Ina 79
Hallo, mein Sohn ist jetzt fast 13 Monate alt und wird zu den drei Mahlzeiten am Tag noch nach Bedarf gestillt. Er geht jetzt seit einem Monat in einen kleinen liebevollen Kinderladen mit nur 9 Kindern und er lacht sehr viel und fühlt sich glaube ich sehr wohl. Ich wollte jetzt eigentlich gerne bald abstillen, weil er seit 2 Wochen gar nicht mehr richtig trinkt an der Brust, sondern sehr oft nach der Kita und nachts nur nuckeln möchte. Ich möchte ihn gerne sanft abstillen und habe aber Angst, dass er es als starken Körperkontaktentzug empfindet. Ich habe gehofft, er stillt sich alleine ab und verliert das Interesse aber ich glaube dazu sucht er noch zu oft den Kontakt zu meiner Brust. Wie stille ich ihn am besten sanft ab und könnte dies auch mein Partner übernehmen? Da es mir nachts so doll schwer fällt ihn so weinen zu sehen. Vielen lieben Dank. Liebe Grüße Ina
Liebe Ina, wenn Du abstillen möchtest, dann sprich mit deinem Kind darüber, dass eure Stillzeit nun langsam zu Ende geht und zeige ihm, dass Du es selbstverständlich noch genau so lieb hast wie schon immer. Du entziehst ihm die Brust aber nicht dich selbst und deine Liebe. Dazu kannst Du die Stillzeiten immer weiter verkürzen. Viele Mütter haben festgestellt, dass es wirksam und relativ wenig belastend ist, ein Kind so oft anzulegen, wie es möchte, aber es nicht so lange zu stillen. Du kannst dein Kind eine kleine Weile anlegen und es dann ablenken oder ihm etwas zu essen oder zu trinken anbieten. Ihr könnt ein festes Ritual mit Kuscheln und Vorlesen oder Geschichte erzählen einführen. Viele Eltern beginnen auch bereits bei einem wenige Monate alten Baby damit, den Tag am Abend noch einmal Revue passieren zu lassen und so ein Gespräch (das sich im Laufe der Zeit dann entwickeln wird) über die Erlebnisse, Freuden, aber auch Sorgen und Nöte des Kindes zu führen. Durch solch ein Gespräch bleiben Eltern dann auch in engem Kontakt mit ihrem Kind und der leider viel beobachtet Sprachlosigkeit zwischen Eltern und Kind kann entgegengewirkt werden. Wenn dein Partner nicht einspringen kann, bleibt es an dir, Euer Kind auf andere Weise zu trösten und zu beruhigen und ihm einen Ersatz für die Brust anzubieten. In dieser Situation ist ein Nachthemd bzw. Kleidung, die sich vorne nicht öffnen lässt oft hilfreich. Wenn sich dein Kind dann in der Nacht beschwert, dass es nicht trinken darf (und das kann es natürlich nur durch weinen oder schreien), dann tröste es und sprich liebevoll-beruhigend mit ihm, und gestehe es ihm auch wirklich zu, sauer zu sein, aber bleib konsequent beim "Nein", bis der vereinbarte Zeitpunkt (z.B. der Radiowecker geht an) für das Stillen gekommen ist. Dann jedoch solltest Du auch von dir aus deinem Kind die Brust anbieten - so lernt es, dass es sich auf dein Wort verlassen kann. Natürlich kannst Du ihm während der Nacht einen Schluck Wasser oder auch einen Schnuller anbieten, doch sei nicht allzu überrascht, wenn das anfangs mit Wut abgewiesen wird. Dein Kleiner wird vermutlich schreien, toben, treten oder dich gar schlagen wollen. Ist das schlimm? Nein, es ist völlig normal, denn es ist die einzige Art, wie er in diesem zarten Alter seinen Frust ausdrücken kann. Wie kannst du damit umgehen? Lass es zu. Lass dich nicht verunsichern, denn es geht deinem Kind ja trotzdem gut, es bekommt kein Trauma fürs Leben, wird nicht an deiner Liebe zweifeln. Dein Baby ist sauer, und das wird auch wieder vergehen. Bleibe bei ihm und sei du ruhig und klar, so dass dein Kleiner sich an dir orientieren kann. Vielleicht wirst du ihn ein wenig ablenken wollen (falls er sich ablenken lässt), vielleicht bleibst du auch einfach nur in seiner Nähe und versicherst ihm, dass alles ok ist. Wichtig ist, dass dein Kind weiterhin deine Liebe und Zuneigung spürt und Du nicht gleich die Geduld verlierst, wenn es nicht so schnell klappt mit dem Abstillen. Viele Frauen glauben, dass sie sich beim Abstillen vom Kind distanzieren müssen, aber genau das Gegenteil ist der Fall. Deshalb halte ich auch nicht viel von der Lösung, dass die Mutter einige Tage alleine verreist. Diese plötzliche Trennung kann das Kind in tiefe Trauer und Verzweiflung stürzen und vor allem: Was macht die Mutter, wenn das Kind nach der Rückkehr doch wieder an die Brust will? Probiere es einmal mit immer kürzerem Stillen und viel Kuscheln. Die Vorschläge stammen von Elizabeth Pantley, Autorin des Buchs "Schlafen statt Schreien: Das liebevolle Einschlafbuch: Das 10-Schritte-Progamm für ruhige Nächte", das nun auf Deutsch erschienen ist und das ich wärmstens empfehlen kann. Pantley hat ein Programm entwickelt, mit dem man älteren Babys, auch Stillkinder, dabei helfen kann, auch ohne Brust oder ständiges Stillen die Nacht zu schaffen. Auch wenn man nicht alle ihre Schritte anwendet haben viele Mütter doch gute Erfahrungen mit diesem Buch gemacht. Ich hoffe, die Antwort hilft dir weiter. LLLiebe Grüße, Biggi
Ina 79
Vielen lieben Dank für deine lieben Worte und deine Hilfe. Ich glaube das es nur etwas schwierig ist, dass er vielleicht nicht versteht, dass er erst wieder an die Brust darf, wenn zum Beispiel der Radiowecker klingelt. Ich habe da das Gefühl er versteht warum er sonst nicht darf und dann darf er aber an die Brust. Dafür ist er noch zu klein um das mit dem Radiowecker zu verstehen. Ich weiß nicht ob es dann nicht besser ist ihn gar nicht mehr an die Brust zu lassen. Ich habe auch das Gefühl, dass es das Nuckeln an der Brust seit 2-3 Wochen vielmehr verlangt als das früher und er früher wirklich trinken wollte und jetzt nur noch nuckeln. Ich versuche nachts mit ihm zu kuscheln und rede ruhig mit ihm, aber es klappt damit leider nicht.
Liebe Ina, vielleicht braucht Dein Baby einfach gerade eine Extraportion Mama, denn so ein Krippenbesuch ist schon eine große Umstellung (auch wenn er sich wohl fühlt). Du kennst DEIN Kind am besten und wirst merken, was Dein Kind verkraften kann und was nicht. Je mehr Zeit Du Dir lässt, umso besser wird Dein Kind und auch die Brust die Umstellung verkraften. LLLiebe Grüße Biggi
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