Frage: 7Monate und einige Fragen

Liebe Biggi, erst einmal: Alles Gute für´s neue Jahr! Meine Fragen: Lara ist jetzt 31 Wochen alt und zahnt. Sie hat es sich angewöhnt nach dem Trinken an der Brust (besonders wenn sie immer wieder loslässt um sich neugierig umzusehen) einfach den Kopf wegzuziehen. So ist das ja noch ok, aber wenn erst ein Zahn da ist, sehe ich jetzt schon Löcher in meinen Brustwarzen, aua! Also: wie kann ich ihr das begreiflich machen, dass sie erst loslassen muss, bevor sie sich anderem widmet? Meine zweite Frage: Seit Vorgestern schiebt Lara angebotene Beikost (Karotten) nicht mehr hinaus. Ich habe Wurzeln aus eigenem Garten pürriert, musste aber feststellen, dass trotzdem kleine Stückchen dabei waren. Nun waren heute eindeutig kleine Stückchen, noch orange in ihrem Stuhlgang. Muss ich darauf achten dass wirklich (ja) alles gut pürriert ist was sie bekommt, da sie es sonst nicht verdauen kann? ODER ist es ein Hinweis darauf, dass ihre Verdauung noch nicht soweit ist und ich weiterhin voll stillen sollte? (Sie gedeiht prächtig, sitzt noch nicht frei, nimmt aber das angebotene vom Löffel voller Interesse an wenn ich es ihr gebe, obwohl ich vielleicht noch gerne weiterhin voll stillen möchte. Und - ach ja - da sie zahnt habe ich ihre Unruhe, das nicht schlafen können/wollen evtl. als Zeit für Beikost zu früh gedeutet?) Ich hoffe du kannst dir ein Bild machen, ich danke dir jedenfalls schon jetzt für deine hilfreiche Antworten! Stella

Mitglied inaktiv - 02.01.2002, 16:48



Antwort auf: 7Monate und einige Fragen

? Liebe Stella, auch euch ein gutes Neues Jahr! Bei einem Kind, das an der Brust zerrt oder den Kopf plötzlich umdreht und dabei die Brustwarze mit nimmt und schier ins Unendliche langzieht, kannst Du ähnlich vorgehen, wie bei einem Baby, dem Du das Beißen an der Brust abgewöhnst. Wenn dein Baby beim Stillen beißt, kannst Du ihm durchaus vermitteln, dass dir das weh tut, genau so, wenn es die Brustwarze in die Länge zieht. Ein Baby verbindet das Gefühl der Beruhigung und der Sicherheit ebenso wie das Stillen des Hungers mit seiner Mutter. Es versteht nicht, dass es der Mutter Schmerzen verursacht, wenn es seine Zähne auf ihre Brustwarze drückt. Babys beißen nicht aus Boshaftigkeit. Ein Baby muß lernen, was es beim Stillen mit neuen Zähnen tun muß. Oft lernt es durch Ausprobieren und dem, was darauf folgt. Daher kann ein plötzliches Aufschreien der Mutter dazu führen, dass das Baby entweder so erschrickt, dass es anschließend die Brust verweigert oder aber, dass es das Aufschreien sehr interessant findet und deshalb probiert, ob es diese Reaktion noch einmal hervorrufen kann. Die folgenden Strategien haben sich in dieser Situation als erfolgreich erwiesen: - das Baby ohne großes Aufheben von der Brust nehmen, damit es nicht versucht ist zu probieren, ob es die Mutter nochmals zusammenzucken lassen kann. - etwas Angemessenes zum Beißen anbieten. Sobald es zu einem Biss oder einem Beinahe-Biss kommt, bietest Du dem Baby einen Beißring oder ein Spielzeug an, damit es weiß, wo es seine Zähne einsetzen darf. - das Baby schnell auf den Boden legen. Einige Mütter wollen auf das Beißen oder Zerren an der Brust strenger reagieren. Nach ein paar Schrecksekunden für das Baby, die dem Ablegen folgen, sollte es beruhigt werden und die Rückmeldung bekommen, dass Beißen unangenehme Folgen hat. - einen Finger in die Nähe des Mundes des Babys legen, um den Saugschluss schnell zu unterbrechen, wenn es seinen Kopf dreht. Manche Babys lieben es, die Brustwarze nicht loszulassen, wenn sie abgelenkt werden und ihren Kopf drehen. Dies kann verhindert werden, wenn die Mutter einen Finger bereit hält, um den Saugschluss zu unterbrechen. Es wird nicht lange dauern, bis das Baby gelernt hat, dass sich wegdrehen bedeutet, die Brustwarze zu verlieren. - mit dem Baby reden und ihm erklären, dass Du das Beißen nicht lustig findest (klingt vielleicht noch verfrüht bei einem Baby, aber es funktioniert vielfach tatsächlich). Widerstehe der Versuchung das Baby beim Zubeißen sofort von der Brust zu reißen, sondern ziehe es nahe an dich heran. Dann lässt es los, weil es sonst nicht mehr atmen kann. Es ist besser für dein Brust, wenn das Baby loslässt, als es von der Brust wegzureißen. Ganz gleich, ob Du die Beikost feinst pürierst oder ob noch kleine Stückchen zu erkennen sind, wird deine Tochter noch nicht alles komplett verdauen. Kleine Stückchen unverdautes Gemüse in der Windel sind bei einem Baby oder Kleinkind vollkommen normal und üblicherweise kein Anlass zur Besorgnis. Schau auf dein Kind und lass es selbst entscheiden, wie viel es essen mag und lass euch beiden Zeit bei der Einführung der Beikost. LLLiebe Grüße Biggi

von Biggi Welter am 03.01.2002