Ständiger Erbrechen nach dem Stillen?

 Biggi Welter Frage an Biggi Welter Stillberaterin der La Leche Liga Deutschland e.V.

Frage: Ständiger Erbrechen nach dem Stillen?

Hallo, und zwar ich ein Problem: Meine Tochter (3 Wochen alt, wird voll gestillt) erbricht ständig nach dem Stillen. Auch wenn sie vorher schon ein Bäuerchen gemacht hat. So wie es aussieht erbricht sie ca. 1/4 von dem was sie getrunken hat. Ausserdem "drückt" sie ständig als wenn sie in die Windel machen würde. Tut sie aber nicht. Sie bekommt einen hochroten Kopf und dann erbricht sie wieder. Zudem ist sie in den letzten Tagen sehr unruhig wenn sie wach ist und quengelt ständig. Woran kann das liegen? Zunehmen tut sie trotz allem. Vielen Dank für Ihre Hilfe. LG Tamara

Mitglied inaktiv - 05.11.2001, 11:15



Antwort auf: Ständiger Erbrechen nach dem Stillen?

? Liebe Tamara, ich denke nicht, dass sich deine Tochter erbricht, sondern sie spuckt. So lange das Kind gut gedeiht, genügend nasse Windeln hat (mindestens fünf bis sechs Wegwerfwindeln in 24 Stunden), in den ersten sechs Wochen mindestens zwei bis vier Mal täglich Stuhlgang hat (später sind seltenere Stuhlgänge normal) und mindesten 120 g die Woche durchschnittlich zunimmt, ist das Spucken kein Anlass zur Sorge. Bei den meisten Babys ist das Spucken ein Wäscheproblem („bitte das T-Shirt im Spuckdesign, dann fallen die echten Flecken weniger auf") und nach einiger Zeit wachsen die Babys aus dem Spuckalter heraus und die Waschmaschine muss nicht mehr so oft laufen. Wenn ein Baby spuckt, dann sieht es meist nach sehr viel mehr aus, als es tatsächlich ist. In der Mehrzahl der Fälle ist das Spucken nicht bedenklich und auch kein medizinisches, sondern ein Wäscheproblem. Wichtig ist in jedem Fall, dass Du darauf achtest, wie sich dein Kind sonst verhält und dass es genügend nasse Windeln hat. So lange dein Kind gut gedeiht und sich wohl fühlt, besteht wahrscheinlich kein Handlungsbedarf. Das Spucken ist für die Kinder in der Regel nicht unangenehm, auch wenn es uns Erwachsenen so vorkommen mag (wohl weil wir damit unsere eigenen Gefühle beim Erbrechen verbinden). Vorsichtshalber solltest Du dein Baby noch vom Kinderarzt anschauen lassen, um auszuschließen, dass es sich um einen Infekt handelt. Es kann verschiedene Ursachen dafür geben, dass dein Kind spuckt. Eine davon ist, dass es zu hastig trinkt, dabei viel Luft schluckt und deshalb vermehrt spuckt. In diesem Fall hilft es, wenn Du darauf achtest, dass dein Kind absolut korrekt angelegt ist und gut ansaugt, damit es möglichst wenig Luft schluckt. Zusätzlich solltest Du es immer wieder aufstoßen lassen. Eine andere Möglichkeit ist, dass dein Kind tatsächlich mehr trinkt, als sein kleiner Magen verkraften kann und des den „Überschuss" wieder hinausbefördert. Das ist zwar sehr lästig, aber es lässt sich wenig tun. Du kannst versuchen, dein Kind über einen längeren Zeitraum immer nur an einer Brust zu stillen und nach einiger Zeit dann erst an die andere Brust zu wechseln und dann an dieser Brust bleiben. Haben Babys Spuckprobleme, wird empfohlen, sie während und nach den Mahlzeiten aufrecht zu halten, sie häufig aufstoßen zu lassen und sie häufig, aber für kürzere Zeit anzulegen. Ein allgemein eher sanfter Umgang mit dem Baby hat sich in vielen Fällen bewährt. Sonst bleibt nicht viel, außer abzuwarten, bis das Baby aus dieser Phase herausgewachsen ist. Ganz wichtig ist es, das Baby absolut korrekt anzulegen, damit es beim Trinken so wenig Luft wie möglich schluckt, denn Luft die nicht verschluckt wird, muss auch nicht wieder heraus. Falls deine Milch sehr leicht und schnell fließt, kann auch das dazu führen, dass dein Kind leicht spuckt. Beobachte doch einmal eine Stillmahlzeit. Hast Du den Eindruck, dass dein Kind mit dem Schlucken kaum nachkommt? Verschluckt es sich sehr leicht? Läuft Milch aus seinen Mundwinkeln heraus? Wenn ja, versuche einmal Stillpositionen, bei denen dein Kind höher als die Brustwarze liegt (quasi von oben). Dieses sogenannte „Berg-auf-Stillen" kann dem starken Milchfluss entgegenwirken. Konkret gehst Du so vor: Du hältst Dein Baby so, dass sein Kopf, Nacken und Hals höher liegen als Deine Brustwarze. Beim Stillen mit dem Rückengriff lehnst Du Dich dabei nach hinten, beim Wiegengriff stützt Du Dein Baby von unten mit zwei Kissen in Deinem Schoß und lehnst Dich, möglichst in einem bequemen Sessel sitzend, zurück. Ich hoffe, dir etwas weitergeholfen zu haben. LLLiebe Grüße Biggi

von Biggi Welter am 05.11.2001



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