Sehr unruhiger Nacht-Schlaf

Dr. med. Daniela Dotzauer Frage an Dr. med. Daniela Dotzauer Ärztin, Integrative Eltern-Säuglings-/Kleinkind­beraterin

Frage: Sehr unruhiger Nacht-Schlaf

Liebe Fr Dr. Dotzauer, mein Sohn, 15 Mo, schläft seit Monaten schlecht. Er wird noch gestillt und wacht nachts 3-15x auf. Ich habe bereits einige Beiträge&Ihre Antworten hier im Forum gelesen und kann mir gut vorstellen, dass auch unser Sohn nur begrenzt in der Lage ist, selbstständig einzuschlafen/sich selbst zu beruhigen. Stillen hilft meist. Er ist aber auch fähig, am Daumen nuckelnd oder in der Trage schunkelnd einzuschlafen. Außerdem schafft er es mittags bis zu 3 Stunden ohne Unterbrechung zu schlafen, dh er kann seine Schlafphasen sehrwohl alleine verknüpfen. Seit ca 3 Monaten schläft er nachts aber zusehends schlechter. Damit meine ich, dass er nicht nur wach wird (das stört mich ja nicht, sofern er sich bald wieder beruhigen lässt), sondern auch wach bleibt und immer wieder aufweint, sich aufrichtet, herumwälzt (ich weiß gar nicht, ob er dabei überhaupt richtig wach ist), sich zwischendurch sehrwohl durch Zureden beruhigen lässt, aber richtig gut weiterschlafen kann er erst, nachdem er gestillt wurde oder nachdem er nach 1 Stunde in diesem halbwachen Unruhezustand vor Müdigkeit weiter schläft (wenn zB mein Mann eine Schicht übernimmt). Es wirkt so, als würde er diese Unruhe selbst nicht wollen (also er ist nicht aufgelegt um zu spielen, nein, er möchte schlafen, findet aber nicht in den Schlaf zurück). Deshalb nun meine Frage an Sie: sollen wir nach organischen Ursachen forschen oder finden Sie dieses Verhalten dennoch "normal" (aufgrund der "schlechten" Einschlafgewohnheiten)? Danke und mfG, Ella

von Ella2020 am 21.09.2022, 06:53



Antwort auf:

Sehr unruhiger Nacht-Schlaf

Liebe Ella, nach organischen Urschen zu forschen macht Sinn wenn auch tagsüber Symptome vorliegen. Außerdem hatte er ja wahrscheinlich die U6 mit einem Jahr und Ihre Kinderärztin kennt Ihren Sohn. Deshalb müssten Sie das mit Ihrer Kinderärztin besprechen.  Ansonsten kann ich Ihnen sagen, dass das geschilderte Verhalten nicht ungewöhnlich ist. Ich habe häufig Kinder in diesem Alter, welche einfach noch nicht gelernt haben selbstständig die Schlafphasen nachts zu verbinden.  Er könnte es, da er ja seinen Daumen auch nutzt, bevorzugt aber das Trinken an der Brust um wiedereinzuschlafen. Dass auch mal längere nächtliche Wachphasen dazu kommen ist auch normal, es braucht dann einfach seine Zeit und mit der nächsten Schlafphase schläft er wieder weiter. Schlafberatung ist ziemlich komplex in diesem Alter: Er könnte aber lernen, dass er nicht mehr so oft gestillt wird, zB nur noch 2-3x/Nacht. Denn wenn er 15x an die Brust will heißt das, dass er ihre Brust als Beruhigungsschnuller nutzt. Über die Brustnutzung entscheiden Sie. Er könnte auch lernen seinen Daumen zu nutzen und ich würde Ihnen empfehlen ihm darüber hinaus ein Kuscheltier vertraut zu machen. Das wird dauern, denn nichts ist so schön wie die interaktive Mamahilfe mit süßer Milch. Oft sind die Väter dabei auch hilfreich. Wichtig wäre es allerdings, dass Sie sich sicher sind, dass Sie etwas verändern wollen. Denn nur bei entsprechender Sicherheit und der richtigen Haltung spürt das Ihr Kind und dann geht es oft überraschend leicht. Alles Gute für Sie HG DD  

von Dr. Dotzauer am 21.09.2022