Prof. Dr. med. Gerhard Jorch

Geburt bei 3-fachem Beckenbruch???

Antwort von Prof. Dr. med. Gerhard Jorch

Frage:

Sehr geehrter Herr Prof. Dr. med. Gerhard Jorch,

ich bin mir so unsicher was ich glauben soll, ich hatte letztes Jahr im August eine 3-fach Beckenosteotomie (Becken ist noch verschraubt, ME ist 2 Monate nach der Geburt).
Vor 4 Jahren ist bei mir eine starke Hüftdysplasie mit Coxa-antetorta festgestellt worden, daraufhin folgten 16 Operationen im Berreich li und re Hüfte, li Knie, li OSG und li Becken.

Seit 1 Monat habe ich jetzt schon Schmerzen in der Becken- und Hüftgegend und Nervenprobleme, das kommt denke ich durch die Gewichtszunahme. Habe jetzt 2 Meinungen von meinem FA und einem anderen Arzt eingeholt. Beide sind sich bei einem Kaiserschnitt absolut einig, doch mein FA möchte das Kind auf biegen und brechen bis zum Schluß im Mutterleib lassen, die Schmerzen muß ich aushalten sagt er.
Der andere FA meint das es eine zu große Belastung für mich ist bis zum Schluß das Kind zu tragen, er rät mir zu einem Kaiserschnitt in der 36 Woche bis dahin meint er muß ich es auch aushalten.

4 Wochen früher ist das ein Problem für die Gesundheit des Babys?

Ich hoffe Sie können mir weiterhelfen

Gruß Cindy

von dindin am 11.04.2002, 10:50 Uhr

 

Antwort auf:

Geburt bei 3-fachem Beckenbruch???

Die meisten Neugeborenen der 36. SSW machen keine Probleme, aber einige eben doch. Die vorzeitige Entbindung per Kaiserschnitt kann somit aus neonatologischer Sicht nur dann empfohlen werden, wenn Ihnen nicht anders geholfen werden kann. Wie Ihnen geholfen werden kann (Schmerzbekämpfung etc.) kann ich als Kinderarzt nicht gut beurteilen. Deshalb gebe ich diese Frage weiter an meinen Kollegen, Herrn prof. Nieder von der Uni-Frauenklinik Magdeburg.

von Prof. Dr. med. Gerhard Jorch am 13.04.2002

Antwort auf:

Geburt bei 3-fachem Beckenbruch???

Erst jetzt kann ich dem Wunsch von Prof. Jorch nachkommen und zusätzlich auf Ihre Frage antworten. Auch aus meiner Sicht wäre es ideal, wenn die Schwangerschaft erst beendet wird, wenn das Kind reif ist (vollendete 37. Schwangerschaftswoche). Aber manchmal muß man abwägen, wem man die größere Belastung zumuten kann: der Mutter, die die Belastungen der Schwangerschaft eben länger ertragen muß (in Ihrem Fall also die Schmerzen) oder dem Kind, das bei einer Frühgeburt mit seiner Unreife fertig werden muß. Die 36. Woche ist ein guter Kompromiss, wenn es gar nicht mehr gehen sollte. Ansonsten gibt es wirksame schmerz- lindernde Methoden, die auch in der Schwangerschaft angewendet werden können. In Ihrem Fall kann es hilfreich sein, wenn sich der Geburtshelfer, der Orthopäde, vielleicht ein Anästhesist (= zumeist auch ein Schmerztherapeut) und ein Kinderarzt zusammen setzen und mit Ihnen beraten, was für Sie und Ihr Kind das Beste ist.

von Prof. Nieder, Uni-Frauenklinik Magde am 15.04.2002

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