Frage im Expertenforum Stillberatung an Kristina Wrede:

Abpumpen

Frage: Abpumpen

Mitglied inaktiv

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Hallo, ich habe am 13.5. entbunden und gleich im Kreißsaal angelegt. Auch in den Tagen danach habe ich es immer wieder versucht, aber der Kleine hat beim Trinken keine Ausdauer. Er nimmt die Brust kurz, nuckelt ein paar mal und das wars. Mit Stillhütchen klappte es etwas besser. Da er in den ersten Tagen an Gewicht verloren hat (von 3100 auf 2870) wurde in der Klinik mit dem Zufüttern begonnen. Nun bin ich zu Hause, pumpe mit einer elektr. Pumpe ab (7,5,3 Minuten pro Seite, gesamt ca. 200 ml) und gebe es ihm mit der Flasche (er trinkt ca. 50-60 ml, 6-8 mal am Tag). Ziel ist jedoch, ihn an die Brust zu gewöhnen, deshalb lege ich ihn vor jeder Mahlzeit für ca. 10-15 min an und er nuckelt ein bißchen. Nun meine Frage: besteht noch Hoffnung, dass er doch noch richtig an die Brust geht? Stimmt es, dass die Milch durch das Pumpen schneller weg geht? Soll ich den Rhytmus beim Pumpen beibehalten? Wie ist es mit der Saugverwirrung? Vielen Dank


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Liebe Beffie, eine wesentliche Rolle spielt jetzt das Kind, das die Brust (wieder) annehmen muss. Ihr Baby ist saugverwirrt und kann nicht mehr korrekt und effektiv an der Brust saugen. Die Trinktechniken an Brust und Flasche (künstlichem Sauger) unterscheiden sich nämlich grundlegend. Manche Kinder kommen mit dem Wechsel zwischen den beiden Techniken nicht klar und versuchen dann mit der falschen Technik an der Brust zu trinken. Das funktioniert nicht, das Kindbekommt an der Brust keine oder nur wenig Milch, ist frustriert und lehnt die Brust dann im schlimmsten Fall sogar ab. In dieser Situation spricht man dann von einer Saugverwirrung. Nun kann ein verhängnisvoller Kreislauf beginnen: da das Kind mit der falschen Technik an der Brust trinkt, wird es an der Brust hektisch, saugt an, lässt wieder los, dreht den Kopf hin und her schluckt viel Luft (die wiederum führt möglicherweise zu Bauchproblemen) und da es die Brust nicht mehr richtig stimuliert kommt es zu einem Rückgang der Milchmenge und damit zu weiterem Zufüttern, wenn dieser Kreislauf nicht unterbrochen wird. Eine Saugverwirrung ist alles andere als lustig und Stillberaterinnen wissen aus Erfahrung nur zu gut, warum sie künstlichen Saugern wie Schnuller und Flasche kritisch gegenüberstehen, denn beide bescheren uns immer wieder eine Menge "Beschäftigung". Am besten besprechen Sie mit einer Stillberaterin in Ihrer Nähe, wie Sie vorgehen können. Die Kollegin kann Ihnen dann im persönlichen Kontakt gezielte Tipps und Hinweise geben, auch zum Thema Steigerung der Milchmenge und Wachstumsschübe. Wenn Sie mir Ihren Wohnort mit Postleitzahl angeben, suche ich Ihnen gerne die nächstgelegene LLL Stillberaterin heraus. Die benötigte Milchmenge auf Dauer nur durch Pumpen aufrechtzuerhalten ist tatsächlich nicht immer leicht und verlangt oft sehr viel Disziplin und vor allem regelmäßiges und ausreichendes Pumpen. Dabei ist es in der Regel sinnvoller häufiger etwas kürzer abzupumpen statt selten und dann länger. Ich kenne allerdings auch viele Mütter, die ihr Baby ein volles halbes Jahr lang ausschließlich mit abgepumpter Muttermilch gefüttert haben, allerdings würde ich beim zarten Alter Ihres Babys unbedingt versuchen, es an die Brust zu führen. Ich drücke Ihnen die Daumen und bin für weitere Fragen gerne für Sie da. Herzlichen Gruß, Kristina


Mitglied inaktiv

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Vielen Dank für die Antwort. Ich konnte mich leider nicht eher melden, der Kleine hält uns ganz schön auf Trab. :-) Gern würde ich Kontakt zu einer Stillberaterin aufnehmen, ich wohne in 06642 Nebra. Danke + Gruß


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