Prof. Dr. med. Gerhard Jorch

Behinderung noch einmal

Antwort von Prof. Dr. med. Gerhard Jorch

Frage:

Also ich kann mir vorstellen, dass ich Sie nerve, aber ich denke ich bin nicht die Einzige!?
Das mit den Krampfanfällen habe ich irgendwie nicht recht verstanden.
Meine Tochter "litt" auf der Frühchenstation unter Krampfanfälle. Jetzt ist das EEG seit Absetzen des Koffeins unauffällig. Seit Entlassung wurde auch "nur" eine erhöhte Krampfbereitschaft bei ihr festgestellt. Ich habe sie noch nie krampfen sehen!!!!
Sie bekommt noch Phenobarbital 7,5mg-0-5,0mg, das bei Ihrem Gewicht deutlich unterdosiert ist. ( 5000g )
Sie schrieben, dass jene Krampfanfälle eigentlich nur in Verbindung mit schwerer Behinderung auftreten. Irgendwie bin ich da jetzt etwas verunsichert.Können Sie mir das bitte etwas verdeutlichen?
Man sagte mir in der Klinik, dass Krampfanfälle bei Frühchen durch die sehr frühe Wahrnehmung der Eindrücke ausserhalb des Mutterleibes zu solchen Reaktionen kommen kann. Sie reagieren darauf mit erhöhter Krampfbereitschaft, weil sie eigentlich noch nicht darauf vorbereitet sind.
Sie sehen doch eine etwas ratlose Mutter, die bis dato nicht über die Gefährlichkeit solcher Anfälle richtig aufgeklärt ist oder wurde.
Und noch eine Frage:
Meine Tochter hat seit vergangenen Freitag Durchfall. Etwas breiig und ab und zu schleimig. 4-5 Mal am Tag. Anfangs war der Stuhl so scharf, dass sie gleich wund wurde.
Ich gab ihr, da es über's Wochenende war Heilnahrung, wo es schon deutlich besser wurde.Unser KIA verschrieb ihr am Dienstag PREROCUR und normale Ernährung.
Gestern mußten wir wieder zum Arzt und es zeigte sich keine Besserung. Nun sollen wir doch wieder Heilnahrung, PREROCUR und MUTAFLOR geben. Aber ich finde das der Stuhl nicht fester sondern dünner wird. Ich finde auch das der Arzt ja mal eine Stuhlprobe nehmen müßte oder ist das nicht nötig?
Kann das mit dem dünneren Stuhl jetzt eine Reaktion auf das MUTAFLOR sein und wann müßte sich der Stuhl unter dieser Medikation spätestens gebessert haben? Mache mir Sorgen, das Ernsteres dahinter steckt. Sie macht aber sonst keinen kranken Eindruck!
Vielen Dank für Ihre Beantwortung und ein schönes Wochenende

von Andrea&Alina am 08.10.2005, 08:54 Uhr

 

Antwort auf:

Behinderung noch einmal

Krampfanfälle: Meine Bemerkungen im letzten Text bezogen sich auf Epilepsie als eine der 5 Langzeitfolgen. Ihr Kind hat Krampfanfälle in den ersten Wochen nach der Geburt gehabt. Ob daraus eine Epilepsie wird, ist derzeit fraglich. Wenn es so ist, spricht das in der Tat für eine Hirnschädigung. Mit Sinneseindrücken nach der Geburt haben Krampfanfälle nichts zu tun. Es mag sein, dass sie auf Licht oder Lärm mit Zuckungen reagieren. Das sind dann aber keine Krampfanfälle.
Stuhl: Aus der Ferne ist es schwierig für mich einen Rat zu geben. Sollte der dünne Stuhl durch eine Darminfektion verursacht worden sein, ist nach meiner Erfahrung die Weitergabe der üblichen Nahrung ohne spezielle Nahrungen und Zusätze das Beste.

von Prof. Dr. med. Gerhard Jorch am 10.10.2005

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