Birgit Neumann

Birgit Neumann

Dipl. Ökotrophologin

Birgit Neumann studierte Ökotrophologie mit dem Schwerpunkt Ausbildung und Beratung und schloss ihr Studium mit dem Titel Diplom Ökotrophologin (Dipl.oec.troph.) ab. Seit dem Studium ist sie als Ernährungs­beraterin und Kursleiterin tätig. Mit regelmäßigen Fortbildungen hält sie ihr Wissen zur Baby- und Kinder­ernährung auf dem aktuellen Stand.

Birgit Neumann

Kartoffelwasser auch für den Brei?

Antwort von Birgit Neumann

Frage:

Hallo,
bin durch eine Freundin verunsichert worden.Ich habe immer die Zutaten für den Brei meiner Tochter zusammen in Wasser gekocht und für den Brei dann auch dieses Wasser benutzt.Kann man das Kochwasser von Kartoffeln und allem anderen dafür benutzen?
Lieben Dank
Gruß
S.

von Sun18 am 28.02.2019, 11:03 Uhr

 

Antwort auf:

Kartoffelwasser auch für den Brei?

Hallo Sun18
ja, es ist sogar explizit erwünscht das Garwasser mitzuverwenden.
Kochwasser von Kartoffeln, das stimmt insoweit schon, darf und soll normalerweise tatsächlich verworfen werden. Denn im Kochwasser von Kartoffeln können giftige Stoffe, (Solanin u.a.) enthalten sein. Aber: das betrifft die Alltagsküche für Otto Normalverbraucher und ist als Warnhinweis zu verstehen.
Wenn du für dein Baby kochst solltest du nur 100% einwandfreie Kartoffeln verwenden, von denen du selbstverständlich auch das Garwasser verwenden kannst und solltest.
Merke:
1.Grüne Stellen bei Kartoffeln auf jeden Fall sehr sehr sehr großzügig entfernen, oder bei großflächigen Stellen ggf ganze Kartoffel verwerfen. HIer ist das Solanin enthalten, das ist giftig.
2. (grüne) Kartoffelkeime / Lichtkeime und Dunkelkeime:
Letztere sind weniger bedenklich. Sie entstehen bei der Lagerung im Dunkeln langsam, die Farbe ist weiß. Lichtkeime hingegen entstehen schon nach kurzer Zeit und sie sind farbig (violett, grünlich).
Erwachsene Personen sind viel robuster und daher stellt es für uns Großen kaum oder selten Probleme dar, einige der (licht-)gekeimten Kartoffeln, wenn kleine Keimstellen vor dem Kochen großzügig entfernt wurden, zu verzehren. Für Babys und Kinder wird davon unbedingt abgeraten.
Der Alkaloidgehalt (Solanin etc) kann bei den lichtgekeimten Knollen problematisch werden, insbesondere wenn Kartoffeln längere Zeit einer Neonbeleuchtung ausgesetzt waren. In den sog. Augen, den grünen Stellen und den Keimansätzen konzentrieren sich diese Stoffe. Aber auch wenn sich die Giftstoffe zwar im Wesentlichen um die Keimstelle herum konzentrieren, können (!) sie sich auch in der Kartoffel verbreiten.
Zum Einen schmeckt die Kartoffel in feinen Nuancen dann leicht bitter, (was bei Babys/Kindern zu Ablehnung führen kann) - oder es könnte Bauchschmerzen verursachen (Vergiftungserscheinung). Die Toleranzschwelle von Babys ist sehr niedrig.
Klar, es gibt Kartoffeln, mit klitzekleinen Minitrieben, die binnen kürzester Zeit (Lagerung warm oder nicht dunkel genug) entstanden. Diese großzügig zu entfernen, auch das muss sein, auch für Erwachsene. Für die erste Beikost aber besser wirklich nur absolut einwandfreie Produkte verwenden.
Ich hoffe, dass ich dir ein bisschen weiterhelfen konnte
Also dann
Grüße
Birgit Neumann

P.S.
Kinder sollten Kartoffeln ausschließlich geschält essen. Pellkartoffeln sind wunderbar. Schäle sie nach dem Kochen und lass dein Kind essen.
Die Kartoffelschale ist zum Verzehr generell eher nicht bzw nur weniger optimal geeignet, für Babys und Kinder eigentlich komplett tabu.
In ihr können die giftigen Alkaloide bspw Solanin und Chaconin enthalten sein. Und auch die chemische Nachbehandlung von Kartoffeln mit bspw Keim- oder Schimmelhemmungsmitteln - nach der Ernte - zu Lagerungszwecken - wird bspw als Grund genannt. Der Hinweis auf eine Nachbehandlung mit diversen Mitteln muss deklariert sein - auch bei loser Ware.
Bio-Kartoffeln dürfen hingegen nicht chemisch nachbehandelt werden,.

von Birgit Neumann am 01.03.2019

Mobile Ansicht

Impressum Team Mediadaten Nutzungsbedingungen Datenschutz Forenarchiv

© Copyright 1998-2021 by USMedia.   Alle Rechte vorbehalten.