Naturheilmittel oder Antibiotikum?

Naturheilmittel oder Antibiotikum

© fotolia, Stefan Körber

Verständlicherweise belastet es Eltern, immer wieder mitzu­erleben, wie Ihr Kind sich mit einem Infekt herum­plagt. 

Dazu kommt, dass es - gerade bei mehreren Kindern - für Berufs­tätige oft schwierig ist, wiederholt ein krankes Kind daheim zu betreuen. Also taucht die Frage auf, ob im Einzelfall ein Antibiotikum sinnvoll ist? Schließlich gibt es gegen viele bakteriell verursachte Infektionen wie Nebenhöhlen-, Mandel- und Mittelohrentzündungen wirkungsvolle Antibiotika.

Allerdings haben viele Eltern Vorbehalte gegen diese Mittel. Obwohl sie meist gut verträglich sind, können sie Nebenwirkungen haben, etwa im Magen-Darm-Bereich. Andere Mütter und Väter setzen grundsätzlich darauf, erst einmal sanftere Mittel auszuprobieren. Oder sie möchten ihrem Kind, gerade bei wiederkehrenden Mandel- und Mittelohrentzündungen, nicht so oft ein Antibiotikum geben. Aus ärztlicher Sicht gibt es ebenfalls Gründe, nicht sofort darauf zurückzugreifen. So ist zum Beispiel nicht immer von vornherein klar, ob hinter bestimmten Beschwerden wirklich Bakterien stecken. Sind es doch Viren, wird ein Antibiotikum nicht helfen. Erlaubt es der Gesundheitszustand des Kindes, kann es in diesen Fällen sinnvoll sein, noch etwas abzuwarten. Außerdem sind Antibiotika sehr kostbare Heilmittel, die bei schweren Erkrankungen sogar Leben retten können. Ihr verbreiteter Einsatz, so warnen Mediziner, begünstigt das Entstehen von Bakterienstämmen, gegen die die Mittel dann nicht mehr wirken.

Besonders häufig wird das Für und Wider eines Antibiotikums bei Mittelohrentzündungen diskutiert. Da die Kinder oft starke Schmerzen haben, kommt meist recht schnell ein Antibiotikum zum Einsatz. Andererseits kann die Entzündung erfahrungsgemäß auch gut abklingen, wenn sie anders behandelt wird. Was also tun? Eine Möglichkeit ist es, gleich beim ersten Anzeichen von Ohrenschmerzen ein Haus- oder Naturheilmittel einzusetzen. Bewährt hat sich etwa das Zwiebelsäckchen, hier unterstützen die ätherischen Öle der Zwiebel den Heilungsprozess.

Bessern sich die Beschwerden Ihres Kindes nicht innerhalb von zwei Tagen oder verschlechtert sich sein Zustand sogar, gehen Sie lieber mit ihm zum Arzt. Das gilt auch, wenn aus dem erkrankten Ohr Eiter oder ein anderes Sekret herausläuft. Möglicherweise ist ein Antibiotikum dann doch nötig. Außerdem ist es sehr wichtig, dass ein Arzt den Verlauf der Entzündung beobachtet. Denn es kann, wenn auch nur selten, zu Komplikationen kommen; zum Beispiel weil die Entzündung auf das umliegende Gewebe oder die Knochen übergreift.

Zuletzt überarbeitet: Dezember 2018

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