Frage im Expertenforum Stillberatung an Kristina Wrede:

Wie kann ich abstillen?

Frage: Wie kann ich abstillen?

Karo11111

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Meine Tochter ist jetzt bald 8 Monate alt. Wir haben mit knapp 5 Monaten die Beikost eingeführt und es hat am Anfang auch gut funktioniert... leider wurde es dann immer schlechter. Mittlerweile isst sie nur ab und zu vom Abendbrei. Mittags und nachmittags ist sie so gut wie nichts.. dabei spielt keine Rolle, ob gekauft oder selbst zubereitet. Pulvermilch mag sie auch nicht, am liebsten nimmt sie die Brust. Nur an der schläft sie ein und am liebsten nuckelt sie im Schlaf weiter... Schnuller nimmt sie nicht, da ich ihn ihr am Anfang wegen der saugverwirrung nicht geben solle sie möchte auch nicht im eigenen Bettchen schlafen, denn da liegt die Mama ja nicht mit drin! Ich hatte eine schwierige Geburt und lange mit den Folgen zu kämpfen. Deshalb wollte ich eigentlich gar nicht stillen. Leider war meine Hebamme da etwas einflussnehmend und hat mich immer wieder gebeten weiter zu stillen, statt mich beim Abstillen zu unterstützen. Nun sind acht Monate rum, und ich stille immer noch - gefühlt voll - auch nachts noch 3-4 Mal. Ich bin es wirklich leid und würde gerne abstillen. Natürlich möchte ich es am liebsten sanft für die kleine Maus machen, aber ich weiß nicht, ob es möglich sein wird!? Auch bin ich da auf mich allein gestellt und kann sie nicht 3 Tage dem Papa geben. Hilfe!!!!


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Liebe Karo11111, ich kann deinen Unmut gut verstehen, vor allem, wenn du nie aus eigener Überzeugung gestillt hast. Was kann ich sagen, was dir hilft?? Dein Baby verhält sich total normal, sie hat ja keine Ahnung, wie leid du es bist, und tut, was viele in ihrem Alter tun: Die Beikost beiseite lassen und statt dessen das Beste nehmen, was es gibt: Mamas Brust. Auch dass sie nachts noch mehrmals kommt ist normal... Mit 8 Monaten ist sie einfach noch nicht so weit, wie du sie bräuchtest. Du hast im Grunde nur 2 Möglichkeiten: Entweder hältst du noch durch, weil deine Maus einfach noch nicht soweit ist (rein biologisch gesehen), dass sie von Beikost leben kann und daher ohne dich wirklich noch nicht kann, und es auch ein überschaubarer Zeitraum ist, bis sie "normales" Essen braucht und dann auch will. Oder es MUSS einfach auch ohne Stillen gehen. Konkret würde das bedeuten, dass du probierst, ob du ihr die Ersatz- oder Vollmilch (nach Rücksprache mit eurem Kinderarzt) auf andere Weise als in der Flasche schmackhaft machen kannst, z.B. durch sehr flüssigen Brei, den sie aus einem Trinklernbecher bekommt, oder einem normalen Trinkgefäß. Vielleicht mag sie keinen Brei, sondern lieber Fingerfood ("Baby led weaning" ist ein gutes Stichwort). Gibt es irgend jemanden, der dir zur Seite stehen kann, eine liebe Freundin vielleicht, die sich stundenweise deiner Kleinen annehmen kann, damit du mal raus kommst und durchatmen und Kraft tanken kannst? Sie könnte auch probieren, ob es nicht doch etwas gibt, was dein Töchterchen mag... Auf der anderen Seite kannst du auch mal in dich hineinhorchen, wie es dir damit geht, dass da jetzt ein Wesen ist, was so total abhängig von dir ist, und für das du -offensichtlich- ganz allein verantwortlich bist. Das ist eine RIesenlast!!! Doch dein Kind kann nichts dafür, denn es hat sich nicht selbst gezeugt. Was ich damit sagen will, bevor du vielleicht sauer auf mich wirst: Mama zu werden ist auch eine große Chance für uns Frauen, uns weiterzuentwickeln, eigene Bedürftigkeiten und Bedürfnisse zu erkunden und uns der Herausforderung zu stellen, dass wir es schaffen können - weil jede von uns die allerbeste Mama ist, die unsere Babys haben können. Auch wenn wir nicht jeden Moment mit ihnen feiern und genießen, auch wenn wir manches tun, was sie frustriert, so können wir doch Frieden finden damit, dass auch wir manches Mal frustiert sein werden, weil wir kein freies Leben mehr haben wie vor den Kindern. Manchmal hilft es - das weiß ich aus eigener Erfahrung - wenn man mal einfach mit jemandem darüber spricht, was da mit einem passiert ist beim Mamawerden. Ich hoffe, meine Antwort hilft dir weiter. Lieben Gruß, Kristina


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