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Geschrieben von AndreaL am 24.11.2006, 12:06 Uhr

Wer hat auch ein 'sehr reifes' Kind...

Hallo,

ich hatte ein Gespräch mit der Klassenlehrerin von Moritz (7,5 Jahre, 2. Klasse).

Sie bezeichnet ihn als 'sehr reif', Dinge überblickend, die andere nicht sehen. Sehr regelkonform und mit hohem Gerechtigkeitsempfinden. Sie sagte deutlich, er wäre viel weiter als die anderen Kinder der Klasse.

Wir selber erleben ihn in mit seiner Gedankenwelt manchmal als ganz anders als andere Kinder...

Die Kinder, mit denen er am besten klar kommt, sind zwei bis drei Jahre älter als er. Sogar 12-Jährige sind im Sommer gekommen, um ihn zum Spielen abzuholen.

Er kann seine eigene Gefühlswelt immer sehr gut darstellen. Manchmal zu gut...

Mich würde mal interessieren, wie andere Eltern ihre 'reifen' Kinder erleben und wie sich das u.U. in der späteren Entwicklung äußert...

Hmm... ich bin gespannt, ob mir überhaupt jemand DAZU etwas sagen kann - es fällt mir selbst schwer, es in Worte zu fassen.

Danke trotzdem!

LG

Andrea

 
9 Antworten:

Wir !

Antwort von pauline04 am 24.11.2006, 14:32 Uhr

Liebe Andrea,
wir haben auch so ein Exemplar - und er tut sich unwahrscheinlich schwer !
Fit in der Schule aber anderen im Denken ein bissel voraus, einfach reifer eben und er merkt selbst, das er "anders" ist.

Unsere Lehrerinnen (sind zwei, such mal durch, hatten es schon öfter davon)
drücken das leider nicht so aus wie eure. Sie hätten gemerkt das er "anders sei".... ruhiger, Regelorientierter etc.

Auch unser Sohn hat daheim Kontakt mit anderen Kindern, spez. ältere. Aus seiner Klasse kommt er mit keinen in näheren Kontakt. Seine wichtigste Bezugsperson war seine Cousine und da hat sich das Blatt, familiär bedingt, auch gewandelt. So merkt er noch krasser das er nicht richtig "ankommt".

Ich bereue zutiefst das wir ihn nicht früher eingeschult haben. Er kam mit 7 in die Schule, ist jetzt 9 in der 3. Klasse.

Ich glaube schon das du hier noch Antworten zu so einem "Fall" bekommst.

Ich hab jetzt gleich Elterngespräch in der Schule und mir graut davor. Bin innerlich total angespannt was sie mir zu seinem "Sozialverhalten" sagen werden. Manchmal wünschte ich er wäre weniger intelligent oder schon so ein um-die-ecke-denker. Er hätte es leichter....

LG
Pauline

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@pauline04

Antwort von Tadewi am 24.11.2006, 15:17 Uhr

So wie du schreibst habe ich den Eindruck du beschriebst da gerade meinen Sohn.
Wir haben das Elterngespräch gestern hinter uns gebracht, was hier in Luxemburg auch von einer Psychologin geleitet wird.
Mir wurde ganz schlecht wo sie sagte das Olivier viel weiter sei als alle anderen in seiner Klasse.Aber das er versucht das nicht zu zeigen, weil er genauso sein will wie seine Freunde.
Das ist zum verzweifeln, weil ich sehe wie er an manchen Tagen leidet und ich leide gleich mit.:o(
Ich versuche ihn immer wieder zu bestärken und ich hoffe es wird was nutzen.
Der Nachbarsjunge mit dem er sich immer gut verstanden hat mag nimmer mit ihm reden, weil Olivier so ein "Schlaumeier" sei.
Dabei stell er sich und sein Wissen NIE in den Vordergrund.Aber wenn die Lehrer das erwähnen und viel loben kommt NEid auf und damit kann Olivier gar nicht umgehen, weil er möchte das die anderen ihn mögen.
Ich möchte nicht das er als Streber abgestempelt irgendwann allein dastehen muss.
Ich hoffe es verändert sich etwas, wenn er aufs Internat kommt.Bis dahin vergeht aber noch viel Zeit und wor müssen schauen was wir machen.
Würde mich interessieren was bei eurem Gespräch rausgekommen ist.

LG Tadewi

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Re:Unsere Tochter...

Antwort von bigwusch am 24.11.2006, 18:02 Uhr

Hallo :o)

Unsere Michèle (7J.) ist auch schon immer ihrem alter vorraus (als Baby etwas weniger, aber es wurde/wird immer mehr)

Laut KiA ist sie ca. auf dem Entwicklungsstand einer 9 jährigen.
Besonders ausgeprägt im emontionalen und sozialen Bereich. Leider hat sie nicht sehr viel Kontakt mit älteren Kindern (in der Familie ist sie das älteste Kind und frei draussen spielen geht sie nicht) aber wenn sie die Wahl hat sind ihr ältere lieber. In ihrer Klasse ist sie eine der Jüngsten, sagt aber immer sie fühlt sich wie im Kindergarten.

Beim Elterngespräch sagte ihr Lehrer nur das sie ein tolles ausgeglichenes Mädchen ist, das einen sehr großen Gerechtigkeitssinn hat.
Wir haben jetzt das Problem das er nicht darauf eingehen mag das sie sich in der Schule langweilt. :o(

Wie wir sie empfinden? Naja, manchmal bin ich sehr erstaunt über ihre Gedankengänge. Sie hat ständig neue "Ideen" wie man die welt besser machen könnte. Das alle zuessen haben, "Erfindungen" sprudeln bei ihr raus ohne Ende. Nur leider gibts die Sachen schon ohne das sie es weiß :o/

Bin auch mal gespannt wie sie sich mal entwickelt

Lg Mel

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Re: Wer hat auch ein 'sehr reifes' Kind...

Antwort von sun1024 am 24.11.2006, 23:39 Uhr

Ich hab hier zwei so Exemplare rumlaufen...

Ich empfehle euch ganz doll das Buch "Hochbegabte Kinder, ihre Eltern, ihre Lehrer", denn in diesem Buch geht es zum Glück nicht nur um "im Schulstoff weiter sein". Es geht um all die Probleme im Alltag - um Geschwisterkonflikte, um Gerechtigkeitssinn, um Ängste, Gefühle...

Hier ein Link, da kann man auch Rezensionen lesen:
http://www.amazon.de/Hochbegabte-Kinder-ihre-Eltern-Lehrer/dp/3456836961/sr=8-3/qid=1164407701/ref=sr_1_3/028-5007174-6325307?ie=UTF8&s=books

LG sun

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ABER... reif gleich hb???

Antwort von AndreaL am 25.11.2006, 12:27 Uhr

Hallo noch einmal,

bewusst habe ich diesen Vergleich NICHT gezogen. Den ob hier schon von hb gesprochen werden kann.

Andererseits eine Hochbegabung kann sich durchaus auch in einem von vielen Bereichen zeigen. Ist dies eine... Ist er oder sind Eure Kids nicht nur 'anders' als andere...

Es gibt das Wort der 'Emotionalen Intelligenz'. Das, was zur Verbesserung der Welt angesprochen wurde, kenne ich in Diskussionen mit ihm nur zu gut. Er lässt auch nicht locker, bis er eine Sache selbst bewerten kann... in gut oder böse oder mittel.

Wir mussten in letzter Zeit viel über Religionen diskutieren. Er wollte alles über das Tragen von Kopftüchern wissen. So lange, bis ihm klar war, dass Frauen im Islam eine andere Rolle einnehmen - was er zutiefst verachtet...

Er denkt viel über Hunger in Afrika nach...

Er sagt oft, dass ER WEISS, dass man mit Reden Konflikte löst. Die anderen Kinder aber oft nicht... und dann würde er manchmal so wütend werden, dass er dann jemanden schubsen würde. Dann empfindet er dann fast als 'Versagen'...

Seine Schulleistungen sind *sagenwirmal* gut... Es fällt ihm nichts schwer. Alles was gemacht wird, kann er. Manchmal auch mehr... Aber ich habe ihn nie *gefördert*, d.h. er ist inhaltlich nicht weiter, weil ich wollte, dass ihm Schule Spaß macht. Von daher sind seine Leistungen halt prima, aber nicht überragend. Seine Interessen findet er selbst. Ich biete ihm wenig an, unterstütze ihn, wenn er etwas Neues entdeckt...

So hat er jetzt z.B. ein Europa-Puzzle und beschäftigt sich mit der Lage der Länder und der Städte zueinander intensiv. Er hat jetzt nach einem Deutschland-Puzzle gefragt... das bekommt er als nächstes...

Aber in schulischen Angelegenheiten macht er eben nicht mehr als nötig. Lässt sich oftmals viel Zeit... 'ich kann es doch'...'warum soll ich schnell machen'...

Da mir Kinder so am Herzen liegen und wir 'nur' ein Kind haben, hat er mir versprochen früh Kinder zu bekommen und auch möglichst viele...

(Und nein, ich habe nicht danach gefragt...).

So, ein paar Gedanken waren das. Vielleicht fällt Euch ja noch etwas dazu ein.

Danke aber schon mal!

Ich frage mich halt auch, wie man diese Fähigkeit noch 'fördern' könnte bzw. was man mit ihm außerschulisch machen könnte, welchen Bereich es gibt, wo solche Denkweisen gefragt wären...

LG

Andrea

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Re: ABER... reif gleich hb??? Keine Ahnung :o/

Antwort von bigwusch am 25.11.2006, 13:39 Uhr

HAllo :o)

So wie du deinen Sohn beschreibst ist Michèle auch großteils. Sie beschäftigt sich auch mit solchen Themen und möchte später mal 2 Berufe lernen wo sie Menschen und Tieren helfen kann, und bis ca. 40 J.(da bekommt sie dann ganz viele eigene Kinder und kinder in Pflege) soviel Geld verdienen das sie ganz viel spenden kann. Sie selber braucht ja nicht viel. Ihre Worte!
Andere Länder und Sitten findet sie hoch interessant und will sie alle mal selbst erleben.
Sie sehr selbstkritisch , aber auch sehr von sich überzeugt. Sie ist aber auch eins derer Kinder díe alles können bzw. sehr sehr schnell lernen. Und sie ist bisher noch nie an ihre Grenzen geraten. Weder Privat, im Sport oder in der Schule.
Ist zwar fies. aber manchmal wünsche ich mir sie würde endlich mal richtig üben müssen und auch mal was nicht schaffen *schäm*

Ich weiß nicht ob sie hochbegabt ist, aber sie hat eine sehr schnelle Auffassungsgabe, viele Talente und Interesse an allem.

Lg Mel

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Re: ABER... reif gleich hb???

Antwort von sun1024 am 25.11.2006, 14:30 Uhr

Huhu Andrea,

ich finde es gar nicht wichtig, zu wissen, ob er hb ist.

Übrigens kann man hb nicht daran festmachen, ob ein Kind sich mehr Schulstoff erarbeitet... das "inhaltliche", was du ansprichst, ist ja eine reine Sache von Angebot und Lernen, Intelligenz ist aber vor allem ein Potential, sich Sachen schnell zu erschließen und komplex zu denken.
Und das gibt es in vielen Ausprägungen...

Mir fiel nur das Buch "hb Kinder ihre Eltern ihre Lehrer" ein, weil es da eben nicht nur um das intellektuelle geht, sondern um emotionale Themen. Gerade dieser Gerechtigkeitssinn und die Sorge um die Welt sind darin auch Thema... und wenn das auf deinen Sohn passt, finde ich es egal, ob sein IQ über oder unter 130 liegt, vielleicht können die Tipps einfach helfen.

Es gibt vielleicht Vereine, wo er mit seinem Denken gut ankommen könnte? Jugendabteilungen von Umweltverbänden z.B.? Hier --> http://www.wwf.de/young-panda/ueber-yp/index.html ist was zum Thema Tier- und Naturschutz...
Manchmal gibt es auch von Begabtenvereinen Kurse, wo schon Grundschulkinder philosphieren - tschuldigung, da ist sie wieder, die Begabtenschiene, aber offensichtlich HAT dein Sohn ja zumindest in der Hinsicht eine Begabung, egal wie der IQ sonst ist.

LG sun

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Re: Wer hat auch ein 'sehr reifes' Kind...

Antwort von sonnenwunder am 26.11.2006, 12:24 Uhr

Hallo!
Jonas (9) ist in der 3.Klasse und wir haben ihn leider nicht springen lassen in der 1.Klasse.(der Lehrer hat es damals zunächst angeregt, später dann abgeraten)

Aber es ist auch nicht nur, dass ihm der Stoff in der Schule zufällt, sondern ähnlich wie Du es schilderst.
Er macht sich über so viele Dinge Gedanken, die Kinder in seinem Alter ansonsten nicht interessieren.
(Weltreligionen, philosophische Fragen, die Länder der Erde inkl Hauptstädten).
Er war und ist ein sehr kontaktfreudiges Kind, kommt aber mit den Jungen in seiner Klasse nicht in Kontakt, da die nur Fußball im Kopf haben.
In der Gruppe der Ganztagsschule fühlt er sich hingegen pudelwohl, da dort nie mockiert wird, dass er ja "nur" mit Mädchen spielt.

Oft muß ich mit dem Lehrer darüber diskutieren, warum er "nur" mit den Mädchen spielt. Wahrscheinlich weil Mädchen sozialer und auch weiter in ihrem Alter...
Außerhalb der Schule spielt er aber auch mit Jungen.

Ich sehne das Gymnasium herbei und bis dahin versuche ihn in der Freizeit zu fördern, so lernt er Querflöte, geht zum Schwiummen usw.
Und liest ein Buch nach dem anderen...die ich kiloweise aus der Bücherei hole bzw kaufe.

Über den Sommer hatte ich echt eine Krise, weil der Lehrer sein Sozialverhalten so angeprangert hat.Weil er im Unterricht oft stört, indem er aus Langeweile andere Kinder in Gespräche verwickelt, mußte er fast immer allein sitzen.

Ich habe jetzt für mich erkannt, dass ich das "Sozialverhalten" nur begrenzt beeinflussen kann.Zumal ich finde, dass er ein sehr gutes Verhalten hat.
Andere Kinder schlagen und ärgern ihre Mitschüler.Das würde er nie tun, sondern hat ein ausgeprägtes Gerechtigkeitsempfinden.
Ich möchte ihm auch nicht das Gefühl geben, er sei nicht "richtig", wie er ist, denn ich bin echt stolz auf ihn...
So versuche ich halt vorsichtig Kontakte zu Jungen zu fördern, aber ich werde ihm auf keinen Fall vorschreiben, mit wem er zu spielen hat.

Liebe Grüße
Sonja

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Re: Wer hat auch ein 'sehr reifes' Kind...

Antwort von Graupapagei3 am 26.11.2006, 13:56 Uhr

Hallo,

bei Mark ist das auch so, allerdings sitzt er mit gerade 7 Jahren in einer 3.Klasse und deshalb passt es perfekt. Seine Klassenlehrerin und die Fachlehrer können in der sozialen Entwicklung keine Unterschiede zu den anderen Kindern feststellen - sie sind fast alle schon 9. Man sieht lediglich einen Größenunterschied!

Letzte Woche zu seinem 7.Geburtstag waren Jungs aus seiner Klasse da und ich habe das auch gemerkt - es gibt da keinen Unterschied. Witzigerweise empfinden das seine Kameraden genauso - sie haben ihn z.B. zum Klassensprecher gewählt!

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