nicht das DIN-genormte Kind erwartet. Die meisten unserer I-Dötzchen sind - auf irgendeine Weise - noch nicht „schulreif“. Die einen sind total verträumt und ablenkbar, die nächsten reden kaum, andere wiederum quatschen ständig rein oder wollen mitten im Unterricht nach Hause gehen, weil sie noch nicht das Konzept von Schule verstanden haben usw. Das ist normal und wird im 2. Schuljahr besser.

Hab‘ weniger Angst und mehr Vertrauen in Deine Maus!

LG

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Re: Rückstellung

Antwort von HSVMarie am 22.01.2021, 14:41 Uhr

Wie das in Bayern ist, weiß ich nicht, aber meine Mittlere ist 2019 mit gerade 6 eingeschult worden. Rückstellung war zu diesem Zeitpunkt hier schwierig und kam deshalb auch nicht in Frage. Meine Tochter war leider noch nicht so weit. Ihre Angst/Unsicherheit und Schüchternheit standen ihr sehr im Weg. Der Coronalockdown von März bis Juni war einerseits ein Segen für sie, weil sie nicht in die Schule musste, andererseits war das großer Mist, weil sie zu den anderen (sehr viel älteren) Kindern der Klasse größere Lücken entwickelte. Letzten Endes hat sich meine Tochter in der Klasse mit den Lehrern nicht wohl gefühlt und macht die erste Klasse jetzt nochmal. Sie ist erst in die 2. Klasse versetzt worden und hat dann nach den Herbstferien in eine ganz tolle 1. Klasse gewechselt. Nun gehört sie zwar zu den älteren Kindern der Klasse, aber vom Unterrichtsstoff klappt es viel besser. Sie hat auch wirklich Glück mit den Lehrern.

Also keine Ahnung, ob es meinem Kind geholfen hätte, wenn es noch ein Jahr in der Kita geblieben wäre. So wie ich sie einschätze, hätte sie in diesem Sommer eingeschult, ähnliche Probleme gehabt, wie im letzten Jahr. Für mein Kind war es im Prinzip gut, dass sie ein bisschen im Vorteil war, weil sie 1. die meisten Sachen schon mal gemacht hat und 2. den Schulalltag schon kannte. Es war für sie nur ein recht kleiner Schritt einfach nur die Klasse zu wechseln.

Wie schätzt die Kita dein Kind denn ein? Gehen noch Freundinnen mit ihr in die Schule?

Meine Tochter kannte kein Kind. Allerdings hatte die Kita auch keine Sorgen, dass sie es nicht schaffen kann.

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Re: Rückstellung

Antwort von pauline-maus am 22.01.2021, 22:58 Uhr

Leider ist es immer so ,dass man sein Kinde sehr oft unterschaetzt.
Wenn ,dann würde jeder Gründe finden ,die einen weil Kind zu verspielt , die anderen weil Kind zu laut , zu leise , zu schüchtern ,zu impulsiv, zu extro oder introvertiert , zu was weiss ich ist.
Schule ist ein schritt , der für alle neu ist und denn alle gehen müssen irgendwann , egal mit welchem Charakter man dies tut
Ein Perfekt gibt es da nicht.
Augen zu und durch , auch dein Kind rockt das.

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Re: Rückstellung

Antwort von pauline-maus am 22.01.2021, 22:58 Uhr

Leider ist es immer so ,dass man sein Kinde sehr oft unterschaetzt.
Wenn ,dann würde jeder Gründe finden ,die einen weil Kind zu verspielt , die anderen weil Kind zu laut , zu leise , zu schüchtern ,zu impulsiv, zu extro oder introvertiert , zu was weiss ich ist.
Schule ist ein schritt , der für alle neu ist und denn alle gehen müssen irgendwann , egal mit welchem Charakter man dies tut
Ein Perfekt gibt es da nicht.
Augen zu und durch , auch dein Kind rockt das.

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Re: Rückstellung

Antwort von Daysi am 23.01.2021, 13:59 Uhr

Hallo
Bei mir ist es genau wie bei dir meine Tochter wir im Juni sechs und bei uns ist der Stichtag auch 1.7. ich habe sie zurück stellen lassen weil die auch noch zu schüchtern zu verspielt ist und ich denke das sie noch nicht Schule reif genug ist. Ihre Sprache ist auch noch nicht so wie es sein soll habe mit dem Kiga Rücksprache gehabt sie sehen es genau wie ich und haben es befürwortet. Habe gestern in der Schule nachgefragt und mein Antrag wurde genehmigt. Meiner Tochter habe ich noch nichts gesagt werde da auch nicht so ein Thema machen , wenn sie mal fragen sollte werde ich einfach zu ihr sagen das sie noch fünf Jahre ist und die anderen schon sechs bzw sieben Jahre sind.

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Re: Rückstellung

Antwort von SunnyGirl!75 am 23.01.2021, 14:14 Uhr

Wenn ich es richtig verstanden habe dann passt deine Tochter ja nicht mehr in den Einschukungskorridor.
Wie es dann damit läuft wenn man "noch" weiter zurück stuft weiß ich leider nicht.
Ich denke nur wegen Schüchternheit stuft so schnell keiner von den Behörden ein Kind zurück.

Bei uns in NRW gibt es den Korridor leider nicht, denn dann hätte meine Tochter (Septemberkind) "ganz normal" im letzen Jahr eingeschult werden können.
So mussten wir eine Rückstellung beantragen, was bei uns nur aus gesundheitlichen Gründen geht.
Klappte daher höchstwahrscheinlich nur weil sie eine lange Krankheitsphase (Leukämie) hinter sich hatte und beim Einschulungstest auch noch so gut wie gar nichts so richtig klappte. Sowohl motorisch als auch kognitiv und sozial ebenfalls.
In dem zusätzlichen Kitajahr hat sie (mit Integrativkraft) dann so weit aufgeholt, das sie mit den anderen mithalten kann, was im Jahr zuvor definitv nicht der Fall war.
Wir haben die Rückstellung vor unsrer Tochter gar nicht groß kommentiert um sie damit nicht zu sehr zu verunsichern.
Allerdings ist sie ja trotzdem erst nach Schulanfang 7 Jahre alt geworden, ein Monat später wurde bereits das nächste Kind 7 und dann kam noch ein Schüler dazu der die 1. Klasse wiederholte.
Fällt also kaum auf das sie eine der ältesten ist, sie ist auch im Größenverhältnis eher Mittelmaß, da sie eher klein für Ihr Alter ist. (ebenfalls Folgen ihrer Erkrankung)

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Re: Rückstellung

Antwort von SunnyGirl!75 am 23.01.2021, 14:20 Uhr

Musste sie dann auch nicht zur Einschulunbsuntersuchung?
Unsre musste nämlich trotzdem hin, auch wenn klar war das wir sie auf jeden Fall zurückstufen lassen wollten. Also ohne geht es gar nicht!

Schüchtern und verspielt ist sie jetzt mit 7 allerdings immer noch...

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Re: Rückstellung

Antwort von Philo am 24.01.2021, 9:34 Uhr

Was sagen die Erzieher im Kindergarten? Die haben immer einen objektiven Blick und einen Vergleich zu anderen Kindern. Die wären mein erster Ansprechpartner.
Wenn ihr euch zu einer Rückstellung entscheidet, dann schnell, denn euer Kind ist bis dahin (wahrscheinlich) in der Vorschulgruppe und wenn es als einzige nicht in die Schule geht und sonst alles mitmacht (Ausflüge, Vorschulstunden, extra Turnen, Schwimmen - oder was es bei euch gibt), ist die Enttäuschung groß.

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Re: Rückstellung

Antwort von Jesse123 am 24.01.2021, 11:06 Uhr

Hallo,

dem muss ich widersprechen! Wir wohnen auch in Bayern und mein Sohn wurde vor drei Jahren absolut problemlos zurück gestellt, wie auch drei weitere Jungs aus dem Kindergarten.
Damals war der Stichtag noch Ende September und er wäre zwei Tage vorher sechs geworden, also genau genommen mit fünf in die Schule gekommen und dann erst sechs geworden. Aber auch ein Mai-Kind ist problemlos zurück gestellt worden.

Es kommt oft auf den Rektor/die Rektorin an und seine Einstellung zu diesem Thema, wie leicht man zurück stellen kann.

@AP
Hör dich doch mal um, wie eure Schule dazu steht, ob es problemlos machbar wäre oder nicht. Und wie die Erzieherinnen mein Kind einschätzen, wäre für mich auch noch entscheidend, ob eine Rückstellung überhaupt in Frage kommt.

VG, Jesse

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Re: Rückstellung

Antwort von LA_city am 26.01.2021, 6:23 Uhr

Hallo,
Wir haben momentan die gleichen Überlegungen, auch Bayen. Tochter ist im April geboren. Sie ist ebenfalls sehr schüchtern und dazu kommen phasenweise recht starke trennungsängste. Da ja auch kein kiga stattfindet, von vorschulprogramm gar nicht zu reden, können wir jetzt auch die Entwicklung nicht beobachten. So war das mit den Erzieherinnen abgesprochen, aber jetzt ja hinfällig.
Unter normalen Bedingungen war die Tendenz ganz klar einzuschulen, aber mit corona und wer weiss wie lange noch kein kiga, werden wir sehr wahrscheinlich eine Rückstellung beantragen.
Wir werden uns jetzt beraten lassen und dann weiter entscheiden.

Lg

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Re: Rückstellung

Antwort von Sume76 am 28.01.2021, 16:03 Uhr

Hier auch kein Problem. Ich selbst bin Sonderschullehrerin und habe noch nie ein Kind wegen Schüchternheit getestet. Wir sind bei Rückstellungen ja auch gar nicht involviert hier in Bayern.

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Re: Rückstellung

Antwort von Anni1500 am 03.02.2021, 5:11 Uhr

Ich muss meine mit 5 fast 6 einschulen lassen. Hier muss das Kind wirklich ganz starke Defizite haben, was meine Tochter nicht hat. 100 Prozentig gefällt es mir auch nicht, aber da werden wir durch müssen. Ich wünsche dir bei deiner Entscheidung alles Gute. Ich würde auch mit der Kita reden.

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