Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Zurück zum Stillen?

Frage: Zurück zum Stillen?

Mulan2289

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Hallo ihr Lieben, obwohl es mein zweites Kind ist bin ich diesmal total verunsichert. Nachdem Kind 1 von Beginn an sehr, sehr schlecht isst ( 3,5 Jahre und Abends mir ein halbes Toast ), habe ich gehofft, dass mein Sohn jetzt ein guter Esser wird. Er kam mit 54 cm und 3770 Gramm zur Welt und hat sehr schnell zugelegt. Manchmal sogar 400 Gramm in einer Woche. Er ist jetzt 6 Monate und wiegt ca 8700 Gramm, das allerdings schon ein paar Wochen. Ich habe voll gestillt und mit 4 Monaten mit den Brei begonnen, weil der Kleine wirklich jedes Lebensmittel beobachtet hat was in meinen Mund ging und das sehr intensiv. Er nahm den Brei nicht gut an sodass ich 2 Wochen ausgesetzt habe... Seit dem schleppen wir uns so dahin... er isst vllt 130 Gramm zum Mittag und das nur mit bitten ind betteln... abends isst er wenn dann nur Grießbrei mit Vanille, welches ich aber nicht geben will, weil dort soviel Zucler enthalten ist... Nun frage ich mich ob ich den Brei einfach weglassen soll und ihn wieder voll stillen soll? Es bringt ja nichts ihn das Essen einzuflößen. Da haben wir beide nichts von! Und Stückchen aus der Hand knabbern traue ich mir nicht da er sich paar mal arg verschluckt hat &532; Unser Futterplan sieht wie folgt aus: 8 Uhr stille ich 11:15 Uhr ca bekommt er knapp 130 Gramm Brei (eher weniger) 12:15 Uhr stille ich (da ich Angst habe, dass er nicht satt wird und er trinkt ordentlich) 15:15 Uhr bekommt er ca 200 ml Beba pre (ich würde gerne etwas abstillen) 18 Uhr bekommt er 50-150 Gramm Brei (je nach Art) 19:30 Uhr stille ich ihn Nachts kommt er ca 2-3 mal trinkt aber wenig und will nur Nuckeln... Ich entschuldige mich für den Roman, aber ich bin halt so verunsichert... Ich freue mich über Antworten


Biggi Welter

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Liebe Mulan2289, so schwer es auch fällt, versuche die Geduld zu bewahren und mach weiterhin keinen Kampf ums Essen. Wenn es erst einmal so ist, dass das Essen Machtkampf bedeutet, dann sind wir Eltern sehr schnell die Verlierer und viele Essstörungen haben ihre Ursache in einem krampfhaften Machtkampf ums Essen im Baby und Kleinkindalter. Lass dich leiten von deinem Kleinen, er WEISS genau, was er braucht. Wenn er nichts oder nur wenig essen mag, dann lass ihn. Sonst erzeugst du nur einen Stress, der keinem von Euch gut tut. Der beste Weg, ein Kind zu einem "schwierigen Esser" zu machen besteht darin, es zum Essen zu zwingen! Ein Kind darf essen, aber es muss nicht essen und eine sehr bewährte Methode lautet "Die Mutter bietet an, was es gibt, das Kind entscheidet wie viel oder wenige es davon isst". Sei getrost, dass er solange du weiter stillst bekommt, was er braucht. Vielleicht ist auch für dich das Buch "Mein Kind will nicht essen" von dem spanischen Kinderarzt Dr. Carlos Gonzales eine interessante (und beruhigende) Lektüre. Das Buch ist im Buchhandel (ISBN 3 932022 12 2) bei der La Leche Liga oder auch im Stillshop hier auf der Seite erhältlich. Dr. Gonzales hat eine Aufstellung gemacht, wie viel Muttermilch (MM) ein Baby im Alter zwischen neun und zwölf Monaten benötigt, um den empfohlenen Bedarf an verschiedenen Nährstoffen zu decken: Energie: 830 kcal = 1185 ml MM Eiweiß: 9,6 g = 910 ml MM Vitamin A: 350 µg = 700 ml MM Vitamin B: 0,4 µg = 412 ml MM Vitamin C: 25 mg = 625 ml MM Diese Angaben zeigen, dass Muttermilch den Bedarf des Kindes an vielen Nährstoffen lange zu decken vermag und nicht unbedingt Eile geboten ist, das Kind zum Essen zu zwingen. Ich zitiere dir noch aus einem Artikel, den Denise Both IBCLC geschrieben hat: "Das am heißesten gehandelte Thema, wenn es um Mangelerscheinungen bei gestillten Kindern ist das Eisen. Stillende Frauen dürfen sich immer wieder anhören, dass Muttermilch ja nur wenig Eisen enthält und dass die Eisenspeicher des Kindes nur bis etwa sechs Monate ausreichen und dann sei es unabdingbar Beikost einzuführen, um einen Eisenmangel abzuwenden. Es stimmt, dass Muttermilch im Verhältnis zu Kuhmilch oder künstlicher Säuglingsnahrung nur wenig Eisen enthält, dem gegenüber steht jedoch die bessere Bioverfügbarkeit des Muttermilcheisens für das Kind. Dennoch kann es zu einem Eisenmangel bei gestillten Kindern kommen. Besonders gefährdet dafür sind Frühgeborene, Kinder deren Mütter in der Schwangerschaft einen Eisenmangel hatten und Kinder, deutlich länger als sechs Monate jegliche feste Nahrung ablehnen. Man muss zwischen Eisenmangel und einer Eisenmangelanämie unterscheiden. Eisenmangel lässt sich nicht unbedingt an einem niedrigen Hämoglobinwert (Hb) erkennen. Es reicht also nicht, beim Kind regelmäßig den Hb zu bestimmen, um einen Eisenmangel auszuschließen, sondern es muss zusätzlich auch noch der Serum Ferritin Wert bestimmt werden. Ein Eisenmangel im Kindesalter kann wirklich schwer wiegende und vor allem nicht immer wieder behebbare Folgen für die geistige und körperliche Entwicklung haben und sollte deshalb nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Dazu kommt, dass sich ein unguter Kreislauf entwickeln kann, wenn das Kind erst mal in eine Mangelsituation geraten ist: Der Eisenmangel macht das Kind appetitlos, das Kind mag erst recht keine Beikost essen, der Eisenmangel verschärft sich. Deshalb ist es sinnvoll, dass bei einem Kind, das lange jegliche Beikost verweigert, Hämoglobin und Ferritin bestimmt werden, um rechtzeitig eingreifen zu können, falls sich ein Mangel bestätigt. Der Pieks für die Blutuntersuchung ist weniger traumatisch für das Kind, als ein unentdeckter Eisenmangel. Eine vegetarische Ernährung ist übrigens nicht gleichzusetzen mit einer zu geringen Eisenzufuhr. Vegetarisch lebende Familien sollten jedoch unbedingt auf eine bewusste Zusammenstellung ihrer Ernährung achten, denn das Eisen aus pflanzlichen Nahrungsmitteln wird nur zu 3 bis 8 Prozent verwertet, also deutlich weniger als das hämgebundene Eisen aus Fleisch, dessen Verwertbarkeit bei etwa 23 % liegt." Es gibt Babys, die es geradezu hassen und hysterisch reagieren, wenn man ihnen etwas in den Mund stecken will. Diese Kinder essen aber recht gut, wenn sie selber essen dürfen. Das Geschmiere, das es dabei gibt, ist weniger schlimm, als das Theater mit einem Kind, das sich mit allen Kräften wehrt und außerdem lernen die Kinder recht schnell gut zu essen. Es gibt eine ganze Menge, was als fingergerechte Nahrung angeboten werden kann. Banane zum Beispiel kann ein Kind gut in die Hand nehmen, sie ist weich und es kann sie alleine essen. Auch ein Stück von einer gekochten Kartoffel geht gut. Gekochte Erbsen können einzeln aufgepickt werden (ist gleichzeitig eine gute Übung für die Feinmotorik), alle Gemüse und Obstarten, die einigermaßen weich sind und dann in kleine Stücke geschnitten werden, können gegeben werden. Probiere es einfach weiterhin immer wieder aus und gib deinem Kind noch etwas Zeit. LLLiebe Grüße Biggi


zweizwerge

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Hallo, ich glaube, die Sache ist die, dass Du von sehr hohen "normalen" Essmengen ausgehst. Kinder müssen/sollen auch mit einem Jahr nicht das ganze Gläschen aufessen. Es gibt nur ein paar Kinder, die das irgendwann tun, daher ist da soviel drin. Meine Zwillinge haben sich auch mit 1 Jahr meist ein Gläschen geteilt. Mit 6 Monaten fangen viele Kinder das erste Mal mit Brei an und essen ein paar Löffelchen. Macht es doch einfach ganz entspannt so, dass er soviel Brei ist, wie er mag (ohne Betteln:-) und danach gestillt wird. LG


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