Dr. med. Ludger Nohr

Betreuung

Antwort von Dr. med. Ludger Nohr

   

 

Betreuung

Sehr geehrter Herr Dr. Nohr,

unser Sohn ist 13 Monate alt. Bisher wurde er immer nur durch uns als Eltern betreut und war noch nie alleine bei anderen Familienmitgliedern/Freunden.
Er ist sehr stark auf mich fixiert und ist es auch nicht gewöhnt, öfters durch seinen Papa alleine betreut zu werden, ohne dass ich in Rufnähe wäre.
Inzwischen klappt es aber ganz gut, dass mein Mann ihn mal 1-2 Stunden alleine betreut (mit ihm am Stück spielt etc), ich aber in Rufnähe bin, er mich also in irgendeiner Form als Anwesend erlebt. Lediglich einmal war ich bisher am Abend für ein paar Stunden abwesend, wo mein Mann ihn wirklich alleine betreut hat.
Er wird noch zum Einschlafen Mittags und abends gestillt und akzeptiert von daher nur, dass er von mir ins Bett gebracht wird.
Nun steht mir eine zweitägige Fortbildung bevor, die ich auch in der Elternzeit besuchen muss. Der erste Fortbildungstag geht über einen Zeitraum von 7 Stunden, der zweite nur noch von 3 Stunden. Abends bin ich jeweils zu Hause.
Mein Mann würde sich in der Zeit um unseren Sohn kümmern, allerdings waren die beiden noch nie so lange alleine.
Ich mache mir nun große Sorgen, dass unser Sohn durch meine Abwesenheit Schaden nehmen, bzw. unsere Bindung gestört werden könnte. Ich werde den Gedanken nicht los, dass er denkt, ich hätte ihn verlassen und würde nicht wiederkehren.
Wie schätzen Sie die Situation ein?

Vielen Dank!

von lena168 am 27.09.2018, 02:19 Uhr

 

Antwort:

Betreuung

Hallo,
ich kann Ihre Sorgen gut verstehen. Ihr Kind ist in einem Alter, in dem Anfänge von "Objektkonstanz" entstehen. Das heißt, dass nicht alles nicht mehr existent ist, was nicht sinnlich wahrgenommen werden kann. Das würde bedeuten, dass das Kind nicht grundsätzlich davon ausgeht, dass Sie nicht mehr verfügbar sind, obwohl Sie abwesend sind. Es wird schon ein "Stirnrunzeln" u.ä. geben, vielleicht auch weinen oder suchen, aber das passiert im Kontakt mit einer auch vertrauten Person. Diese sollte sich das zutrauen, auch schwierigere Situationen zu überstehen, ohne sich gleich als nicht so kompetent anzusehen. Soweit die Theorie. Es kann also sowohl gut klappen, als auch sehr schwierig sein. Da der Zeitraum nicht so groß ist, ist auch nicht von einer großen "Enttäuschung" über Sie auszugehen. Aber es ist eine neue Erfahrung.
Alles Gute, vor allem für den Vater
Dr.Ludger Nohr

von Dr. med. Ludger Nohr am 28.09.2018

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