Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Rumgewurschtel beim Stillen

Frage: Rumgewurschtel beim Stillen

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Hallo liebe Stillberaterin, meine Tochter ist jetzt knapp 5 Monate alt und seit ein paar Tagen gestaltet sich das Stillen teilweise etwas schwierig. Manchmal hebt sie beim Stillen in der Wiegehaltung seitlich den Kopf, sie krümmt sich dann seitlich, man sieht, dass sie dabei die seitlichen Bauchmuskeln anstrengt. Sie bleibt dabei aber auch an der Brust und trinkt ein paar Schlucke weiter, sie weint oder meckert dann auch nicht, sondern guckt rum. Dazu muss ich sagen, dass sie seit ca. 2 Wochen immer wieder durchstreckt, den Popo in Rückenlage hebt und versucht, sich auf den Bauch zu drehen - das klappt manchmal schon von ganz alleine, meistens braucht sie aber ein wenig Hilfe. Kann es sein, dass sie versucht, sich beim Stillen auf den Bauch zu drehen? Auf dem Arm ist es zur Zeit auch teilweise ein Rumgehampel, sie will sich bewegen und selber gucken, und auf dem Boden versucht sie sich immer zu drehen, aber schafft es nicht immer und wenn, dann schafft sie es nicht lange in der Bauchlage ... Ich habe schon versucht, ihr entgegenzukommen und sie quasi "Bauch auf Bauch liegend" zu stillen, aber da wurschtelt sie auch nur rum und es passt ihr nicht so richtig. Ich habe das Gefühl, dass sie zwar was zu essen haben will, aber trotzdem ALLES von ihrer Umgebung angucken will - kann das sein oder haben Sie für ihr Verhalten eine andere Erklärung? Gibt es da eine passendere Stillposition? :-) Haben Sie ein paar Tipps für mich? Vielen Dank und liebe Grüße!


Biggi Welter

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Liebe blablubblub, ich hoffe, es beruhigt dich zu hören, dass dieses Verhalten ganz typisch ist für Babys in diesem Alter. In diesem Alter sind unsere Babys oft viel zu sehr mit ihrer Umwelt beschäftigt. Sie versuchen, alles um sie herum aufzunehmen und das IST eine extrem anstrengende Zeit. Aber es ist wirklich auch nur eine Phase, die wieder vergeht. Es kommt vor, dass Babys schlicht und ergreifend so aufgedreht sind, dass ihnen die nötige Ruhe fehlt, um gut an der Brust zu trinken. Deshalb ist hier das nächste Mantra der Eltern von großer Bedeutung „ich bleibe gaaaaaaanz ruhig“. Mit Ruhe und Gelassenheit – so frau und man es schaffen, ruhig und gelassen zu bleiben – lassen sich diese Situationen immer noch am besten überstehen. Es gibt einige Kolleginnen, die von einer „Brustschimpfphase" sprechen. Damit sind Kinder gemeint, die Angst haben, beim Trinken an der Brust etwas zu verpassen. Als erste Maßnahme ist dann zu empfehlen, das Baby auch am Tag unter den Bedingungen zu stillen, wie sie in der Regel nachts herrschen: in einem ruhigen, ablenkungsarmen, abgedunkelten Raum. Neben dem Tipp, möglichst gelassen zu bleiben ist dies die nächste Empfehlung, die dem Kind und damit auch der Mutter in solchen Zeiten helfen kann. Am besten wendest Du dich einmal für eine persönliche Beratung an eine Stillberaterin in deiner Nähe. Adressen von Stillberaterinnen findest Du im Internet unter: http://wwwlalecheliga.de (Stillberaterinnen der La Leche Liga), http://www.afs-stillen.de (Stillberaterinnen der Arbeitsgemeinschaft freier Stillgruppen) oder http://www.bdl-stillen.de (Still- und Laktationsberaterinnen IBCLC). Bis Du eine Kollegin erreichen kannst, hier einige allgemeine Tipps, wie dein Kleines vielleicht doch tagsüber mehr trinkt: Du kannst versuchen dein Baby anzulegen, wenn es schon sehr schläfrig oder fast eingeschlafen ist. Viele Babys, die sich weigern, an der Brust zu trinken, wenn sie hellwach sind, tun es im Halbschlaf dann doch. Du kannst ihm die Brust auch immer wieder anbieten, wenn es wach ist, dränge aber nicht. Manche Babys sind eher bereit zu trinken, wenn ihre Mutter umhergeht statt stillzusitzen. Weitere Maßnahmen, die sich bei einem Stillstreik bewährt haben, sind: im Umhergehen stillen, in der Badewanne oder im Schaukelstuhl stillen, im Halbdunkeln stillen, im Halbschlaf stillen, das Baby mit der Brust spielen lassen, unterschiedliche Stillhaltungen ausprobieren, alle künstlichen Sauger vermeiden, das Baby massieren, viel Körperkontakt (Haut auf Haut), und ganz wichtig: keinen Stillstress erzeugen, weder bei der Mutter noch beim Kind, Ruhe und Gelassenheit, auch wenn es schwer fällt. Ich hoffe, da ist etwas dabei, was dir weiterhilft! LLLiebe Grüße Biggi


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