Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Keine Milch mehr?

Frage: Keine Milch mehr?

Mona_Wagner

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Hallo, ich habe meine zweite Tochter 4,5 Monate voll gestillt. Jetzt musste ich an der Hand wegen einem Kapaltunnelsyndrom operiert werden. Schmerzen sind nicht sehr stark. Das ist jetzt 7 Tage her. Ich habe das Gefühl, dass meine Brust keine oder nur noch sehr wenig Milch produziert. Meine Tochter ist oft sehr unzufrieden an der Brust und trinkt dann nach der Brust ( die bekommt sie immer zuerst angeboten, alle beide) meist noch gut an der Flasche (ca. 60 ml). Ich versuche dann immer parallel zur Flaschengabe abzupumpen, meistens ist durch das Abpumpen aber kaum Milch in den Auffangbehälter ( von wenigen ml bis max. 40 ml). Hat meine Brust wirklich keine Milch mehr? So richtig schwer ist die Keine auch nicht (6400 gr). Was kann ich noch machen, das Milch produziert wird. Vielen lieben Dank für die Hilfe


Biggi Welter

Biggi Welter

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Liebe Mona_Wagner, ich glaube gar nicht, dass es an der Milchmenge liegt, sondern an der Flasche! Das Saugen an einem künstlichen Sauger unterscheidet sich grundlegend vom Saugen an der Brust. Der künstliche Sauger ist bereits vorgeformt und relativ steif. Die Brust ist weich und nachgiebig. Ein Schnuller kann in den geschlossenen Mund eines Babys gesteckt werden. Um die Brust zu erfassen, muss das Baby den Mund weit öffnen, die Brustwarze reicht dann weit nach hinten in den Mund, wo die Bewegungen des Kiefers und der Zunge nicht stören. Auch die Bewegungsmuster der Muskeln von Mund, Gesicht und Zunge, sind am künstlichen Sauger ganz anders, als an der Brust. Mit der Saugtechnik, die das Baby beim Trinken an einem Flaschensauger oder beim Nuckeln an einem Beruhigungssauger anwendet, kann es kaum Milch aus der Brust bekommen. Ein Baby, das mit der Flasche gefüttert wurde, hat einen sofort einsetzenden, gleichmäßigen Milchfluss kennengelernt. An der Brust reagiert es dann frustriert, weil nicht der von ihm erwartete, sofortige und stetige Milchfluss einsetzt. Eine Saugverwirrung lässt sich leider nie ganz ausschließen, auch nicht bei einem älteren Stillkind und auch nicht, wenn es vorher unter Umständen monatelang gut gegangen ist. Du solltest deshalb zunächst auf künstliche Sauger und Flasche verzichten und mit einer alternativen Fütterungsmethode zufüttern. Du kannst immer wieder versuchen dein Baby anzulegen, wenn es schon sehr schläfrig oder fast eingeschlafen ist. Viele Babys, die sich weigern, an der Brust zu trinken, wenn sie hellwach sind, tun es im Halbschlaf dann doch. Du kannst ihm die Brust auch immer wieder anbieten, wenn es wach ist, dränge aber nicht. Manche Babys sind eher bereit zu trinken, wenn ihre Mutter umhergeht statt stillzusitzen. Weitere Maßnahmen, die sich bei einem Stillstreik bewährt haben, sind: im Umhergehen stillen, in der Badewanne oder im Schaukelstuhl stillen, im Halbdunkeln stillen, im Halbschlaf stillen, das Baby mit der Brust spielen lassen, unterschiedliche Stillhaltungen ausprobieren, alle künstlichen Sauger vermeiden, das Baby massieren, viel Körperkontakt (Haut auf Haut), und ganz wichtig: keinen Stillstress erzeugen, weder bei der Mutter noch beim Kind, Ruhe und Gelassenheit, auch wenn es schwer fällt. Bitte wende dich auch an eine Kollegin vor Ort, die Euch sehen kann und so sehr viel gezielter beraten kann! Sie kann das Saugverhalten beurteilen und dir Tipps geben, wie dein Baby wieder besser trinkt. Adressen von Stillberaterinnen findest du im Internet unter: http://wwwlalecheliga.de (Stillberaterinnen der La Leche Liga), http://www.afs-stillen.de (Stillberaterinnen der Arbeitsgemeinschaft freier Stillgruppen) oder http://www.bdl-stillen.de (Still- und Laktationsberaterinnen IBCLC). Auch ich bin jederzeit für dich da und stehe dir gerne zur Seite! Lieben Gruß Biggi


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