Mana3110
Hallo, vielleicht hört sich das für manche an, als wäre ich total wehleidig oder zumindest denkt sich der ein oder andere, dass ich selber Schuld hätte! Ich selbst, weiß es, ganz ehrlich gesagt, nicht wirklich! Am 15.03. kam unser Sohn zur Welt und wog 3310g (wurde via KS geholt), im Krankenhaus zwingte ich mich zum Stillen, da es von den Krankenschwestern nicht gerne gesehen wird, dass man via Fläschchen füttert! Meine Brustwarzen waren offen, teilweise blutig und es war/ist die Hölle, wenn ich weiß, dass mein Sohn gleich einmal kommt und ich ihm, mit schmerzverzerrtem Gesicht meine Brust erneut anlegen "muss"! Stillen ist mein grosser Wunsch gewesen, mittlerweile spiele ich mit dem Gedanken, ihn abzustillen und ihn via Fläschchen weiter ernähre! Daher hoffte ich, bei Ihnen noch Hilfe zu bekommen! Die linke Brust, ist katastrophal, die auszulassen, ist aber ja fast nicht möglich, um keinen Milchstau zu riskieren! Was soll ich machen? Soll ich generell Abstillen oder was könnte ich bisher falsch gemacht haben? Habe auch schon andere Stillpositionen versucht, kein ERFOLG! :-( Bitte bitte helfen Sie mir!!!
Liebe Mana3110, ich kann Sie so gut verstehen und weiß, wie höllisch die Schmerzen sein können! Wunde Brustwarzen werden fast immer durch falsches Anlegen verursacht. Es wäre deshalb sinnvoll, wenn Sie einmal versuchen, einen schnellen Termin mit einer Kollegin vor Ort ausmachen, die Ihnen dann genau zeigen kann, wie Sie Ihr Baby korrekt anlegen müssen. Adressen von Stillberaterinnen finden Sie im Internet unter: http://wwwlalecheliga.de (Stillberaterinnen der La Leche Liga), http://www.afs-stillen.de (Stillberaterinnen der Arbeitsgemeinschaft freier Stillgruppen) oder http://www.bdl-stillen.de (Still- und Laktationsberaterinnen IBCLC). Bis Sie eine Kollegin gefunden haben, hier einige Tipps für eine Verbesserung der Heilung: • vor dem Stillen etwas Milch ausstreichen, um den Milchspendereflex auszulösen, bevor das Baby an die Brust anlegt wird. • an der weniger wunden Seite (so es eine gibt) zuerst anlegen • nach dem Stillen etwas Muttermilch ausstreichen und auf den Brustwarzen trocknen lassen (dies wird nicht empfohlen, wenn das Wundsein durch eine Soorinfektion verursacht wird, da Soor auf Milch gute Wachstumsbedingungen findet). • ausreichend hochgereinigtes Lanolin (unter den Handelsnamen Lansinoh, Purelan oder Lanosin erhätltich) auf die Brustwarze auftragen, um sie zwischen den Stillmahlzeiten feucht zu halten (aber nicht zu viel Lanolin verwenden, sonst wird die Brustwarze glitschig und das Baby kann beim Stillen abrutschen). Es hat sich herausgestellt, dass dadurch der Heilungsprozess bei wunden, offenen und blutenden Brustwarzen beschleunigt wird, wenn diese durch schlechte Stillhaltung, falsche Anlegetechnik oder Saugprobleme entstanden sind. • zwischen den Stillmahlzeiten Brustwarzenschoner mit großen Öffnungen und Löchern zur Luftzirkulation im Büstenhalter tragen, um die Brustwarzen zu schützen. Es können auch mehrere Einmalstilleinlagen aufeinandergeschichtet und in der Mitte ein Loch, das als Aussparung für die Brustwarze dient, hineingeschnitten werden. In manchen besonders schlimmen Fällen kann eine vorübergehende Stillpause, während der die Milch von Hand ausgestrichen oder mit einer guten Pumpe vorsichtig abgepumpt wird, sinnvoll sein. Das Baby wird während der Stillpause am besten mit einer alternativen Fütterungsmethode gefüttert. Auch über das Handausstreichen, Abpumpen und alternative Fütterungsmethoden kann Sie eine Kollegin vor Ort genau informieren. Außerdem ist es sinnvoll, dass Sie Ihr Kind so anlegen, dass die Wunde genau in seinen Mundwinkel zu liegen kommt, dann kommt nicht so viel Spannung drauf und sie wird weniger belastet. Solange jedoch nicht die Ursache der wunden Brustwarzen beseitigt ist, sind alle Tipps wirklich nur Kosmetik und bringen keine langfristige Lösung! Gute Besserung und LLLiebe Grüße Biggi Welter