Frage im Expertenforum Recht an Nicola Bader:

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Frage: frage

Saskia w.

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Sehr geehrte Frau Bader Ich hoffe sie können mir meine sorge etwas nehmen. Wie haben einen Sohn von 15 Monaten. Das sorge recht haben mein Partner u ich gemeinsam. Wir leben gemeinsam. Der Vater meines Partners will seinen Enkel allein beaufsichtigen. Ich möchte das überhaupt nicht da zum einen kein Vertrauens Verhältnis besteht und zum anderen er gefahren Situationen nicht erkennt. Da mein Kind bereits zweimal schwer erkrankt ist und auch hätte sterben können, hänge ich sehr an ihm und kann einfach noch nicht los lassen. Mein freund (sein Papa und sorge berechtiger ) findet meine Bedenken übertrieben und würde seinem Vater das Kind geben. Darf er das? Also gegen meinen Willen? Ich verstehe dass er natürlich auch rechte hat , aber es zerbricht mich! Bitte liebe mitlesenden, haltet euch mit Kommentaren ein bisschen zurück , da ich wirklich sensibel darauf reagiere. Vielen Dank


Nicola Bader, Rechtsanwältin

Nicola Bader, Rechtsanwältin

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Hallo, rechtlich wird der Vater einen Anspruch nicht durchsetzen können. Praktisch ist natürlich der Umgang des Kindes mit den Großeltern enorm wichtig. Vielleicht kann man es erst einmal so regeln, dass der Großvater das Kind betreut, Sie oder Ihr Mann anwesend sind, sich aber im Hintergrund halten und eben Hilfestellung geben, wenn nötig. Liebe Grüße NB


malini

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Inwiefern befürchtest du denn, dass er Gefahrensituationen nicht erkennt? Was fällt für dich darunter?


Saskia w.

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Er hat einen aggressiven Schäferhund und will diesen mal am Kind schnuppern lassen. Er achtet nicht drauf ob er Steine in den Mund nimmt. Er lässt Kinder schreien und nimmt sie nicht aus dem kiwa wenn sie brüllen. Unser Sohn hatte einen passageren immundefekt und dadurch zweimal Sepsis. Sein Zustand muss immer noch überprüft werden und fieber ist ein Alarm Signal. Bei der letzten Sepsis, als wir auf intensiv waren und ich ihm alles erzählte und sagte , wie gut es War dass ich direkt fieber gemessen hatte, meinte er , dass alle Kinder fiebern und es sicher nicht so schlimm War. Ich musste mir vor ihm vom Arzt bestätigen lassen dass der kleine innerhalb der nächsten Stunden verstorben wäre wenn wir nicht sofort ins kh wären. Also hab ich angst dass er Krankheiten nicht schnell genug erkennen kann.


Mitglied inaktiv

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Ich finde die gesundheitliche Situation des Kleinen wirklich gravierend. Da ich selber einmal eine solche Grenzsituation (Kind lebensgefährlich erkrankt, kurz vor dem Ende, und selbst der Kinderarzt hat den Ernst der Lage nicht erfasst!) miterlebt habe, kann ich mir gut vorstellen, wie man als Mutter an solch einem Erlebnis bzw. einer Situation leidet. Und das noch viele Jahre danach. Hierbei ist m.E. entscheidend, dass ihr als Elternpaar grundsätzlich lernt, aufeinander zuzugehen und empathisch Lösungen in Konfliktsituationen findet. Da braucht ihr jetzt keinen juristischen Rat, sondern mehr eine psychotherapeutische (Paar-)Beratung. Ähnliche Konstellationen wird es noch öfters in den nächsten 15-20 Jahren geben. Da kann man nicht jedesmal einen Anwalt einschalten. Und wenn der Anwalt dem Papa Recht gibt, hilft dir das als Mutter ja auch nicht weiter. Du brauchst Verständnis, du brauchst die Sicherheit dich auf andere verlassen zu können und ein kleines Stück weit musst du lernen, die Traumata zu verarbeiten und loszulassen. Andererseits muss man den Großeltern manchmal auch gewisse Grenzen aufzeigen, die sie respektieren müssen.


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