Legasthenie - Probleme beim Lesen und Schreiben

Legasthenie – Probleme beim Lesen und Schreiben
Richtig Lesen und Schreiben zu können ist die Voraussetzung, um sich Wissen und Bildung anzueignen. Deshalb bestehen die ersten Jahre der Schullaufbahn auch darin, diese Grundlagen zu erlernen.

Viele Kinder haben jedoch große Schwierigkeiten damit, diese für "Normalsterbliche" einfachen Fähigkeiten zu erlernen. Sie sind weder dümmer als andere, noch sind sie faul. Dennoch haben sie allein aufgrund ihrer Legasthenie oft große Probleme in der Schule.

Was ist Legasthenie?

Legasthenie ist eine Störung, die dazu führt, dass das betroffene Kind nicht richtig lesen lernt und Schwierigkeiten hat, Wörter korrekt zu schreiben. Oft werden Buchstaben verdreht oder ausgelassen, häufig schreibt das Kind auch ein und dasselbe Wort immer wieder unterschiedlich falsch (z.B. Wiese - Weise - Wise - Wihse). Nach neueren Studien hat etwa jedes zehnte Kind in Deutschland eine Lese-Rechtschreibschwäche, Jungs öfter als Mädchen. Manche brauchen dabei nur etwas länger, um lesen und schreiben zu lernen, und fallen nur durch häufige Rechtschreibfehler auf. Andere wiederum sind so stark beeinträchtigt, dass es ihnen unmöglich ist, selbst kurze Texte zu verstehen, was bald zu umfassenden Problemen in fast jedem Schulfach führt. Als Folge fühlen sich die Kinder oft als "Versager", verlieren den Spaß an der Schule, ziehen sich zurück oder werden gar depressiv. Deshalb ist es wichtig, die Störung frühzeitig zu erkennen und auch möglichst bald mit geeigneten Therapiemaßnahmen anzufangen.

Legasthenie oder LRS?

Legasthenie bedeutet so viel wie "Leseschwäche". Strenggenommen ist "Legasthenie" eine Teilstörung bei Kindern, die ansonsten normal oder sogar überdurchschnittlich begabt sind. "Lese-Rechtschreibschwäche" (kurz LRS) ist der Oberbegriff und tritt auch in Verbindung mit anderen Störungen wie beispielsweise einer Rechenschwäche auf. Im Alltag werden die Begriffe Legasthenie und LRS aber oft gleichwertig gebraucht.

Wie entsteht Legasthenie?

Die Störung tritt in manchen Familien und sozialen Schichten gehäuft auf. Deshalb geht man davon aus, dass zum einen erbliche Faktoren dabei eine Rolle spielen, und sie zum anderen durch ungenügende Förderung begünstigt wird. Außerdem kommen Schwerhörigkeit, visuelle oder auditive Wahrnehmungsstörung, eine Hirnfunktionsstörung, sprachliche Entwicklungsrückstände und eine mangelnde Konzentrationsfähigkeit (z.B. bei ADS/ADHS) als Ursachen infrage. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass Sie die U-Vorsorgetermine bei Ihrem Kinderarzt wahrnehmen. Gerade organische Ursache wie ein eingeschränktes Hör- oder Sehvermögen oder auch sprachliche Entwicklungsrückstände kann man dann frühzeitig erkennen und therapieren. Bei Verdacht auf LRS sollten Sie zunächst mit Ihrem Kinderarzt sprechen, der die geeigneten Tests entweder selber durchführen kann oder Sie an einen Kinder-und-Jugend-Psychiater weiterüberweist. Auch der Schulpsychologe ist eine mögliche Anlaufstelle.

Was gibt es für Therapiemöglichkeiten

Die Ursachentherapie fördert in erster Linie bestimmte Wahrnehmungsbereiche, die bei Legasthenikern oft unzureichend entwickelt sind. Die Symptomtherapie versucht durch gezielte Übungen, das Lesen und die Rechtschreibung zu bessern. Je nach Ursache und Ausprägung der Störung kann auch eine Kombination vom beidem sinnvoll sein. Leider werden die oft recht teuren Therapiestunden von der Krankenkasse nicht übernommen, Sie können aber einen Zuschuss beim Jugendamt beantragen.

Was kann man selber tun

  • Lesen lernt man auch durch Vorlesen, denn so wird das Medium Buch schon von klein auf zur Selbstverständlichkeit. Kinder lieben es, wenn Eltern und Großeltern sich die Zeit nehmen, regelmäßig vorzulesen. Das ist die beste "Frühförderung".
  • Kinder, die schlecht lesen, lesen naturgemäß selber nicht gerne. Versuchen Sie Ihr Kind trotzdem immer wieder zum Lesen zu motivieren. Ganz egal ob es Comics oder Bastelanleitungen liest - Hauptsache es liest!
  • Schränken Sie den Konsum von Fernseher, Computer und Spielkonsole ein. Gerade Kinder, die beim Lesen Probleme haben, wenden sich oft den für sie einfacheren Medien zu. Es gibt allerdings auch gute Lernsoftware und Computerspiele extra für LRS.
  • Ein ganz wichtiger Punkt: Schimpfen Sie Ihr Kind nicht! Kinder reagieren sehr sensibel, wenn sie merken, dass sie etwas nicht so gut können wie die anderen. Erklären Sie ihm, dass seine Probleme auf eine Störung zurückzuführen sind, und loben Sie es für seine anderen Stärken.
  • Sprechen Sie außerdem mit den Lehrern Ihres Kindes. Es liegt zwar im Ermessensspielraum, wie weit eine diagnostizierte Lese-Rechtschreibschwäche berücksichtigt wird, aber die meisten Lehrer geben etwas mehr Zeit bei den Proben oder werten die Rechtschreibung in diesem Fall nicht.

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