Birgit Neumann

Birgit Neumann

Dipl. Ökotrophologin

Birgit Neumann studierte Ökotrophologie mit dem Schwerpunkt Ausbildung und Beratung und schloss ihr Studium mit dem Titel Diplom Ökotrophologin (Dipl.oec.troph.) ab. Seit dem Studium ist sie als Ernährungs­beraterin und Kursleiterin tätig. Mit regelmäßigen Fortbildungen hält sie ihr Wissen zur Baby- und Kinder­ernährung auf dem aktuellen Stand.

Birgit Neumann

Essensplan 9 Monate altes baby

Antwort von Birgit Neumann

Frage:

Sehr geehrte Frau Neumann!
Mein Sohn ist jetzt 9 Monate alt und ich mache mir bezüglich der Ernährung ein wenig Gedanken!
Das ist sein Essensplan:

7.00 Uhr: Aptamil 2 - 180ml
dann wir weitergeschlafen bis um ca 8.30-9.00
ca. 9.30: wieder Aptamil 2 -180 ml
ca.11.30: Obstbrei - oder Bircher Müsli mit Wasser
ca 13.30-14.00: Aptamil 2 - 180ml
15.30-16.00: Gemüse-Fleisch Brei
18.00: Aptamil 2 - 180ml
ca. 20.00 ab und zu einen Milchbrei sonst wieder Milch.
Natürlich knabbert er tagsüber auch noch an Brot, oder Obst und Gemüse! Er ist sehr neugierig und darf natürlich von unserem Teller kosten.

Meine Fragen wären:
1) bekommt er zu viele Milchmahlzeiten? wenn ja, welche Milchmahlzeit sollte ich auslassen/ersetzen?
2) ist es in Ordnung wenn die erste Mahlzeit ein Obstbrei ist? Oder wäre zuerst ein Gemüse-Fleischbrei besser und am nachmittag dann Obstbrei?
3) ist es zu wenig wenn er um 16.00 seinen letzten Brei bekommt und dann nur mehr das Fläschchen?

Wie schaut ein idealer Plan aus? Ich habe gelesen das viele Mütter zum Frühstück brot geben . Mein Sohn hat bis jetzt immer nur seinen Obstbrei bekommen.
Ich hoffe Sie können auf all meinen Fragen antworten und bedanke mich im voraus!
MfG

von DianaMadar am 27.07.2016, 23:04 Uhr

 

Antwort auf:

Essensplan 9 Monate altes baby

Hallo DianaMadar
im Alter deines Sohnes werden etwa 400-500 ml Säuglingsmilch am Tag empfohlen. Die tatsächlich notwendige Menge richtet sich natürlich immer nach dem individuellen Bedarf.
Der Bedarf kann auch phasenweise und tageweise schwanken, so dass ein Baby an einem Tag oder mehreren Tagen hintereinander etwas mehr trinken möchte und an einem anderen Tag oder mehreren Tagen weniger.
Bspw ist der Bedarf in Wachstumszeiten häufig höher. Was mir an deinem Plan allerdings auffällt ist, dass die Milchmenge deutlich über den üblichen Empfehlungen liegt, wobei die Breimahlzeiten deutlich kleiner ausfallen als üblicherweise empfohlen.
Mit Beginn des 10. Lm jetzt kannst du die (Bei-)Kost sehr viel entspannter gestalten und dein Baby nun langsam auf gewöhnliche Mahlzeiten umstellen. Das bedeutet, dass ihr morgens ein Frühstück mit Brot zusammen essen könnt und ebenso zusammen ein Mittagessen einnehmen könntet. Nachmittags ein Snack und abends wieder Brot und Milch, ggf Milchbrei. Dazu: immer stückige Kost zum selbständigen Essen und Familienkost zum Probieren. das klappt, wie du schreibst auch schon sehr gut und dein Kleiner ist sehr interessiert daran.

Startet morgens mit einem Brotfrühstück plus Milchfläschchen.
Vormittags gibt es etwas Obst bis zum Mittagessen. Nachmittags noch mal Obst o.ä. und abends wieder Brot mit Milchfläschchen oder einen Milchbrei.
Zwei (bis drei) Portionen Trinkmilch am Tag gelten als ausreichend.
Oder hast du den Eindruck, dass dein Kleiner sonst nicht gut satt wird?
Vielleicht hat dein Kleiner auch gerade noch einen vorerst letzten Wachstumsschub und der Hunger/Appetit lässt bald stark nach. Denn ab etwa dem 10. Lm nehmen Babys über einen nun längeren Zeitraum nicht mehr so schnell an Geicht und Größe zu, weshalb der Hunger weniger wird.

Versuche es ab sofort morgens nun mit gebutterten Brotstückchen. Serviere es ohne Rinde, dünn mit Butter bestrichen, in mundgerechten Häppchen. Idealerweise isst sie dein Sohn selbst und übt sich dabei in der Feinmotorik. Er sollte stückige Nahrung möglichst immer selbständig essen, denn so kann er die Nahrung mit allen Sinnen und in seinem Tempo kennen und akzeptieren lernen.
Den Übergang von der Babykost zur Familienkost kannst du ganz gemächlich gestalten. Bekannte Speisen geben deinem Kind die nötige Sicherheit beim Essen. Die Neugier eures Kindes veranlasst zum Probieren neuer Speisen. Serviere den gewohnten Brei und gib dazu Neues!
Familienkost ist Erlebnis! Lass dein Kind ruhig auch mal "nur" an etwas riechen, lass ihn kosten, matschen, picken, , kauen, lecken, abbeissen, bei dir mitessen, u.v.m. Dabei sind ganz elementar: ein eigener Teller/schüssel und ggf auch schon geeignetes Besteck. Eine gute Überleitung von Babybrei zum normalen Essen kannst du erreichen, indem du solche Sachen kochst, die dir schmecken und einigermaßen kleinkindgerecht sind. Mittels des sog. "soziales Lernens", dem Nachahmungsinstinkt wird euer Kind einfach mitessen. Je mehr euer Kind bei euch Großen sieht, was und wie ihr esst, desto mehr möchte sie dem nacheifern.
Versuche es auch mit Nudeln, Brot oder Zwieback, Hirsekringeln, Kartoffelstückchen, Gemüsestückchen, Fleisch u.v.m
Mit 10 Lm sind viele Babys bereit, ihren Brei gegen etwas "Richtiges" zu tauschen.
Mit einer reduzierte Milchmenge wird dein Kind hungriger und neugieriger bei Tisch sitzen und essen wollen. Brei am Nachmittag muss auch nicht mehr sein. Gib deinem Kleinen Zwieback zum Knabbern und weiche Obststückchen, was jetzt im Sommer ganz einfach ist.
Ob Melone oder Pfirsich ohne Haut, all das ist lecker und aromatisch und kann mit den Kauleisten zerdrückt und gefahrenfrei geschluckt werden.

Eine grobe Orientierung für die künftigen Mahlzeiten ist folgende:
morgens: Brot und Milch
oder Kindermüsli
oder nur Milch

neu ist jetzt, dass der Start in den Tag mit einer Beilage zur Milch begonnen werden kann/sollte. Ideal ist dazu ein kohlenhydrathaltiger Zusatz in Form von Getreide im Brot oder Getreide als Müsli.
Es geht auch darum, dass du dein Kind langsam an eine 1. Mahlzeit am Tag, an ein Frühstück, am Tisch sitzend, gewöhnst. Morgens ist Bereitschaft zum Kauen noch hoch. Kauen ist wichtig für die Ausbildung einer kräftigen Kaumuskulatur.

ZMZ: Brot oder Milch/Joghurt oder Obst
je nach dem wie lange die Zeitspanne bis zum Mittagessen ist, kann eine Zwischenmahlzeit sinnvoll sein. Hier gibt es entweder etwas Obst oder je nach dem evtl auch noch einmal etwas Brot. Die Mahlzeit sollte milchfrei sein.


Mittag: Mittagessen entweder sehr basic in Anlehnung an die üblichen Breie oder bereits bekannte einfache Gerichte wie Nudeln mit Sosse, Pizza etc und/oder Familienkost

neu ist jetzt, dass Familienkost, stückige Nahrung und das selbständige Essen, das Erlebnis ganz besonders im Vordergrund der Mahlzeit stehen.

ZMZ: Obst oder Getreidestängelchen o.ä., ggf Kuchen, Muffins, Waffeln etc
nachmittags ist ein Energienachschub durch Kohlenhydrate (Obst und/oder Getreide) erwünscht und auch diese Mahlzeit sollte milchfrei sein.

Abends: Brot und Milch oder Milchbrei (Grießbrei, Haferbrei/müsli), Nudeln und Milch etc
die Kombination aus Getreide mit Milch fördert den guten Nachtschlaf.

Grüße
B.Neumann

von Birgit Neumann am 30.07.2016

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