Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Stille mit einer Brust

Frage: Stille mit einer Brust

Mitglied inaktiv

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Hallo! Ich hatte bereits von Anfang an links viel mehr Milch als rechts. Meine Kleine hat daher trotz hartnäckigen Versuchen v.a. links getrunken. Nun wird sie drei Monate alt und ich kann nach anfänglichem v.a. abendlichen zufüttern seit ca. 3 Wochen endlich voll stillen. Allerdings nimmt sie pro Woche nun max. 100g zu. Sie startete mit 2540g nach dem KH und vorher waren es 4610g, das sind also ca. 2,1 kg in 12 Wochen. Ich hatte den abendlichen Schoppen irgendwann weggelassen, da sie nur zwischen 10 und 30ml getrunken hat. Ich habe sie allerdings immer vorher angelegt. Kann die geringere Gewichtszunahme auch mit dem ersten Impfen zusammenhängen, welches genau zu diesem Zeitpunkt war? Sie hatte auch die Rotaviren-Schluckimpfung bekommen. Seit dem hat sie auch wieder deutlich häufiger Stuhlgang. Soll ich ihr die Bigaia-Tropfen wieder geben? Kann ich mit der einen Brust weiterstillen, auch wenn die Stillabstände seit anfang an tags bei ca. 2h liegen und nachts zwischen 1,5-und 4h? Außerdem trinkt sie max. 5 Minuten und dreht dann den Kopf weg und weint, wenn ich sie nochmals anlegen will. Allerdings will sie manchmal ca. 30min später nochmals trinken.


Biggi Welter

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Liebe minimühle, es ist ein Alarmsignal, wenn ein Baby über mehrere Wochen hinweg schlecht zunimmt. Als erstes sollte überprüft werden, ob das Baby eine Saugschwäche hat oder durch die Gabe der Flasche saugverwirrt ist. Mit dem Impfen würde ich keinen Zusammenhang sehen, zumal dein Kind ja schon lange nicht ausreichend zunimmt. Auch die Tropfen werden da nicht helfen. In Absprache mit dem Kinderarzt und in Zusammenarbeit mit einer Stillberaterin vor Ort, wäre es der erste Schritt, festzustellen, wodurch die geringe Gewichtszunahme verursacht wurde und ob es notwendig ist sofort wieder zusätzliche Nahrung zu geben und dabei gleichzeitig daran zu arbeiten die Milchmenge der Mutter zu erhöhen oder ob zunächst noch abgewartet werden kann mit der zusätzlichen Nahrung und die Mutter mit geeigneten Maßnahmen ihre Milchproduktion ankurbeln kann. Aus der Distanz kann ich dir jetzt keines Falls sagen, was in deinem Fall erfolgen sollte. Am besten setzt Du dich mit einer Stillberaterin in deiner Nähe in Verbindung und sprichst nochmals mit dem Kinderarzt (oder holst die Meinung eines zweiten Kinderarztes ein), ob es möglich ist, zunächst zu versuchen, das Kind durch ausschließliches Stillen weiter zu ernähren oder ob sofort Handlungsbedarf also die zusätzliche Gabe von künstlicher Säuglingsnahrung besteht. Ist es notwendig zusätzliche Säuglingsnahrung zu geben, dann sollte diese Nahrung möglichst nicht mit der Flasche, sondern mit einer alternativen Fütterungsmethode nach dem Anlegen gegeben werden (z.B. Becher). Gleichzeitig sollte durch die im folgenden beschriebenen Maßnahmen versucht werden, die Milchmenge der Mutter zu erhöhen und das Kind zu häufigerem Trinken an der Brust anzuregen. Die Maßnahmen zur Steigerung der Milchmenge gelten auch dann, wenn keine Zusatznahrung erforderlich ist. Oberste Regel: Häufiges Anlegen und ein gut saugendes Kind stimulieren die Brust zu mehr Milchbildung. Deshalb solltest Du dein Baby in den nächsten Tagen oft anlegen. Um das Interesse deines Babys an der Brust wach zu halten, kannst Du es mit Wechselstillen versuchen. Dabei legst Du dein Baby an und stillst es, solange es wirkungsvoll saugt, d.h. es schluckt nach jeder oder jeder zweiten Saugbewegung. Sobald es seltener schluckt, nimmst Du es sanft von der Brust (vergiss nicht den Saugschluss zu lösen) und lässt es aufstoßen, streichelst seine Fußsohlen oder massierst es sanft entlang der Wirbelsäule, um seine Aufmerksamkeit zu wecken. Dann wird es an der anderen Brust angelegt und wieder gestillt, so lange es wirkungsvoll saugt. Schluckt es wieder seltener, wird es zurück an die erste Brust gelegt, nachdem Du es wieder etwas ermuntert hast. Dieses "Wecken und Wechseln" wird zwanzig bis dreißig Minuten lang ausgeführt, wie bereits erwähnt tagsüber alle zwei Stunden und nachts mindestens alle vier Stunden Eventuell ist es sinnvoll zusätzlich zu pumpen. Wenn gepumpt wird, dann sollte eine möglichst effektive Pumpe verwendet werden, am besten eine vollautomatische, elektrische Kolbenpumpe mit Doppelpumpset. Zu wenig Milch ist eine medizinische Indikation für die Verordnung der Pumpe durch den Arzt (auf der Verordnung muss "mit Zubehör" stehen, sonst musst Du das Zubehör selbst zahlen). Richte dich mit deiner Flüssigkeitszufuhr nach deinem Durstgefühl. Eine zu hohe Flüssigkeitsaufnahme führt nicht zu mehr, sondern zu weniger Milch, da sie dazu führt dazu, dass das antidiuretische Hormon (ADH) zurückgeht, die Frau erfährt dann eine vermehrte Wasserausscheidung ("schwemmt aus") und die Milchbildung verringert sich. Zwei bis drei Liter Flüssigkeit (davon höchstens zwei bis Tassen Milchbildungstee) sind im Allgemeinen ausreichend. Wenn der Urin dunkelgelb wird und die Menge gering ist, trinkst Du zu wenig. Schwarzer Tee, Matetee und Kaffee sollten nur mäßig genossen werden. Auf Limonaden oder Colagetränke sowie künstlich gesüßte Getränke sollte möglichst verzichtet werden. Auf die (angebliche) milchflussfördernde Wirkung von Bier oder Sekt sollte verzichtet werden. Alkohol geht bereits in kleinen Mengen in die Milch über und belastet den Stoffwechsel des Babys. Achte darauf, dass DU ausreichend und möglichst ausgewogen isst. Kohlenhydratreiche Nahrung hat einen positiven Einfluss auf die Milchbildung. Ruhe dich oft aus und entspanne dich. Arbeite für eine Weile so wenig wie möglich. Die Hausarbeit läuft dir nicht davon! Stress wirkt sich ungünstig auf den Milchspendereflex und auf die Milchbildung aus. Vielleicht kannst Du ja ein paar "Stilltage" einlegen, das heißt Du legst dich mit deinem Baby ins Bett und kümmerst dich ausschließlich um dein Baby und das Stillen. Wenn möglich, sollte dein Kind keinen Schnuller und auch keine Flaschensauger bekommen, denn diese können dazu führen (bzw. schon dazu geführt haben), dass dein Baby nicht mehr weiß, wie es richtig an der Brust trinken soll. Die eventuell notwendige Zusatznahrung sollte mit einer alternativen Fütterungsmethode gegeben werden. Außerdem solltest Du Kontakt zu einer Stillberaterin vor Ort aufnehmen, die dich und dein Kind beim Stillen beobachten kann. Es ist wichtig, dass Du korrekt anlegst und dass dein Kind korrekt saugt. Es kann auch sein, dass dein Baby nicht richtig saugt oder eine Saugschwäche hat, was korrigiert werden müsste. Das kann ich nicht beurteilen, denn ich kann dich nicht sehen. Adressen von Stillberaterinnen findest Du im Internet unter: http://wwwlalecheliga.de (Stillberaterinnen der La Leche Liga), http://www.afs-stillen.de (Stillberaterinnen der Arbeitsgemeinschaft freier Stillgruppen) oder http://www.bdl-stillen.de (Still- und Laktationsberaterinnen IBCLC). LLLiebe Grüße Biggi


Mitglied inaktiv

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Vielen Dank für die ausführliche Antwort. Leider scheinen Sie meine Frage nicht genau gelesen zu haben. 1. Mein Kind nimmt erst seit 2 Wochen nicht mehr richtig zu, d.h. max 100g pro Woche 2. Ich habe das Zufüttern wieder aufgehört, da es kaum aus der Flasche getrunken hat 3. Mein Kind saugt nur an der linken Brust, damit ist das wunderbar beschriebene Wechselstillen nicht möglich Können Sie Ihre Antwort vielleicht darauf nochmals korrigieren?


Biggi Welter

Biggi Welter

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Liebe minimühle, ich habe Ihre Anfrage schon genau gelesen und meine Antwort ist die Gleiche! Bitte lassen Sie Ihr Kind vom Arzt oder einer Kollegin ansehen, es nimmt zu wenig zu und es besteht Handlungsbedarf! Auch wenn Sie einseitig stillen, können Sie mit einer guten Pumpe versuchen, die zweite Seite wieder zu aktivieren! Vielleicht reicht es auch, wenn eine Kollegin, die Sie SEHEN kann, die Saugtechnik überprüft, vielleicht reicht es auch, wenn Sie einfach öfters anlegen. Ich kann hier am PC aus dem, was mir die Frauen schildern, bestimmte Rückschlüsse ziehen und mehr oder weniger allgemeine Tipps geben, doch das ersetzt in vielen Situationen niemals die direkte Beratung durch eine Stillberaterin vor Ort. Ja, es wäre sogar fahrlässig, wenn ich behaupten würde, die Stillberatung über Internet kann alle Probleme lösen. Bitte nicht böse sein, aber es muss jetzt überprüft werden, warum das Baby nicht ausreichend zunimmt. LLLiebe Grüße, Biggi


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