Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Baby immer unzufrieden

Frage: Baby immer unzufrieden

andi7

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Hallo, Wir hatten bisschen Schwierigkeiten beim stillen. Ich hatte schnell wunde Brustwarzen, konnte nicht mehr anlegen weil es so weh tat, dann Stillhütchen da hat er dann abgenommen, also zufüttern. Ich bin dann zur Stillberatung habe eine Woche abgepumpt und zusätzlich zu gefüttert. Nach einer weiteren Woche ein Neustart mit stillen, anfangs nachts 2-3 flaschen zusätzlich. Nun schreit er jede Nacht von 22:30 bis 2:30 und will jede Stunde trinken schläft aber nie wirklich. Erst wenn ich ihm dann noch Flasche nachgebe ist 2,5 -3 Stunden Ruhe. Ich bin schon total verzweifelt, Milch müsste ihm normal reichen er hat in vier Wochen fast 1 kg jetzt zugenommen. Ich bin so fertig er ist unser 4.kind ich schlafe fast nur 2 Stunden in der Nacht. Ich bekomm schon Angst vor jeder Nacht. Er ist auch am Tag unruhig man kann ihn kaum ablegen . Brustwarzen brennen vom Dauer stillen sind aber nicht offen . Ich weiß mir kein Rat mehr? Er ist jetzt 4 Wochen alt. Soll ich Abstillen und nur Flasche geben das er zufriedener ist?


Biggi Welter

Biggi Welter

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Liebe andi7, ich vermute, dass das Baby nicht korrekt angelegt ist, sonst würden die Brustwarzen nicht schmerzen. Es kann auch sein, dass es einfach nicht effektiv genug trinkt und nur wenig Milch bekommt. Die Trinktechniken an Brust und Flasche (künstlichem Sauger) unterscheiden sich grundlegend. Manche Kinder kommen mit dem Wechsel zwischen den beiden Techniken nicht klar und versuchen dann mit der falschen Technik an der Brust zu trinken. Das funktioniert nicht, das Kind bekommt an der Brust keine oder nur wenig Milch, ist frustriert und lehnt die Brust dann im schlimmsten Fall sogar ab. In dieser Situation spricht man dann von einer Saugverwirrung. Bei den Beruhigungssaugern handelt es sich um künstliche Sauger. Und unabhängig davon, ob sie auf einer Flasche oder als Beruhigungssauger Anwendung finden, können sich künstliche Sauger negativ auf das Stillen auswirken, Dies ist eines der Probleme, die sich aus dem Gebrauch von Beruhigungssaugern beim gestillten Baby ergeben können, insbesondere dann, wenn das Baby noch nicht gelernt hat, korrekt an der Brust zu saugen. Das Saugen an einem künstlichen Sauger unterscheidet sich wie bereits geschrieben grundlegend vom Saugen an der Brust. Der künstliche Sauger ist bereits vorgeformt und relativ steif. Die Brust ist weich und nachgiebig. Ein Schnuller kann in den geschlossenen Mund eines Babys gesteckt werden. Um die Brust zu erfassen, muss das Baby den Mund weit öffnen, die Brustwarze reicht dann weit nach hinten in den Mund, wo die Bewegungen des Kiefers und der Zunge nicht stören. Auch die Bewegungsmuster der Muskeln von Mund, Gesicht und Zunge, sind am künstlichen Sauger ganz anders, als an der Brust. Mit der Saugtechnik, die das Baby beim Trinken an einem Flaschensauger oder beim Nuckeln an einem Beruhigungssauger anwendet, kann es kaum Milch aus der Brust bekommen. Nun kann ich aber weder Sie noch das Baby sehen und kann daher das Saugverhalten nicht beurteilen und Ihnen auch nichts zeigen. Wenden Sie sich deshalb unbedingt an eine Kollegin vor Ort! Adressen von Stillberaterinnen finden Sie im Internet unter: http://wwwlalecheliga.de (Stillberaterinnen der La Leche Liga), http://www.afs-stillen.de (Stillberaterinnen der Arbeitsgemeinschaft freier Stillgruppen) oder http://www.bdl-stillen.de (Still- und Laktationsberaterinnen IBCLC). LLLiebe Grüße Biggi


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