Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Saugverwirung?? Oder "nur" (trink-)faul?

Frage: Saugverwirung?? Oder "nur" (trink-)faul?

Linda2017

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Hallo Liebe Stillberaterinnen, mein kleiner ist 4 Wochen alt (40 plus 5 geboren) und möchte tagsüber nicht mehr gestillt werden. Er schreit die Brust an, wenn er - so vermute ich - zu hungrig ist. Kürzere Stillabstände bewirken, dass er sich eher beruhigen lässt und auch andockt, aber dann nach ein paar mal Saugen sich aufregt und die Brust verweigert. Bis ich ihn wieder beruhigt habe (meist klappt das nur mit dem Schnuller) und dann saugt er wieder ein bisschen. Am Anfang war das ganze nach 5 Min Saugen: Aufregen und nicht mehr saugen. Inzwischen, nach ein paar Sekunden. Am besten trinkt er an der Brust im Halbschlaft - daher klappt es Nachts vermutlich auch besser. Das Problem dabei ist, dass er mir dabei ständig wegdöst. So brauchen wir pro Seite 30 min und er hat da effektiv vielleicht 10 min gesaugt. Kann es sein, dass es durch die Flaschen Fencheltee gekommen ist, die wir ihm gegeben hatten, weil er Anfangs so dolle Bauchschmerzen hatte? (die Bauchschmerzen haben wir übrigens inzwischen gut mit infacol in den Griff bekommen). Und wie kommen wir wieder zu einer guten Stillbeziehung? Derzeit pumpe ich sehr viel, damit ich mehr Milch bekomme....


Biggi Welter

Biggi Welter

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Liebe Linda2017, das hört sich sogar nach einer klassischen Saugverwirrung an. Die Trinktechniken an Brust und Flasche (künstlichem Sauger) unterscheiden sich grundlegend. Manche Kinder kommen mit dem Wechsel zwischen den beiden Techniken nicht klar und versuchen dann mit der falschen Technik an der Brust zu trinken. Das funktioniert nicht, das Kind bekommt an der Brust keine oder nur wenig Milch, ist frustriert und lehnt die Brust dann im schlimmsten Fall sogar ab. In dieser Situation spricht man dann von einer Saugverwirrung. Bei den Beruhigungssaugern handelt es sich um künstliche Sauger. Und unabhängig davon, ob sie auf einer Flasche oder als Beruhigungssauger Anwendung finden, können sich künstliche Sauger negativ auf das Stillen auswirken, Dies ist eines der Probleme, die sich aus dem Gebrauch von Beruhigungssaugern beim gestillten Baby ergeben können, insbesondere dann, wenn das Baby noch nicht gelernt hat, korrekt an der Brust zu saugen. Das Saugen an einem künstlichen Sauger unterscheidet sich wie bereits geschrieben grundlegend vom Saugen an der Brust. Der künstliche Sauger ist bereits vorgeformt und relativ steif. Die Brust ist weich und nachgiebig. Ein Schnuller kann in den geschlossenen Mund eines Babys gesteckt werden. Um die Brust zu erfassen, muss das Baby den Mund weit öffnen, die Brustwarze reicht dann weit nach hinten in den Mund, wo die Bewegungen des Kiefers und der Zunge nicht stören. Auch die Bewegungsmuster der Muskeln von Mund, Gesicht und Zunge, sind am künstlichen Sauger ganz anders, als an der Brust. Mit der Saugtechnik, die das Baby beim Trinken an einem Flaschensauger oder beim Nuckeln an einem Beruhigungssauger anwendet, kann es kaum Milch aus der Brust bekommen. Nun kann ich aber weder dich noch dein Baby sehen und kann daher das Saugverhalten nicht beurteilen und dir auch nichts zeigen. Am besten wendest Du dich deshalb einmal an eine Stillberaterin in deiner Nähe und lässt dir beim Stillen zuschauen. Die Kollegin kann dir dann bei Bedarf Tipps zum korrekten Anlegen geben, kann dir erklären, woran Du erkennst, ob dein Kind korrekt saugt und dir überhaupt gezielte Hinweise geben. Im direkten Kontakt lassen sich viele Fragen viel besser klären. Adressen von Stillberaterinnen findest Du im Internet unter: http://wwwlalecheliga.de (Stillberaterinnen der La Leche Liga), http://www.afs-stillen.de (Stillberaterinnen der Arbeitsgemeinschaft freier Stillgruppen) oder http://www.bdl-stillen.de (Still- und Laktationsberaterinnen IBCLC). LLLiebe Grüße Biggi


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