Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Stillen am Tage und Abpumpen

Frage: Stillen am Tage und Abpumpen

schneemaus77

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Hallo Ihr Beiden, ich habe mal wieder zwei Fragen. Meine Tochter ist jetzt knapp 20 Wochen alt (4,5 Monate) und wir stillen immer noch voll. Das hat auch super geklappt, allerdings haben wir seit wenigen Tagen wieder ein wenig Probleme. Sie ist am Tag sehr aufgeweckt, schläft recht wenig (2 - 3 mal ca. 30 min. - 1 Stunde , nur im Kinderagen oder Auto auch mal länger) trinkt immer nur kurz an der Brust (nur wenige Minuten). Sie lässt sich durch alles ablenken (auch in einem abgedunkelten Raum)) und trinkt daher immer nur kurz. Dafür dann z.T. jede Stunde. Dann spuckt sie manchmal auch halbverdaute Milch wieder aus, wahrscheinlich wegen der kurzen Stillabstände. Am Tag ist es leider auch unheimlich schwer für mich zu erkennen, wann sie wirklich Hunger hat. Daher biete ich Ihr die Brust an, wenn ich das Gefühl habe sie könnte hungrig sein. Abends und nachts hingegen ist das Stillen sehr entspannt (z.B. am Abend Einschlafstillen). Habt Ihr einen Rat für mich, wie das Stillen am Tag auch wieder entspannter wird und wie ich sicher erkenne, ob sie wirklich Hunger hat (um Ihr nicht ständig vielleicht unnötigerweise die Brust anzubieten)? Da ich gerne 6 Monate voll stillen möchte und erst dann mit Beikost anfangen möchte, ist es mir wichtig, wieder eine entspannte Stillbeziehung zu bekommen. Meine 2. Frage betrifft das Abpumpen: Ich habe eine elektrische Milchpumpe von Medela. Am Anfang hat das Abpumpen super geklappt, aber seit ca. 2 Wochen klappt es nicht mehr richtig. Ich bekomme in ca. 30 min. max. 30 ml zusammen, obwohl genug Milch in der Brust ist. Beim Ausstreichen mit der Hand kommt mehr Milch heraus als durch die Pumpe. Die Pumpe löst zwar kurz einen Milchspendereflex aus, aber dann geht es leider nicht mehr weiter. Was kann ich hier denn machen, damit es mit dem Abpumpen wieder klappt? Da ich im April für 2 halbe Tage arbeiten gehe und nach wie vor voll stille, möchte ich gerne einen Vorrat anlegen, damit die Kleine abgepumpte Muttermilch bekommen kann, wenn ich arbeite. Herzlichen Dank im Voraus für Eure Hilfe und Ihren Rat. LG Schneemaus


Biggi Welter

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Liebe Schneemaus, na ja, einen "Trick" nicht wirklich :-) Aber dafür ein paar Tipps, die schon anderen Müttern geholfen haben: Bei Babys, die in einer der Phasen sind, in denen sie besonders leicht ablenkbar sind, hat sich bewährt, sich zum Stillen mit dem Baby in eine ruhige und ablenkungsarme, "langweilige", eventuell auch abgedunkelte Umgebung zurückzuziehen. Auch das Mantra aller Eltern ("Es ist nur eine Phase") kann in dieser Situation sehr hilfreich sein :-). Es kommt vor, dass Babys schlicht und ergreifend so aufgedreht sind, dass ihnen die nötige Ruhe fehlt, um gut an der Brust zu trinken. Sie wirken dann wie kleine Hektiker und ihr Verhalten führt gerne dazu, dass die Mütter hektisch werden. Deshalb ist hier das nächste Mantra der Eltern von großer Bedeutung "ich bleibe gaaaaaaanz ruhig". Mit Ruhe und Gelassenheit - so frau und man es schaffen, ruhig und gelassen zu bleiben - lassen sich diese Situationen immer noch am besten überstehen. Deine Ruhe (aber auch Unruhe, oder Sorge) überträgt sich auf dein Kind und wirkt fast 1:1. Du kannst darauf vertrauen, dass sie sich das holt was sie braucht, vermutlich dann eben durch häufigeres Trinken in der Nacht, oder häufige, wenn auch kurze Stillmahlzeiten am Tag. Ein gesundes Kind hat das ganz gut im Griff - vorausgesetzt, es darf wirklich nach seinem Bedarf trinken. Es kommt häufig vor, dass manchmal das Abpumpen nicht mehr klappt, aber das gibt sich wieder. Ich gebe dir jetzt ein paar Tipps zum Abpumpen: Der Schlüssel zum erfolgreichen Abpumpen ist neben einer Pumpe, die zu dir passt, das Auslösen des Milchspendereflexes. Eine Pumpe ist eine Maschine und nicht dein weicher, kuscheliger und wohlriechender kleiner Sohn. Sie löst nicht die gleichen Gefühle in der aus wie dein Baby und dein Körper muss erst (wieder) lernen auf die Pumpe mit einem Milchspendereflex zu reagieren. Um den Milchspendereflex auszulösen, kannst Du einige der folgenden Methoden der physischen und psychischen Stimulation einsetzen: Abpumpen in einer vertrauten und angenehmen Umgebung, vielleicht immer am gleichen Platz, im gleichen bequemen Sessel (ideal wäre ein Stuhl, der deine Arme in einer bequemen Haltung stützt und es dir ermöglicht den ganzen Körper zu entspannen). Störungen so gering wie möglich halten. Du solltest z.B. das Telefon aushängen, etwas entspannende Musik anschalten und alles was Du brauchen könntest bei der Hand haben. Dazu können ein Glas Wasser oder Saft, ein gesunder Imbiss oder etwas zu lesen gehören. Einhalten eines Rituals vor dem Abpumpen. Das Einhalten eines bestimmten Ablaufs vor dem Abpumpen, kann deinen Milchspendereflex anregen und auch als psychologischer Auslöser dafür wirken. Einige der folgenden Vorschläge können eventuell auch dir helfen: Wärmeanwendungen auf den Brüsten, entweder trocken oder feucht. Dazu können feuchte, warme Kompressen oder ein Heizkissen verwendet werden, oder aber Du duschst warm. Da Wärme entspannend wirkt, solltest Du dir eine Decke oder eine Jacke über die Schultern legen, oder sich in die Nähe einer Heizquelle setzen. Sanfte Brustmassage, entweder in der Dusche oder direkt vor dem Abpumpen. Das hilft besonders dann, wenn Du angespannt bist. Brustwarzenstimulation, durch sanftes Reiben oder Rollen der Brustwarzen. Fünf Minuten Entspannung. Die Anwendung der Atemübungen aus der Geburtsvorbereitung oder einfach nur ruhiges Dasitzen und sich dabei etwas Angenehmes vorstellen (einen warmen Sandstrand mit Wellen, die ans Ufer plätschern, ein Gebirgsbach oder eine tropische Brise). Das Abpumpen mehrmals unterbrechen um die Brust zu massieren. Es sollte möglich sein, den Milchspendereflex mehrfach stimulieren, indem Du das Abpumpen nach etwa zehn Minuten unterbrichst, deine Brust massierst und dann wieder pumpst. (Bei der La Leche Liga Deutschland kannst Du das Infoblatt "Die Marmet Methode" über das Handausstreichen und Massieren der Brust bestellen) Rhythmische Bewegungen beim Abpumpen um das Saugverhalten des Babys nachzuahmen. Beim Saugen übt das Baby einen sanften, rhythmischen Druck auf die Milchseen aus während es einen Sog aufbaut. Um deinen Milchspendereflex möglichst wirkungsvoll anzuregen, solltest Du versuchen, das Saugverhalten deines Babys an der Brust nachzuahmen. Du wirst nicht alle o.g. Vorschläge verwirklichen können, such dir das aus, was Du für dich als angenehm und gut empfindest. LLLiebe Grüße Biggi


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