TinaUndAlex
Liebe Expertinnen, Ich habe meinen Sohn 13 Monate gestillt. Mittlerweile beisst er oft in die Brustwarze mit seinen spitzen Zähnen und ich versuche abzustillen. Tagsüber klappt es mal mehr mal reisst er mir quasi das Shirt vom Oberkörper. Abends wird er einschlafgestillt und nachts kommt er zw. 5-10x zum trinken, nuckeln - ich kann es ehrlich gesagt nicht unterscheiden. Nach dem Wachwerden morgens trinkt er auch eifrig. Trotz Tees wird die Brust nicht leerer und die Schreiattacken, wenn ich die Brust verweigere, halte ich schwer aus. Auf dem Arm klettert und strampelt so lange, dass ich ihn nicht halten kann und dann doch wieder nachgebe und den Schmerz aushalte. Ich habe schon mehrfach versucht nachts Flasche oder Nuckel zu geben, aber leider wird er noch hysterischer und ich breche ein. Nickel hat er nie genommen. Tagsüber trinkt er Kuhmilch. Einschlafen im Kinderwagen klappt. Wenn ich wegen Regen zu Hause bin nur mit Brust bzw. Im Bett nach Schreimarathon, den ich weinend vor seinem Bett aushalte. Ich versuche ihn, damn immer wieder hinzulegen und zu streicheln. Nach 30min bis 1h schläft er nassgeschwitzt ein und ich bin unglücklich, weil er in meinen Augen leidet und ich mein Bedürfnis ohne Schmerzen zu sein über seines gestellt habe. Nachts schläft er noch im Schlafzimmer, aber er soll bald ausquartiert werden. Welche Tipps gibt es, woran erkenne ich, dass er die Brust nicht braucht bzw. bereit ist auf sie zu verzichten? Ist es evt zu früh? Ich Danke für Ihre Rückmeldung. Liebe Grüsse Tina
Kristina Wrede
LIebe Tina, gleich vorweg: Es ist dein gutes Recht, auf DICH mindestens so gut zu achten wie auf dein Baby!!! Wenn das Stillen nur unter Schmerzen geht, dann ist doch klar, dass es für dich nicht gut ist. Ich gebe dir gleich noch Tipps, was bei Babys, die "beißen" schon anderen Müttern geholfen hat. Sollte es jedoch nicht helfen, dann ist das allerwichtigste, dass du kein schlechtes Gewissen hast, wenn du nicht mehr stillst. Ihr braucht dann einen Ersatz, und es braucht etwas Geduld, bis dein Kleiner versteht, dass Mamis Liebe nicht nur an der Brust zu finden ist. Viel Kuscheln, Kitzeln, Massieren, Singen und Spaß haben sind gute Alternativen. Klar findet er es zunächst einmal nicht lustig, dass er die Brust nicht haben darf. Das ist normal und verständlich. Trotzdem brauchst du deshalb nicht fürchten, dass du ihm Schlimmes antust. Du bist ja da für ihn, bist ja bei ihm! Er kann dein schlechtes Gewissen spüren, und wenn er das tut, verunsichert ihn das erst recht: Er weiß, dass er an der Brust bekommt, was er braucht, er hört dein Nein, aber spürt, dass du selbst nicht dran glauben magst, was du sagst. Wie kann er es dann tun? Er gerät in mehr und mehr in Stress und dann ist klar, dass irgendwann gar nichts mehr geht. BIst du aber sein "Fels in der Brandung", auch wenn er nicht bekommt, was er will, dann fühlt er deine Kraft und Sicherheit und kann sich da hinein entspannen. Also: Bleib "bei dir" und stark (nicht hart!!!), wenn es sich für dich richtiger anfühlt, nicht mehr (oder deutlich weniger) zu stillen. Du wirst sehen, das klappt dann ganz anders. Vielleicht aber helfen ja auch diese Tipps, und du magst dann doch noch die ein oder andere Stillmahlzeit beibehalten, ihn aber zu bestimmten Zeiten abstillen? Babys können nicht GLEICHZEITIG an der Brust trinken und zubeißen. Aber sie können aufhören zu saugen und dann beißen. Und das macht wohl auch dein Baby. Wenn dein Kleines dich beim Stillen beißt, kannst du ihm durchaus vermitteln, dass dir das weh tut. Ein Baby verbindet das Gefühl der Beruhigung und der Sicherheit ebenso wie das Stillen des Hungers mit seiner Mutter. Es versteht nicht, dass es der Mutter Schmerzen verursacht, wenn es seine Zähne auf ihre Brustwarze drückt. Babys beißen nicht aus Boshaftigkeit. Ein Baby muss lernen, was es beim Stillen mit neuen Zähnen tun muss. Oft lernt es durch Ausprobieren und dem, was darauf folgt. Daher kann ein plötzliches Aufschreien der Mutter dazu führen, dass das Baby entweder so erschrickt, dass es anschließend die Brust verweigert oder aber, dass es das Aufschreien sehr interessant findet und deshalb probiert, ob es diese Reaktion noch einmal hervorrufen kann. Die folgenden Strategien haben sich in dieser Situation als erfolgreich erwiesen: - das Baby ohne großes Aufheben von der Brust nehmen, damit es nicht versucht ist zu probieren, ob es die Mutter nochmals zusammenzucken lassen kann. - etwas Angemessenes zum Beißen anbieten. Sobald es zu einem Biss oder einem Beinahe-Biss kommt, bietest Du dem Baby einen Beißring oder ein Spielzeug an, damit es weiß, wo es seine Zähne einsetzen darf. - das Baby schnell auf den Boden legen. Einige Mütter wollen auf das Beißen strenger reagieren. Nach ein paar Schrecksekunden für das Baby, die dem Ablegen folgen, sollte es beruhigt werden und die Rückmeldung bekommen, dass Beißen unangenehme Folgen hat. - einen Finger in die Nähe des Mundes des Babys legen, um den Saugschluss schnell zu unterbrechen, wenn es seinen Kopf dreht. Manche Babys lieben es, die Brustwarze nicht loszulassen, wenn sie abgelenkt werden und ihren Kopf drehen. Dies kann verhindert werden, wenn die Mutter einen Finger bereit hält, um den Saugschluss zu unterbrechen. Es wird nicht lange dauern, bis das Baby gelernt hat, dass sich wegdrehen bedeutet, die Brustwarze zu verlieren. - mit dem Baby reden und ihm erklären, dass Du das Beißen nicht lustig findest (klingt vielleicht noch verfrüht bei einem Baby, aber es funktioniert vielfach tatsächlich). Ich hoffe, das hilft auch dir!! Lieben Gruß, Kristina
Mamamaike
Hallo, ich hoffe, ich darf Dir auch antworten. Ganz offensichtlich ist Dein Sohn noch nicht bereit, abgestillt zu werden. Stillen ist aber eine Partnersache, und wenn Du Dich als Stillpartnerin nicht mehr wohlfühlst, hat das auch seine Berechtigung. Wenn es nur am Beißen liegt und Du ansonsten weiterstillen würdest, kannst Du ein Stillhütchen ausprobieren. Und Du kannst ihn, wenn er beißt, "abmachen" und ihm in deutlichen Worten erklären, dass er Dir weh tut und er das lassen soll. Dann stillst Du ihn erst weiter. Das wird er schnell verstehen: Ich beiße, also kann ich nicht weitertrinken, ich beiße nicht,... Wenn Du wirklich abstillen willst, musst Du konsequent bleiben. Lenk ihn ab mit spielen, statt ihn auf Deinem Schoß sitzend am T-Shirt wühlen zu lassen. Lass Deinen Mann ihn ins Bett bringen, damit das Einschlafstillen wegfällt. Das wird nicht ohne Weinen abgehen, aber das ist schließlich seine Ausdrucks- bzw. Protestform. Viele Grüße
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