Blasenentzündung - vor allem Mädchen sind betroffen

Blasenentzündung – vor allem Mädchen sind betroffen
Blasenentzündung ist ein echtes Mädchen-Problem. Das liegt vor allem an der Harnröhre, die bei Mädchen um einiges kürzer ist. Zusätzlich liegen Darmausgang und Harnröhreneingang sehr nahe beieinander, so dass die Bakterien aus dem Darm, die in erster Linie für die Infekte verantwortlich sind, leicht in die Harnwege gelangen können.

Jungen können zwar auch einen Harnwegsinfekt bekommen, zum Beispiel wenn sie sich verkühlt haben, aber bei ihnen kommt das wesentlich seltener vor.

Wie erkennt man eine Blasenentzündung?

Typisch bei einer Blasenentzündung sind das Brennen beim Wasserlassen, ein schmerzhaftes Druckgefühl auf der Blase und der ständige Drang, auf Toilette zu müssen. Wenn Ihr Kind bereits sauber war und plötzlich wieder in die Hose oder ins Bett macht, könnte das an einer Blasenentzündung liegen. Ebenso, wenn es sich plötzlich weigert, auf Toilette zu gehen, aus Angst vor den Schmerzen. Häufige Zeichen sind auch Fieber, allgemeine Mattigkeit und Bauchschmerzen.

Gerade bei Babys und Kleinkindern ist eine Blasenentzündung auf den ersten Blick schwer zu erkennen, weil sie die Symptome noch nicht benennen können. Bei unklaren Infekten mit Fieber muss man deshalb immer auch an einen Harnwegsinfekt denken. Eine Urinprobe, die der Kinderarzt untersucht, gibt schnell Aufschluss. Für Kinder, die noch nicht ins Töpfchen oder einen Becher machen können, gibt es spezielle Urinbeutel, die Ihnen Ihr Kinderarzt mitgibt. Sie werden vor den Eingang der Harnröhre geklebt, anschließend kommt ganz normal die Windel drüber. Selbst wenn das bei Mädchen etwas schwieriger ist, gelingt es so fast immer, eine auswertbare Urinprobe zu gewinnen. Das Beutelchen sollten sie anschließend verschlossen im Kühlschrank aufbewahren und noch am selben Tag beim Arzt vorbeibringen.

Wann zum Arzt?

Eine fiebrige Blasenentzündung sollte immer vom Kinderarzt untersucht werden, weil beim Aufsteigen der Erreger in die oberen Harnwege eine Nierenbeckenentzündung droht, die bleibende Schäden am Nierengewebe verursachen kann. Eventuell wird der Arzt ein Antibiotikum verschreiben. Eine leichte Blasenentzündung ohne Fieber können Sie auch erst mal versuchen, selber auszukurieren. Wenn die Symptome innerhalb von drei bis vier Tagen aber nicht deutlich besser oder ganz verschwunden sind, sollten Sie zum Arzt gehen.

Was hilft am besten bei Blasenentzündung

Flüssigkeit und Wärme sind das Wichtigste! Geben Sie Ihrem Kind reichlich zu trinken - Wasser, Tee oder stark verdünnte Säfte. Auf diese Weise werden die Bakterien ausgeschwemmt und haben es nicht so leicht, sich weiter nach oben Richtung Niere zu bewegen. Eine Wärmflasche oder eine warmes Kirschkernkissen auf dem Bauch hilft gegen die Unterleibskrämpfe. Wenn Ihr Kind Schmerzen oder Fieber hat, dürfen Sie ihm auch ein Paracetamol-Zäpfchen geben.

Wie kann man vorbeugen?

Achten Sie beim Windelwechseln unbedingt darauf, dass Sie die Stuhlreste im Scheidenbereich immer sorgfältig von vorne nach hinten entfernen. Aber auch wenn nur ein "kleines Geschäft" in der Windel ist, sollten Sie Mädchen nicht zu lange mit der nassen Hose herumlaufen lassen. Die Feuchtigkeit kühlt den Unterleib aus, die Blasenschleimhaut wird schlecht durchblutet und Keime haben es gleich viel leichter sich einzunisten. Manchmal ist das Problem Blasenentzündung dann ganz von selbst erledigt, wenn ein Kind keine Windel mehr braucht.

Sobald Ihre Tochter selbständig auf Toilette geht, sollten Sie ihr die richtige Hygiene beibringen: Nach dem Stuhlgang und nach dem Wasserlassen immer von vorne nach hinten abwischen, also von der Scheide in Richtung Darm, nie umgekehrt! Auf diese Weise kann man das Eindringen der Darmbakterien in die Harnröhrenöffnung recht wirkungsvoll verhindern. Manchmal kommt es vor, dass sich hinter dem Jungfernhäutchen ein kleiner "Urinsee" bildet, der schlecht abfließen kann und von dort aus zu Entzündungen führt. Um das zu vermeiden, sollten Mädchen nach vorne geneigt in der "Rennfahrerhocke" auf der Toilette sitzen. Einem Kleinkind können Sie ein Buch vor die Toilette legen, dann hat es automatisch die richtige Haltung.

Ganz wichtig ist auch, Unterleib und Füße immer schön warm zu halten. Gut durchblutete Schleimhäute können sich nämlich gegen Erreger viel besser wehren!

Immer wieder kehrende Harnwegsinfekte: bitte abklären lassen!

Wenn Ihr Kind trotz aller Vorsichtsmaßnahmen immer wieder Harnwegsinfekte bekommt, sollten Sie dies von einem erfahrenen Kinderarzt oder Kinderurologen abklären lassen. Es könnte eine angeborene Fehlbildung vorliegen, die zum Zurückfließen des Urins (Reflux) oder schlechten Abfließen führt. Auch wenn sehr früh im Leben ein Harnwegsinfekt auftritt - egal ob bei einem Jungen oder einem Mädchen -, muss man daran denken. Deshalb wird in der Regel auch eine Ultraschalluntersuchung gemacht, mit der man einen Teil der angeborenen Störungen erkennen kann. Vor allem bei wiederkehrenden Harnwegsinfekten sind aber eventuell noch weitere Untersuchungen zur Überprüfung der Nierenfunktion und des Harnabflusses nötig.

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