Calishya
Liebe Biggi, liebe Kristina, mein Sohn wird in 3 Tagen 10 Monate alt und isst, nach einem etwas schwierigen Beikoststart, nun recht gut. Er bekommt morgens etwas Obst-Getreide-Brei, Mittags Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei (auch mal vegetarisch oder Fisch), nachmittags Obst-Getreide-Brei und abends Milch-Getreide-Brei (halb Vollmilch 3,5%, halb Wasser). Dazwischen isst er mal einen Hirsekringel oder probiert ein Stückchen Obst, je nachdem. Bis vor ein paar Wochen wollte er noch sehr häufig am Tag an die Brust. Da ich immer nach Bedarf gestillt habe, habe ich dem nachgegeben und er hat viel gestillt und wenig gegessen. Nach einer kleinen Infektion mit Durchfall vor ca. 5 Wochen und einem Kinderarzt der mir sagte, der Kleine müsste unbedingt zunehmen und ich dürfte nur noch maximal 2x am Tag stillen (er wog dort 7,8kg nach dem Durchfall bei ca. 74cm Körpergröße, ist aber motorisch sehr fit und ist schon mit 5 Monaten gerobbt) hat er aber plötzlich, ohne weiteres Zutun, viel besser gessen, auch das angebotene Wasser endlich besser angenommen und tagsüber kaum noch die Brust verlangt. Mittlerweile sind wir bei ca. 8,8kg. Das ist nicht die Welt (er kam mit 4160g zur Welt), aber er ist fröhlich, fit und seeeehr mobil. Ich habe immer sehr gern gestillt und tue es immer noch, lasse mich aber teils durch Ärzte oder andere, die sagen "Du darfst nicht mehr soviel stillen", "Dein Kind bekommt über die Muttermilch nicht mehr genug Nährstoffe" etc. verunsichern. Tagsüber möchte er jetzt aber von selbst kaum noch trinken und wenn, dann nur kurz und danach spielt er weiter. Zum Einschlafen am Mittag stille ich ihn aber in der Regel noch. Am Abend und in der Nacht stillt er dafür umso häufiger. Teils nuckelt er bald eine Stunde immer wieder bis er einschläft (das letztliche Einschlafen klappt dann meist mit Schnuller) und wird auch nachts extrem häufig wach. Das ist leider schon seit seinem 3. Lebensmonat so. Ich habe seit 10 Monaten nie mehr als maximal 3 Stunden am Stück geschlafen, oft wird er stündlich wach. Schnuller oder anderweitig beruhigen funktioniert nicht. Manchmal schafft es vor 12 Uhr nachts der Papa mit dem Schnuller, meist muss ich aber ran. Ich weiß, dass der Kleine mich braucht und Stillen mehr als pure Nahrungsaufnahme ist. Trotzdem bin ich nachts manchmal am Ende meiner Kräfte (wir schlafen auf 2 Matratzen nebeneinander, er auf seiner Babymatratze und ich daneben auf einer anderen) und auch tagsüber dauermüde. Insbesondere wenn er sich nicht wegdreht sondern "dauernuckelt" kann ich sehr schlecht schlafen. Teils trinkt aber aber auch größere Mengen wenn er nachts aufwacht, er scheint es dann also auch zu brauchen. Die Flasche hat er übrigens noch nie genommen, weder mit abgempumpter MuMi noch mit Pre-Nahrung. Nun meine Fragen: 1. Ist es möglich, dass er über Tag nicht satt genug wird und deshalb nachts so oft kommt? Oder hat das damit gar nichts zu tun? 2. Wieviel Milch braucht ein Baby mit 10-12 Monaten theoretisch noch? Reicht es, wenn ich tagsüber 1x zum Einschlafen stille und dann eben Abends zum Einschlafen und Nachts? Wie gesagt, ich stille auch tagsüber nach Bedarf, aber er möchte grad ansonsten nicht trinken. Vollmilch bekommt er im Milch-Getreide-Brei 100ml täglich. Zusätzliches Wasser trinkt er ca. 100ml pro Tag. 3. Ich möchte im Idealfall einen sanften Übergang zwischen Stillen und Familienkost schaffen und den Kleinen zu nichts drängen. Ich weiß aber nicht, wieviel Monate ich das nachts noch so aushalte, sollte sich die Aufwachhäufigkeit nicht ändern. Abstillen oder auf Flaschennahrung umsteigen (was er vermutlich eh nicht annehmen würde) möchte ich aber auf keinen Fall. Wenn der Kleine 1 Jahr alt ist, wieviel Milch bräuchte er dann noch? Kann er dann auch Vollmilch bekommen oder bräuchte er noch Säuglingsmilch? Wenn ich ab ca. 1 Jahr nachts gern weniger stillen oder ggf. auch abstillen wollen würde, wie müsste ich das tun und wie käme er auf seine Milchmenge, die er dann noch bräuchte? Im Voraus schonmal vielen Dank und sorry für den langen Text! Danke, dass es dieses tolle Forum gibt und danke für die Arbeit und das Herzblut, welches ihr hier reinsteckt. :-) Viele liebe Grüße Jenny
Kristina Wrede
Liebe Jenny, von dem was du schreibst, denke ich, dass dein Kleiner die Milch in der Nacht wirklich noch braucht. Es ist traurig, dass Stillmütter immer wieder so verunsichert werden. Gerade im Krankheitsfall etwa ist Muttermilch Gold wert und nicht schädlich! Es ist gut, wenn dann weiter gestillt wird... Im ersten Lebensjahr sollte Muttermilch die Grundlage der Ernährung darstellen, alles andere ist BEI-Kost. Aber wir nötigen unseren Kindern Brei auf, obwohl sie ihn nicht möchten, weil wir uns nicht bewusst darüber sind, dass ein so junges Wesen selbst ganz genau weiß, was es braucht (sofern vol ausgetragen und gesund). Wenn deiner jetzt gern isst, dann brauchst du ihm die Brust nicht aufdrängen. Wenn er nachts das Stillen braucht, sollte er es dürfen. Er holt sich dann schon die Milchmenge, die er braucht. Es ist gleichzeitig wichtig, dass es DIR dabei gut geht. Darum kannst du eine Stillpause in der Nacht einführen. Es ist klar dass die Kleinen dies nicht feiern. Trotzdem darfst du es durchsetzen, denn DU bestimmst, wo es lang geht! Zur Stillpause siehe am Ende dieser Antwort. Was das Dauernuckeln betrifft, hilft möglicherweise auch schon der "Kinn-Trick". Wenn das Kind im Schlaf oder Halbschlaf wieder zu "suchen" beginnt drückt man ganz sanft sein Kinn nach oben. Bei vielen Babys wirkt das Wunder und sie schlafen plötzlich auch ohne Brust weiter/wieder ein. Manche Mütter berichten, dass es sogar geholfen hat, wenn sie ein kleines Kuscheltier ans Kinn des Kindes gelegt haben... Da ist es natürlich wichtig darauf zu achten, dass die Atemwege nicht blockiert werden :-). Und dann würde ich, wäre ich an deiner Stelle, probieren ob es hilft, wenn du eine gefaltete Decke auf die Beine deines Babys legst. Etwas, das ihm das Gefühl gibt, dass da noch jemand ist, der es berührt… Hoffentlich bringt meine Antwort euch weiter! Lieben Gruß, Kristina Und so führt man eine stillfreie Zeit in der Nacht ein: (Es ist natürlich ein paar Nächte lang sehr anstrengend, weil ihr das Menschlein auf andere Weise beruhigen müsst, aber meist brauch die Umstellung nicht mehr als 2-3 Nächte.) Elizabeth Pantley hat dazu ein schönes Buch geschrieben (Schlafen statt Schreien, im TRIAS Verlag), und von ihr stammt auch diese "Methode": Erkläre deinem Kind schon bei Tag, was sich in der Nacht ändern wird (sie verstehen es auch dann, wenn wir denken, sie seien noch viel zu klein um zu begreifen, was los ist!), und versuche, Signale zu definieren, die es wieder erkennen kann (z.B. "erst wenn der Radiowecker angeht, dann darfst Du trinken") und die sich eventuell anpassen lassen (den Radiowecker kann man etwa jeden 2. Tag eine viertel Stunde nach hinten programmieren, so dass die Pause immer länger wird). So wird die Nacht allmählich stillfrei. Wenn sich dein Kind dann in der Nacht beschwert, dass es nicht trinken darf (und das kann es natürlich nur durch weinen oder schreien), dann tröste es und sprich liebevoll-beruhigend mit ihm, und gestehe es ihm auch wirklich zu, sauer zu sein, aber bleib konsequent beim "Nein", bis der vereinbarte Zeitpunkt (z.B. der Radiowecker geht an) für das Stillen gekommen ist. Dann jedoch solltest Du auch von dir aus deinem Kind die Brust anbieten - so lernt es, dass es sich auf dein Wort verlassen kann. Natürlich kannst Du ihm während der Nacht einen Schluck Wasser oder auch einen Schnuller anbieten, doch sei nicht allzu überrascht, wenn das anfangs mit Wut abgewiesen wird. Ehrlicherweise muss ich dazu sagen, dass die ersten Nächte zwangsläufig sehr unruhig sein werden. Doch in der Regel akzeptieren Kinder relativ schnell die neuen "Spielregeln", und je älter sie sind, desto einfacher. Einen "Knacks" beim Kind brauchst du nicht befürchten, wenn du ihm wirklich beistehst und ihn nicht "strafst" für seine natürliche Reaktion auf diese Veränderung. Nur wenn sich dein Kind über mehrere Tage hinweg gegen diese stillfreie Zeit sperrt, oder gar tagsüber extrem anhänglich bzw. weinerlich wird, oder gar eine Hautreaktion zeigt, dann weißt du, dass es noch zu früh ist und du die stillfreie Zeit nicht zu lang ausdehnen solltest pro Nacht, oder vielleicht doch noch ein bisschen warten und durchhalten solltest. Ich hoffe, das hilft!
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