Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Ablehnung der Brust / Kolik

Frage: Ablehnung der Brust / Kolik

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Heute habe ich mal wirklich ein Problem: Seit gestern ist Louis (10 Wochen) sehr unzufrieden. Er lehnte meine rechte Brust ab und schrie dabei wie am Spieß! Als ich ihn endlich beruhigt hatte, probierte ich es wieder mit dieser Seite und er lächelte mich an. An trinken war nicht zu denken - obwohl er nach mittlerweile 5 Stunden Hunger haben müsste. Die linke Brust akzeptierte er und trank sie leer. Woran liegt das? Seitdem trinkt er nur noch eine Seite aus, obwohl ich es so praktizierte, dass eine Seite ausgetrunken, die andere angetrunken wird. Ich habe das Gefühl, dass er immer weniger trinkt und mein Milchvorrat ist wirklich immens. Nun habe ich zu tun, dass ich keinen Milchstau bekomme. Heute nachmittag nun dasselbe Spiel. Er hatte diesmal großen Hunger und trank dabei so gierig und hastig, dass ich richtig hören konnte, wie die Milch in seinem Bäuchlein ankam. 10 Schluck ungefähr und er schrie wieder wie am Spieß. Er bekam eine Kolik und nach den bekannten Methoden wie Kümmelölmassage und "Fahrrad fahren" beruhigte er sich nach einer 3/4 Stunde wieder und trank die Brust leer. Nun war er wieder satt und meine andere Brust voll. Inzwischen hatte er auch etwas gespuckt und so wickelte ich ihn und legte ihn schlafen. Das tat er auch sofort. Nun meine Fragen: Reicht eine Brust wirklich aus? Sollte man die andere Seite anbieten, wenn er schon gespuckt hat? Stimmt es, dass eine Ursache der 3-Monatskolik (ich befürchte das bei Louis) Stress ist? Wir sind jeden Tag irgendwie unterwegs und am Wochenende oft bei meinen Eltern zu Besuch - mit Übernachtung. Dieses Problem hatte ich bei meiner Tochter Leonie (2 Jahre) übrigens überhaupt nicht - ich habe sie 8 Monate gestillt und das war herrlich! Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen.


Biggi Welter

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? Liebe Anna, verstehe ich Sie richtig, dass Louis nur noch an einer Seite pro Mahlzeit trinkt und nicht spezifisch immer die gleiche Brust verweigert? Falls Louis einfach nach einer Seite satt ist und dabei weiterhin gut gedeiht, besteht kein Anlass zur Sorge, denn es gibt keine Regel, die zwingend vorschreibt, dass ein Kind immer an zwei Seiten pro Mahlzeit trinken muss. Sie können in aller Regel Ihr Kind entscheiden lassen, wie oft, wie lange und ob jeweils an einer oder beiden Brüsten getrunken wird. Eine Ausnahme von dieser Regel sind lediglich Kinder, die nur zögernd oder zu wenig zunehmen. Bieten Sie Louis die Brust an und lassen Sie ihn entscheiden, wie viel er trinken mag. Wenn er gespuckt hat, dann können das weitere Stillen davon abhängig machen, ob Louis noch etwas möchte oder nicht. Sicher wird es Babys geben, die mit Bauchproblemen auf Stress reagieren, doch ob das bei Ihrem Kind wirklich der Fall ist, kann ich nicht beurteilen. Es gibt so viele (angebliche) Möglichkeiten für Bauchprobleme und bei vielen wird der Mutter die „Schuld" zugewiesen, wie zum Beispiel auch bei Ihrer Ernährung, dabei ist die Ernährung der Mutter ist viel seltener Ursache für Bauchprobleme bei Babys als immer wieder angenommen wird. Eine sehr viel häufigere Ursache ist eine ungünstige Anlegetechnik und/oder ein falsches Saugverhalten, so dass das Baby zuviel Luft schluckt, die dann Probleme macht. Daher ist der erste Schritt eine Überprüfung der Anlegetechnik und des Saugverhaltens. Am besten lassen Sie sich einmal von einer Kollegin vor Ort beim Stillen zuschauen. Aus dem was sie sieht, kann Ihnen eine Stillberaterin dann ableiten, welche gezielten Tipps sie Ihnen geben kann. Wenn Sie mir Ihren Wohnort mit Postleitzahl angeben, suche ich Ihnen gerne die nächstgelegene LLL-Stillberaterin heraus. Falls Sie Milchbildungstee trinken sollten, lassen Sie diesen Tee einmal weg, denn darauf reagieren viele Babys mit Bauchproblemen. Bei Bauchproblemen kann auch Massage helfen. Vielleicht gibt es ja bei Ihnen in der Nähe einen Babymassagekurs, den Sie mit Ihrem Kind besuchen können. Haben Sie ein Tragetuch? Das Tragetuch ist DIE Möglichkeit, ein unzufriedenes Baby zu beruhigen und ihm viel Körperkontakt zu geben. Das Tragen im Tragetuch, das dem Kind durch das Umhülltsein Halt gibt und ihm automatisch zu viel Körperkontakt mit Mutter (oder Vater) verhilft ist fast ein Zaubermittel. Ihr Baby kann die Nähe der Mutter spüren, es wird sich an ihrem Körper beruhigen, die Koliken verringern sich, es wird weniger weinen, vielleicht sogar recht gut schlafen und Sie haben mindestens eine Hand frei (und auch Ihren Kopf, weil das Baby wieder ruhiger ist), um sich um Ihr größeres Kind zu kümmern und andere Dinge zu tun. Versuchen Sie es einmal. Eine Autorin nennt dies so schön „Perspektive teilen". Das Tragetuch ermöglich es dem Kind, am Leben der Familie problemlos teilzunehmen und mit Ihnen die Perspektive zu teilen. Lassen Sie sich von einer tucherfahrenen Frau einmal zeigen, wie vielseitig einsetzbar ein Tragetuch sein kann. Tucherfahrene Frauen finden Sie in fast jeder Stillgruppe und auch sonst wäre es sicher ein guter Gedanke, einmal ein Stillgruppentreffen zu besuchen. Neben vielen nützlichen Tipps bekommen Sie dort auch moralische Unterstützung. Bei manchen Kindern hilft gegen die Koliken allerdings wirklich nichts außer abwarten, bis das Kind aus dem „Kolik-Alter" herausgewachsen ist. Ich wünsche euch bald bauchwehfreie Zeiten. LLLiebe Grüße Biggi Welter


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