Frage im Expertenforum Schwangerschaftsberatung an Dr. med. Christian Karle:

Listeriose nach Grillparty

Frage: Listeriose nach Grillparty

Baiba80

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Lieber Herr Dr. Karle, ich bin in der 20. Ssw und passe normalerweise sehr genau auf, was ich esse. Am Sonntag bei einer Grillparty habe ich einen grünen gemischten Salat genommen und erst beim Essen gemerkt, dass ich auf Schafs- oder Ziegenkäse beiße. Der Salat war vermurlich auch aus einer Fertigpackung und das ganze stand schon ca. 6 Stunden in der Wärme. Nachts bin ich mit Magen-Darm-Krämpfen aufgewacht und konnte 4h nicht schlafen, gestern hatte ich 37,7 Temperatur und dazu Schüttelfrost und Gliederschmerzen. Heute geht es mir wieder gut. Ich habe jetzt so schreckliche Angst, dass es eine Listeriose war/ist und ich das Baby verlieren werde. Wir wohnen im Ausland und ich weiß nicht, was ich jetzt tun soll. Vielen Dank für Ihre Antwort!


Dr. med. Christian Karle

Dr. med. Christian Karle

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Guten Tag, zuerst einmal: bleiben Sie ruhig. Listeriose ist extrem selten. Weltweit wird dies bei Schwangeren ca 40x diagnostiziert/Jahr. Bei Verdacht oder der Diagnose eine Listeriose kann mit einer antibiotischen Behandlung Schaden abgewendet werden. Es sollte aber immer der behandelnde Arzt entscheiden, ob er in einem solchen Fall wirklich die Abklärung einer Listerioseinfektion für geboten hält. Das The American College of Obstetricians and Gynecologists spricht sich im Fall des vermeintlichen Kontaktes zu Listerien (das bedeutet, das verzehrte Lebensmittel war erwiesenermaßen mit Listerien infiziert gewesen) zu folgendem Vorgehen aus: Keine Symptome: keine Maßnahmen Patient ist symptomatisch und hat kein Fieber: zuwarten, beobachten. Blutkulturen können in Erwägung gezogen werden. Patient ist symptomatisch (grippeähnliche Symptome, wie Muskelschmerzen, Beschwerden im Bauch oder Rücken, Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall) und hat Fieber: Diagnostik mit Blutkulturen und Antibiotikatherapie Es wird also nur bei begründbarem klinischen Verdacht auf eine Listerieninfektion bei der Schwangeren eine Diagnostik veranlasst werden. Dieses ist in aller Regel dann nicht der Fall, wenn die Schwangere versehentlich rohes Fleisch, Rohmilchkäse oder ähnliches verzehrt hat. Sinnlos und überholt ist ein Antikörpernachweis, da es sehr viele falsch negative (Antikörper werden erst spät, bei Immunsuppression gar nicht gebildet) und auch falsch positive Ergebnisse gibt (Kreuzreaktivität mit vielen anderen Bakterien durch Antigengemeinschaft). Sprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt. Eine MagenDarm Verstimmung ist in diesem Fall wahrscheinlich und nicht behandlungswürdig. Alles Gute wünscht Ihnen. Dr. Christian Karle


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