Dr. med. Ludger Nohr

Kind und füttern

Antwort von Dr. med. Ludger Nohr

   

Antwort:

Kind und füttern

Hallo,
Sie beschreiben ja anschaulich, wie Sie da durch Schuldgefühle in eine Essenssituation hineingerutscht sind, die sicher nicht förderlich ist. Allerdings lässt sich diese Erfahrung, die Ihr Sohn in den fast drei Jahren gemacht hat, nicht so einfach abstellen.
Ziel ist es, dass Ihr Sohn Essen wieder als etwas Wertvolles, Lustvolles und dann auch Befriedigendes erleben lernt. Jetzt isst er, weil Sie es wollen und er kann sicher sein, dass Sie ihm überall was geben, wenn er denn nur essen will. Damit hat er was Wichtiges verloren und das ist wichtig, nicht ob sich "richtig" verhält.
Dies zu erreichen ist gar nicht so einfach, denn es erfordert eine geduldige und liebevolle Haltung, obwohl Ihr Sohn sich sträuben wird (er weiß ja noch nicht, was er da verpasst). Wenn Sie ihm freundlich mitteilen, dass Sie ihn jetzt nicht mehr füttern, weil er ja ein großer Junge ist und er aufhören kann, wenn er genug hat, dann kann das einige Male schief gehen und im Geschrei enden. Aber wenn Sie da Ihre positive Zuwendung nicht verlassen kann er lernen, für sich zu essen und es auch immer mal wieder auch geniessen zu können. Ich finde das ein lohnenswertes Ziel. Entscheidend ist also nicht so sehr "Fehlverhalten" zu verhindern, sondern etwas zu gewinnen, was das Leben bereichern kann.
Dr.Ludger Nohr

von Dr. med. Ludger Nohr am 03.04.2020

 
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