Klimaschutz: Lifehacks für den Alltag mit Kindern

zwei Haende formen ein Herz

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Klimaschutz geht alle an – und auch im stressigen Familienalltag können wir etwas tun, um unseren ökologischen Fußabdruck möglichst klein zu halten.

Wir tun es für unseren Nachwuchs: Unsere Kindern sollen schließlich in einem funktionierenden Ökosystem leben dürfen.

Durchschnittlich verbraucht derzeit jeder in Deutschland 11 Tonnen CO2 pro Jahr. Diese setzen sich laut Umweltbundesamt zusammen aus 16 Prozent Ernährung, 15 Prozent Heizung und 15 Prozent Fahrten und Reisen, 5 Prozent Flüge und 7 Prozent Strom. Der Großteil, nämlich 42 Prozent wird durch sonstigen Konsum, also Kleidung, Technik, Freizeit, verursacht.

Gewohnheiten lassen sich ändern und vielfach können schon kleine Änderungen im Verhalten einen Unterschied machen. Um unseren Kindern Klimaschutz vorzuleben, sind simple Dinge von Bedeutung, auf die wir beim Konsum, im Haushalt, im Verkehr und beim Einkauf von Lebensmitteln achten können und die helfen den CO2-Ausstoß zu reduzieren.

Reparieren statt wegwerfen, mieten bzw. teilen statt neu kaufen

Muss es ein neues Shirt, die Sneaker oder das neueste Smartphone sein? Der persönliche Konsum verursacht durchschnittlich den größten Teil der CO2-Emissionen eines Menschen in Deutschland. Klar, viel Energie und Rohstoffe werden für die Produktion von Dingen sowie für deren Transport in den Handel notwendig. Hier wird ein Großteil der CO2-Emissionen verursacht, die sich entsprechend negativ auf die Klimabilanz eines jeden auswirken. Es ist also wichtig, hier den Blick für Sparpotential zu schärfen: Jeder Artikel, den wir nicht kaufen, ist eine gute Tat für den Klimaschutz. Es muss kein Neukauf sein, wenn wir oder die Kinder uns etwas wünschen. Ein kaputter Artikel muss nicht gleich in den Müll wandern, wenn wir ihn reparieren können. Ein leicht beschädigtes Produkt kann man vielleicht doch noch gut weiter verwenden.

Sharing ist Trend! Verschiedene Dinge lassen sich heutzutage ausleihen, ob Werkzeuge im Baumarkt oder das Babyphone von einer befreundeten Familie, man muss nicht alles selbst besitzen. Oder kaufen Sie gebrauchte Dinge, so können CO2-Emissionen reduziert werden.

Familieneinkauf: Kaufen Sie regionale und saisonale Produkte

Um den schädlichen Ausstoß von CO2 zu reduzieren, hilft es tatsächlich schon, beim Familieneinkauf auf regionale und saisonale Produkte zu achten und die Erdbeeren im Oktober oder die Äpfel aus Neuseeland eben nicht mitzunehmen. Auch mit dem Einkauf von Bio-Produkten kommen weniger CO2-Emissionen aufs Konto. Aber noch stärker fällt es ins Gewicht, wenn die Familia auf Fleisch und Fisch verzichtet, so können geschätzt 0,98 Tonnen CO2-Äquivalente (CO2-Ä) pro Jahr eingespart werden.

Grundsätzlich sollte jeder versuchen, so wenig wie möglich Lebensmittel wegzuwerfen. Deshalb: Kaufen Sie nur so viel wie Sie benötigen und gehen Sie besser mit einer Einkaufsliste, aber niemals hungrig in einen Supermarkt. Selbstverständlich sollten Sie einen Stoffbeutel oder Rucksack dabeihaben und die Plastiktüten in der Obst- und Gemüseabteilung bleiben dort, wo sie sind.

Falls beim Familienessen Reste übrig bleiben, bieten Sie diese am nächsten Tag, vielleicht in einem Alternativgericht erneut an oder frieren Sie den Rest ein. Jedes Jahr werden laut der FAO (Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen) sage und schreibe 1,3 Milliarden Tonnen essbare Lebensmittel unnötigerweise weggeworfen. Wer fast nie Lebensmittel in den Müll wirft, kann bis zu 0,6 CO2-Ä einsparen.

Für den Klimaschutz: Rad statt Auto, Bahn statt Flieger

Fährt man häufiger Rad statt Auto, ist das auch schon ein kleiner Beitrag, der die eigene Klimabilanz verbessert und zum Klimaschutz beiträgt. Natürlich sind die öffentlichen Verkehrsmittel ebenfalls eine Alternative: Wer einen Weg von sechs Kilometern zur Arbeitsstelle mit der U-Bahn zurücklegt statt mit dem eigenen Auto, spart so 0,51 Tonnen CO2-Ära im Jahr.

Und wer mit der Bahn in den Familienurlaub reist anstatt im Flugzeug zu starten, spart noch einmal eine Menge an CO2 ein. Jeder Flug, den man nicht antritt, wirkt sich positiv auf den persönlichen ökologischen Fußabdruck aus. Im Sinne des Klimaschutzes ist also Urlaub im Schwarzwald, an der Nordsee oder in einem unserer schönen Nachbarländer einem Hotel auf Mallorca oder gar der Dominikanischen Republik immer vorzuziehen.

Strom sparen – für die die Haushaltskasse und das Klima

Die Wohnsituation hat selbstverständlich einen großen Einfluss auf die Klimabilanz: In einer Wohnung, 50 qm groß, Neubau mit Fernwärme spart man gegenüber einer Wohnung, 80 qm groß, Altbau mit Gasheizung, 3,17 Tonnen CO2-Ära im Jahr. Strom einzusparen, macht sich nicht nur in der Haushaltskasse bemerkbar, sondern hilft auch der Umwelt. Denn kann eine Familie ihren Stromverbrauch drosseln, verbessert das auch ihre Klimabilanz. Ein Wechsel zu Ökostrom und Ökogas ist darüber hinaus wirkungsvoll und unterstützt die Energiewende.

Beim Stromsparen kann die ganze Familie mithelfen und schon Kinder können sich angewöhnen, immer das Licht auszuschalten, wenn sie ein Zimmer verlassen. LED-Leuchten sind übrigens am sparsamsten. Elektrische Geräte sollten nicht im Stand-by-Modus laufen, besser ist sie komplett auszuschalten, etwa durch eine ausschaltbare Steckdosenleiste. Insgesamt verbrauchen ältere Elektrogeräte, speziell Kühl- und Gefrierschränke mehr Strom als neuere Modelle mit höchster Effizienzklasse. Ein Austausch der Geräte belastet zwar erst mal die Haushaltskasse, rentiert sich aber schon nach wenigen Jahren. Beim Kochen einen Topfdeckel zu verwenden und die jeweils zum Topf passende Herdplatte zu nutzen, sollte selbst im stressigsten Familienalltag möglich sein.

Mit Kindern fällt viel Wäsche an! Da sollte es kein großes Problem sein, eine Maschine voll zu bekommen. Dies ist der Fall, wenn zwischen die Wäsche und der Waschtrommel nur eine Handbreit Luft ist. Bei einer halben Waschmaschine wird immer deutlich mehr Energie benötigt – deshalb sollte eine halb gefüllte Waschtrommel eine Ausnahme darstellen.



Quellen:
Umweltbundesamt: Ökologische Fußabdrücke von Lebensmitteln und Gerichten in Deutschland

Zuletzt überarbeitet: Oktober 2022

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