Aubergine123
Hallo, Meine Tochter ist 14 Monate alt und war schon immer ein Brust-junkie. Von Anfang an hab ich sie nach Bedarf gestillt, sie hat immer sehr oft aber kurz an der Brust getrunken. 3x pro Stunde sind bei uns ganz normal. Nachts nuckelt sie auch gerne stundenlang an der Brust. Jetzt ist es aber immer noch so, sie will ständig an die Brust. Wir sitzen auf dem Boden und spielen - sie will kurz an die Brust. Ich biete ihr Wasser und alles mögliche an, das macht sie aber nur wütend. Ist sie in der Trage will sie an die Brust. Ich halte sie im Arm und sie will an die Brust. Nachts alle 1,5h und ab 3 Uhr früh dauernuckeln bis 5 Uhr... Wird die Brust nicht sofort ausgepackt wird sie wütend. Manchmal kann ich sie davon überzeugen lieber ein Schluck Wasser/Tee zu trinken, meistens aber nicht. Ich biete ihr ständig Essen an, damit allein gibt sie sich nicht zufrieden. Ich hab sie gern gestillt aber wieso will sie immer noch so oft an die Brust? Kann ich darauf hoffen, dass das Interesse weniger wird? Wenn die Großeltern auf sie aufpassen dann klappt das max. 3 Stunden, dann fängt sie an mich verzweifelt zu suchen und wenn ich dann bei der Tür herein komme fällt sie über die Brust her als hätte sie seit Tagen nix getrunken... Also nur mit viel Ablenkung und ohne mich zu sehen kann sie auf die Brust für paar Stunden verzichten, bin ich dabei will sie wieder ständig ran. Bin ich mit ihr draußen unterwegs will sie spätestens nach 1,5h Stunden an die Brust, egal was sie gegessen oder getrunken hat. Ich weiß dass stillen auch das nahebedürfnis stillt aber ich will einfach nicht mehr ständig und überall die Brust auspacken müssen. Schnuller will sie nicht. Ich hab das Gefühl dass ihr Saugbedürfnis viel stärker ausgeprägt ist als bei anderen Babys. Sie schläft so schlecht, dreht sich hin und her und nuckelt die halbe Nacht. Diese Schlaflosigkeit macht mich so fertig. Wie kann ich sie sanft abstillen wenn sie noch immer tagsüber ständig an die Brust will? Was kann ich denn nur machen? Ich will echt nicht mehr stillen aber weiß nicht wie ich da am besten vor gehe, da sie das so vehement einfordert. Liebe Grüße
Liebe Aubergine123, für viele von uns ist es sehr ungewohnt zu sehen, wie begeistert und mit wie viel Freude ein Kleinkind stillt. Deine Tochter verhält sich gar nicht so "brustversessen" wie Du glaubst, viele langzeitgestillte Kinder zeigen sehr deutlich wie viel ihnen das Stillen bedeutet. Stillen ist viel, viel mehr als reine Nahrungsaufnahme. Es ist Trost, Geborgenheit, sicherer Hafen und ein Weg zur Ruhe zu kommen, wenn die Wellen des Alltags so hoch geschlagen sind, dass das Kind keinen Weg mehr weiß, um mit sich selbst und der Umgebung ins Reine zu kommen. Das Stillen bietet in dem Alter der ersten Ablösung wichtige emotionale Hilfe Dein Kind kann immer wieder den "Heimathafen" ansteuern, wenn etwas beängstigend ist. Stillen ist aber auch eine Zweierbeziehung und wenn es dazu kommt, dass sich ein Partner dabei nicht wohl fühlt, dann müssen Lösungswege gefunden werden. Das Wichtigste ist dann allerdings, dass Du fest zu deinem Entschluss stehst. Solange hier noch der geringste Zweifel besteht, wird dein Kind diese Zweifel spüren und Du wirst weiterhin `schwach" werden. Sicher ist ein Kind in diesem Alter noch nicht in der Lage alles Gesprochene bis ins letzte Detail zu verstehen, doch ich denke, dass der erste Schritt für dich sein sollte, dass Du mit deiner Tochter darüber sprichst, wie es dir geht und was Du nicht mehr möchtest. Dann könnt ihr als Eltern eine Art Plan machen, wie ihr vorgehen wollt, um das Stillen etwas einzuschränken. Stillen nach Bedarf ist bei einem Kind über einem Jahr nicht mehr ein so eng gefasster Begriff wie bei einem kleinen Baby und mit liebevoller Konsequenz lassen sich auch bei einem Kind in diesem Alter in einem gewissen Rahmen Regeln aufstellen. Selbstverständlich wird sich nicht von heute auf morgen eine plötzliche Änderung ergeben, das geschieht in kleinen Schritten und selbstverständlich wirst Du mit Rückschritten rechnen müssen, doch mit viel Liebe und Beharrlichkeit, kannst Du einen Weg finden, dass ihr wieder zu einer harmonischen Stillbeziehung finden werdet. Vielleicht versuchst Du es damit, die Stillzeiten immer weiter zu verkürzen. Damit meine ich, Du stillst dein Kind eine bestimmte Zeit und dann nimmst Du es sanft von der Brust und streichelst es, kuschelst mit ihm, bietest ihm zusätzlich ein Kuscheltier oder eine Schmusedecke an usw. Im Laufe der Zeit verkürzt Du die Zeit an der Brust immer mehr. Ich möchte Dir noch ein paar nicht so drastische Methoden ein Kind abzustillen beschreiben. Vielleicht findest Du etwas, was Dir zusagt. Eine Methode, die sich beim allmählichen Abstillen bewährt hat heißt „biete nicht an, lehne nicht ab“. Das bedeutet, dass Du deinem Kind die Brust nicht von dir aus anbietest, aber auch nicht ablehnst, wenn es danach verlangt. Viele Kinder wurden auf diese Weise abgestillt. Eine weitere Möglichkeit heißt Ablenkung. Durch Ablenkung abzustillen bedeutet, deine Gewohnheiten von Tag zu Tag erheblich zu verändern. Du musst die vertrauten Stillsituationen vermeiden und neue Betätigungsfelder schaffen. Für das eine Kind kann das bedeuten, dass ihr viel häufiger Ausflüge zu Orten unternehmt, die deinem Kind gefallen und wo es viele Menschen und viel Trubel gibt. Für ein anderes Kind bedeutet dies vielleicht, das Leben erheblich ruhiger zu gestalten, um Situationen, die es als bedrohlich empfindet, zu verringern. Es kann auch ablenkend wirken, wenn Du dein übliches Verhalten in bestimmten Situationen veränderst. Wenn Du zum Beispiel sitzen bleibst anstatt dich hinzulegen, wenn Du dein Kind zum Einschlafen bringst. Andere Möglichkeiten sind Vorlesen, Singen oder vielleicht ein neues Spielzeug. Manchmal bringt es dich auch weiter, wenn du das Stillen immer dann, wenn dein Kind diesen Aufschub verkraften kann, für eine Weile verschiebst. Das kannst Du flexibler handhaben als den Vorsatz eine bestimmte Stillmahlzeit ausfallen zu lassen. Du kannst auch versuchen die Stillzeiten zu verkürzen. Viele Mütter haben festgestellt, dass es wirksam und relativ wenig belastend ist, ein Kind so oft anzulegen, wie es möchte, aber es nicht so lange zu stillen. Du kannst deinen Sohn eine kleine Weile anlegen und ihn dann ablenken oder ihm etwas zu essen anbieten. Wichtig ist, dass dein Kind weiterhin deine Liebe und Zuneigung spürt und Du nicht gleich die Geduld verlierst, wenn es nicht so schnell klappt mit dem Abstillen. Viele Frauen glauben, dass sie sich beim Abstillen vom Kind distanzieren müssen, aber genau das Gegenteil ist der Fall. Deshalb halte ich auch nicht viel von der Lösung, dass die Mutter einige Tage alleine verreist. Diese plötzliche Trennung kann das Kind in tiefe Trauer und Verzweiflung stürzen und vor allem: Was macht die Mutter, wenn das Kind nach der Rückkehr doch wieder an die Brust will? Probiere es einmal mit immer kürzerem Stillen und viel Kuscheln. LLLiebe Grüße Biggi Welter
Ttena
Hallo Aubergine123, ich habe meinen Sohn und mich in den Zeilen genauso wiedergefunden. Gern möchte ich dich fragen, ob ihr einen Weg gefunden habt weniger zu stillen und falls ja, welchen? Bzw ab wann wurde es besser? Mein Sohn will auch noch tagsüber ständig an die Brust und nachts am liebsten dauernuckeln… Vielen Dank bereits für deine Rückmeldung. Liebe Grüße
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