Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Wie stille ich stressfrei ab?

Frage: Wie stille ich stressfrei ab?

Denise Wallburg

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Hallo meine Tochter ist vor 1 Woche 1 Jahr alt geworden. Wir sind auch schon voll zur Familienkost übergegangen und sie isst sehr gut. Sie schläft einmal tagsüber und wacht nachts zw. 2 und 3 mal auf. Bisher habe ich ihr immer die Brust gegeben und sie schlief immer sehr gut ein. Nun stellt sich mir die Frage wie ich abstillen kann. Habe zum einschlafen schon mehrfach versucht ihr eine Flasche anzubieten aber sie weint drückt sich an mich und schlägt sogar auf die Flasche. Es ist jedesmal sehr schlimm für sie und mich, so dass ich wieder aufgebe und weiterhin ( zum Schlafen und nachts ) stille. Haben sie einen Rat für mich wenn Kinder das Fläschchen nicht akzeptieren? Sie nimmt zum schlafen und nachts auch keinen Schnuller.


Biggi Welter

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Liebe Denise Wallburg, seit Jahrtausenden und in unzähligen Kulturen ist es so, dass Mütter ihre Babys in den Schlaf stillen. Das Saugen wirkt beruhigend und nicht umsonst wurden im Laufe der Zeit die verschiedensten Brustattrappen (z.B. Schnuller s.o.) erfunden. Von der Natur ist es nicht vorgesehen, dass ein Baby oder Kleinkind allein ist und alleine einschläft. Nur passt dieses „natürliche" Verhalten des Babys nicht in unsere derzeitige Zeitströmung und damit haben wir ein (von uns selbst produziertes) Problem: Babys wissen nicht, was zur Zeit „Mode" ist und benehmen sich so, wie sie es seit Anbeginn der Menschheit getan haben. Es hat seinen Grund, warum stillende Mütter die besten Einschlafhilfen SIND. Beim Saugen an der Brust findet ein Baby das, was es braucht: Trost, Nahrung, Sicherheit. Es liegt vermutlich an einer gewissen neurologischen Unreife, wenn einige Babys das mehr brauchen als andere, und es "verwächst" sich wirklich von alleine!! Ein Baby muss eine gewisse Reife erreichen, um längere Zeit schlafen zu können. Wann dieser Zeitpunkt erreicht wird, ist von Kind zu Kind unterschiedlich. Eine Flasche mit künstlicher Säuglingsnahrung (oder ein Abendbrei) verbessern das Schlafverhalten nicht (das wurde in Studien nachgewiesen). Es gibt nicht wenige Kinder, die dann sogar noch weniger schlafen. Auch wenn das Kind am Tag viel isst, schläft es nicht besser, denn es wacht ja nicht nur wegen dem Hunger auf, sondern sucht Nähe und Geborgenheit! Abgesehen von den umstrittenen Schlaftrainingsprogrammen, die von Stillexperten nahezu einhellig abgelehnt werden, bleibt dir in dieser Zeit nicht viel, als geduldig zu bleiben und sich die Tage und Nächte so einfach wie möglich zu gestalten. Dein Baby braucht also vor allem eines: Zeit zum Reifen. Vielleicht "schenkst" Du ihm einfach noch ein bisschen von dieser Zeit, in der du ihm gestattest, so zu sein, wie es ist. Sehr empfehlenswert ist von Sibylle Lüpold das Buch: "Ich will bei euch schlafen - Ruhige Nächte für Eltern und Kinder." Von ihr ist auch die Broschüre "Kinder brauchen uns auch nachts", in der 20 namhafte Experten wie Dr. William Sears, Prof. Dr. Gerald Hüther und Prof. Dr. Remo Largo gute Argumente liefern , weshalb von der Anwendung eines Schlaftrainings, wie zum Beispiel der Ferber-Methode, abzuraten ist. http://www.fuerkinder.org/files/broschre_kinder_brauchen_uns_auch_nachts_de.pdf Probiere es einfach aus, wie IHR am besten klar kommt, denn DU kennst DEIN Baby am besten und wirst spüren und wissen, wie lange es ohne Milch aushält. Stehe deinem Baby bei und gib ihm Halt und Sicherheit und die Zeit, die es braucht sich an die Umstellung zu gewöhnen. Und wenn Du merkst, dass dein Kind das Stillen noch braucht, dann warte einfach noch ein paar Wochen ab. LLLiebe Grüße Biggi


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