Frage im Expertenforum Milch & FlÀschchen an Annelie Last:

warum isst mein kleiner nicht?

Frage: warum isst mein kleiner nicht?

zazazu

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hallo, ich habe einen sohn (22 monate). er war von anfang an ein sehr schlechter esser, d.h. hat schon die brust abgelehnt und wollte nur aus dem flĂ€schchen trinken, aber auch davon nicht zu viel. die zufĂŒtterung konnten wir mit ca. 9 monaten beginnen, die aber auch kein riesenerfolg war. ich muss dazu sagen, dass er zwar termingerecht aber mit nur 43 cm und 2400 g auf die welt kam, war also wirklich winzig. er hat nie die orale phase gehabt, hat nie spielzeuge in den mund genommen und tut das bis heute nicht. das macht das essen nicht leichter. die ersten paar monate bei der zufĂŒtterung hat er praktisch nur haferbrei gegessen (jedenfalls alles nur vom löffel) und jetzt ist es genau umgekehrt. er isst nichts vom löffel oder von der gabel, alles nur aus der hand. das sind allerding auch nur ein paar ausgewĂ€hlte nahrungsmittel (brot, banane, lachs, avocado und rĂŒhreier, und jetzt doch schon 2mal hĂŒnchen). alles andere lehnt er ab. ĂŒberhaupt hat er kein interesse am essen, und selten signalisiert er mir hunger. wir waren schon beim endokrinologen, aber alle werte sind in ordnung. er ist immer noch sehr klein fĂŒr sein alter, aber wie ich finde sein geringes gewicht passt zur grĂ¶ĂŸe des körpers. auch bei der ernĂ€hrungsberatung waren wir, sie bestĂ€tigte mir meinen eindruck. das einzige was sie uns noch geraten hat ist, ihm milch in pulverform zu geben (und zwar 2mal tĂ€glich) weil diese proteine enthĂ€lt. sie hat uns geraten bis juli zu warten, weil mein sohn ja jetzt in den kindergarten geht, erhoffen wir uns dass er von seinen kameraden diese "bewegung" abguckt und doch anfĂ€ngt selber zu essen. abgesehen davon ist mein sohn immer gut gelaunt (die einzig schlechtgelaunte bin ich wenn er nicht isst ;-) ), er ist voller energie und tatendrang. auch wenn ich versuche relaxt zu bleiben, fĂ€llt es mir hĂ€ufig schwer, denn mehr als 2 "mahlzeiten" (0,5-1 scheibe brot) und dazwischen maximal eine banane am tag isst er nicht, und oft bin ich sogar darĂŒber schon glĂŒcklich wenn er diese menge schafft. vielleicht haben sie noch ein paar tipps fĂŒr mich? vielen dank zazazu


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Liebe „zazazu“, zunĂ€chst einmal möchte ich Sie von Ihren Sorgen befreien, Ihr Kleiner könnte einen Mangel erleiden. So schnell passiert das nicht. Ihr Kleiner holt sich schon – halt auf seine Art und Weise – das was er braucht. Das bestĂ€tigen ja auch ihre Ärzte. Sie beschreiben Ihren Junge als glĂŒckliches Kind, das sich viel bewegt, voller Tatendrang und Energie ist. Das alles zeigt Ihnen, dass er gut versorgt ist. Wenn er auch zu „Milchzeiten“ und im „Beikostalter“ nie zu den „großen Essern“ zĂ€hlte und ein zierliches Kind ist, wird er dies auch im Kleinkindalter bleiben. Wichtig ist, dass Ihr Kleiner gesund ist und das haben Sie ja, so habe ich es verstanden, von verschieden Ärzten abklĂ€ren lassen. Gut, dass Sie auch bei einer ErnĂ€hrungsberaterin vor Ort waren. Sicher kann ich Ihnen hier nicht viel mehr erzĂ€hlen als Sie. Auch ich wĂŒrde Ihrem Sohn eine Milch aus der Tasse zum FrĂŒhstĂŒck und Abendbrot anbieten, wenn Ihr Kleiner Milch trinken mag. Auch gerne schon ab sofort. Das kann Kuhmilch sein oder eine Kindermilch. Das Plus an NĂ€hrstoffen in so einer Kindermilch, tut Ihrem Kleinen sicher gut. Machen Sie ihm sonst einfach weiter ein Angebot an gesunden Lebensmitteln (seine Lieblingsspeisen dĂŒrfen natĂŒrlich dabei sein) an und Ihr Sohn darf daraus auswĂ€hlen und entscheiden wie viel er davon essen mag. Verweigert er das Essen oder mag er nicht mehr weiter essen, ist das in Ordnung so. Sie können hier nichts erzwingen oder falsch machen. Bleiben Sie frohen Mutes, denn Ihr Sohn spĂŒrt Ihre Sorgen und Bedenken. Beim HĂŒhnchen hat es doch schon geklappt, das freut mich wirklich sehr und zeigt Ihnen, dass Sie gemeinsam auf dem richtigen Weg sind. Probieren Sie mal folgendes aus: Achten Sie darauf, dass Ihr Sohn nicht zu ĂŒbermĂŒdet ist oder gar aus dem Spiel herausgerissen wird. Dann haben Kinder oft keine Lust oder auch Energie sich konzentriert beim Essen zu verhalten. Essen Sie möglichst alle gemeinsam an einem Tisch. Bieten Sie eine Auswahl an Speisen an, halten Sie die Portion auf seinem Teller eher klein. Essen Sie selbst mit Genuss. Sie sind das Vorbild, er wird Sie in allem nachahmen. Unterhalten Sie sich am Tisch ĂŒber angenehme Dinge. Und ganz wichtig schauen Sie nicht (zu oft) auf seinen Teller, maßregeln Sie ihn nicht, motivieren Sie ihn nicht... Nichts sollte die gute Laune verderben. Sie möchten auch nicht, dass Ihr Essen dauernd kommentiert wird, oder? So geht die Freude am Essen nicht verloren. Wenn die Mahlzeit beendet ist, rĂ€umen Sie einfach ab – ohne Kommentar. Stellen Sie das Essen nicht zu sehr in den Mittelpunkt. Sehen Sie das Essen weniger als „Ihre Aufgabe“, sondern mehr als Freude und Genuss. Versteifen Sie sich nicht auf die Mahlzeiten, freuen Sie sich vielmehr darĂŒber, dass es Ihrem Söhnchen gut geht und er sich wunderbar entwickelt. Es ist es ganz wichtig, dass Sie das Thema möglichst ruhig und gelassen angehen und Ihren Sohn behutsam unterstĂŒtzen. Vielleicht Fragen Sie auch einmal unserer Ärzte (Dr. Wirth, Dr. Radke) aus dem Nachbarforum „KinderernĂ€hrung“ um Rat Sonnige GrĂŒĂŸe aus Pfaffenhofen, Annelie Last PS: Noch ein Wort zum Kindergarten. Seien Sie frohen Mutes, oft lernen Kinder in der Gemeinschaft das Essen leichter. Wenn Ihr Söhnchen sieht, dass alle Kinder gemeinsam im Kindergarten eine Vielfalt an Lebensmitteln zu sich nehmen, wird er sich frĂŒher oder spĂ€ter auch dafĂŒr interessieren.


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