Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Stillen & Ernährung bei 1 1/2 Jährigem Kind

Biggi Welter

 Biggi Welter
Stillberaterin der La Leche Liga Deutschland e.V.

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Frage: Stillen & Ernährung bei 1 1/2 Jährigem Kind

Frau_P

Liebe Biggi Welter, Meine Tochter ist 1 1/2 und sie möchte noch recht häufig gestillt werden. Ich wollte einmal nachfragen, ob so alles gut läuft, oder man etwas ändern sollte: Sie wird meistens vor und nach dem Schlafen gestillt (also abends, morgens, und vor und nach dem Mittagsschlaf), 2 mal nachts und zusätzlich tagsüber, wenn sie danach verlangt. Generell mache ich es nach dem Motto „nicht anbieten, aber auch nicht ablehnen“, ich stille sie also nur, wenn sie nach „Milch“ fragt. Sie isst tagsüber dann mit, was es bei uns gibt, nur weniger gewürzt. Ich achte auf eine ausgewogene Kost mit Getreide (Brot), Kartoffeln, Süsskartoffeln, Nudeln und dazu weiteres Gemüse, ab und zu Käse und Joghurt. Von allem isst sie mit, aber die Mengen sind sehr überschaubar, also so dass ich denke, sie kann davon nicht wirklich satt werden. Was sie sehr gerne und schnell verputzt sind z.B. Tomaten, Möhren, Kiwi, Mango, Blaubeeren und Gouda :) Muss ich mir Gedanken machen, dass es ihr an irgendetwas fehlt? Sie wächst und gedeiht wunderbar, aber verlangt eben auch noch häufig nach der Milch. Mich selber stört das gar nicht, aus dem Umfeld kommen natürlich öfter mal Kommentare, aber da steh ich drüber. Ich ernähre mich außerdem zwar nicht vegetarisch, esse aber sehr selten Fleisch und Fisch bis auf Sushi ab und zu gar nicht. Käse recht häufig, auch mal Butter, Joghurt und Ei. Genau so ist es dann auch bei unserer Tochter. Nun bin ich wieder verunsichert worden, dass Stillende und Kinder Fleisch und Fisch essen müssen, für die Eisen-, Omega3- und b12-Versorgung. Ist das so, oder wird unsere Tochter sowieso durch das Stillen (und die teilweise tierischen Milchprodukte) mit allem gut versorgt? Ich freue mich sehr auf eine Rückmeldung! Liebe Grüße und einen schönen Abend!


Biggi Welter

Biggi Welter

Liebe Frau_P, während der gesamten Stillzeit wird von allen Stillexperten das Stillen nach Bedarf empfohlen. Auch nach sechs oder auch zwölf Monaten enthält die Muttermilch noch die gleichen Inhaltsstoffe wie vorher. Die Milch wird ab diesem Zeitpunkt keineswegs plötzlich „schlechter" oder „weniger gehaltvoll". Der Kaloriengehalt der reifen Muttermilch liegt bei etwa 68 kcal/100 ml. Reife Muttermilch enthält etwa 7,3 g/100 ml Laktose sowie kleinere Mengen anderer Kohlenhydrate (Oligo und Polysacharide, Glykoproteine, Glukosamine usw.). Der Fettgehalt der reifen Muttermilch beträgt 4,2 g/100 ml, wobei der größte Teil davon auf die Triglyceride entfällt. 57 % der Fettsäuren der Muttermilch sind ungesättigt. Der Fettanteil der Muttermilch beinhaltet auch die fettlöslichen Vitamine, Phospolipide und Cholesterin. Reife Muttermilch enthält 0,9 g/100 ml Eiweiß. Zu den Molkeneiweißen gehören die Immunglobuline, Lysozym, Laktoferrin und Alphalaktalbumin. Außerdem enthält Muttermilch Mineralstoffe, Spurenelemente und Vitamine. Weitere Bestandteile sind Hormone, Enzyme und Wachstumsfaktoren. Reife Muttermilch bleibt in Bezug auf Kaloriengehalt, Fett, Eiweiß, Kohlenhydrate usw. in ihrer Zusammensetzung während der gesamten Stillzeit gleich, lediglich bei den Antikörpern und bei einigen Vitaminen und ergeben sich Veränderungen. So steigt der Antikörpergehalt mit etwa einem halben Jahr und dann nochmals im zweiten Lebensjahr (jeweils dann, wenn das Kind mobiler wird und mehr Kontakt mit der Außenwelt aufnimmt) an. Die Empfehlung lautet, dass während der gesamten Stillzeit weiterhin nach Bedarf gestillt wird. Eine ausgewogene lakto ovo vegetarische Ernährung verursacht weder bei der stillenden Frau noch beim Baby Probleme oder gar Mangelerscheinungen. Fleisch ist nicht zwingend notwendig. Falls du dich also zwar ohne Fleisch und kaum Fisch aber mit Milch(produkten) und Eiern ernährst, musst du dir wegen der Ernährung keine Sorgen machen. Es gibt sogar einen durchaus positiven Aspekt, die Milch von vegetarisch lebenden Müttern ist in der Regel weniger mit Schadstoffen belastet. Problematisch wäre es, wenn du jegliche Art von tierischem Eiweiß ablehnen würdest, wie es bei veganer oder makrobiotischer Ernährung der Fall ist. Vegetarische Ernährungsformen, die keinerlei tierische Produkte enthalten, können bei Mutter und Baby zu Vitamin B12 Mangel führen, da Vitamin B12 in erster Linie in tierischem Protein vorkommt. Untersuchungen haben auch ergeben, dass vegetarisch lebende Mütter weniger Kalzium und weniger Vitamin D als andere Mütter aufnehmen. Dadurch wurde aber der Kalziumgehalt ihrer Milch nicht beeinflusst (Dagnelie, 1992). Sprich einmal mit dem Arzt, ob du Nahrungsergänzungsmittel nehmen solltest. Liebe Grüße, Biggi


Frau_P

Liebe Biggi, Vielen Dank für die schnelle Rückmeldung! Das hört sich ja dann eigentlich gut an. Also ist es auch nicht schlimm, dass unsere Tochter an sonstigem Essen (neben dem Stillen) so kleine Portionen ist? Sie holt sich ja sicher was sie braucht, oder? :) Ich nehme bereits Vitamine, die für Schwangere und Stillende vorgesehen sind, werde aber meine Ärztin nochmal fragen, ob das so erforderlich ist. Danke und liebe Grüße!


Biggi Welter

Biggi Welter

Liebe Frau_P, was sagt denn der Kinderrzt? Ist das Kind fit, gedeiht es gut? Wenn ja, wird er dich sicherlich beruhigen können! Lieben Gruß Biggi


Frau_P

Die letzte U ist schon etwas her, ich habe den Arzt also noch nicht gefragt. Unsere Tochter wiegt 12 Kilo und ist 85 cm groß, ist für ihre anderthalb also gut dabei denke ich :-) Es ging mir eher um die Nährstoffe, dass da kein Mangel entsteht. Aber das würde man ja sicher auch bemerken. Vielen Dank und herzliche Grüße!


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