Frage im Expertenforum Medikamente in der Schwangerschaft an Dr. med. Wolfgang Paulus:

Antibiotika und ev. Frühschwangerschaft

Frage: Antibiotika und ev. Frühschwangerschaft

Mitglied inaktiv

Beitrag melden

Hallo, dieser Monat war wie verhext. Erst hatte ich rund um den errechneten Eisprungtermin die Grippe und danach eine entzündete Zahnwurzel. Aufgrund dessen verbrauchte ich in einem Zeitraum von ca. 3 Wochen eine Schachtel Ibuprofen Schmerzmittel und 2 Packungen Clinda Saar 600mg. Nun warte ich seit zwei Tagen auf meine Periode, die leider bisher ausblieb. Wir wünschen uns bereits seit 9 Monaten ein zweites Kind. Doch unter diesen Umständen bzgl. der Antibiotika würde ich gern in diesem Zyklus darauf verzichten und habe ziemlich Angst schwanger zu sein. Was wäre denn, wenn ich wirklich schwanger wäre? Müsste ich damit rechnen, dass das Baby einen Schaden davon genommen hat? Es wäre schön eine ehrliche Meinung zu hören. Danke! Achso, am ersten Überfälligen Tag habe ich Nachmittags einen Test gemacht, der negativ ausfiel.


Dr. Wolfgang Paulus

Dr. Wolfgang Paulus

Beitrag melden

Im humantherapeutischen Einsatz gibt es nach langjährigen Erfahrungen keinen Anhalt für eine Fruchtschädigung durch Clindamycin. Das Michigan Medicaid Program erfasste zwischen 1985 und 1992 647 Neugeborene nach Exposition mit Clindamycin im I.Trimenon. Darunter fanden sich 31 angeborene Anomalien (4,8%), was dem üblichen Basisrisiko entspricht (Briggs et al 1999). Die Substanzklasse der nichtsteroidalen Antiphlogistika enthält zahlreiche Vertreter. Die älteren Substanzen wie Diclofenac oder Ibuprofen dürfen in den ersten zwei Schwangerschaftsdritteln eingesetzt werden. Im letzten Schwangerschaftsdrittel ist jedoch wegen eines möglichen vorzeitigen Verschlusses des Ductus arteriosus (kindliche Kreislaufverbindung vor Geburt) bei Dauertherapie mit all diesen Prostaglandinsynthesehemmern Vorsicht geboten. Sofern eine Anwendung im Zeitraum der Alles-oder-Nichts-Regel (innerhalb von zumindest 14 Tagen nach Empfängnis) erfolgt, ist bei schädigenden Einwirkungen ohnehin entweder ein Abort oder ein Neugeborenes ohne erhöhtes Fehlbildungsrisiko zu erwarten. Die anfangs pluripotenten Zellen können in dieser Zeit noch geschädigte Zellen ersetzen, so dass die weitere Entwicklung ungestört verläuft, sofern der toxische Schaden nicht so groß ist, dass die Frucht mit der nächsten Regelblutung abgeht. Die Weiterentwicklung einer in diesem frühen Stadium geschädigten Frucht wäre demnach ohnehin nicht zu befürchten.


Bei individuellen Markenempfehlungen von Expert:Innen handelt es sich nicht um finanzierte Werbung, sondern ausschließlich um die jeweilige Empfehlung des Experten/der Expertin. Selbstverständlich stehen weitere Marken anderer Hersteller zur Auswahl.

Ähnliche Fragen

Ich habe noch nichts von meiner Schwangerschaft gewusst und habe 5Tage Floxacin aufgrund einer Blasenentzündung eingenommen. Bin jetzt in der 6. Schwangerschaftswoche. Kann das Auswirkungen auf den Fötus haben und wenn ja welche, wie kann man diese feststellen? Danke!

Wg. einer Nasennebenhöhlenentzündung habe ich von der ca. 4-5 SW 6 Tage lang das Antibiotikum Clarithromycin (insgesamt 12 Tabletten) eingenommen. Ich wusste zu diesem Zeitpunkt nichts von der Schwangerschaft. Nun bin ich sehr besorgt wg. evtl. Fehlbildungen. Besteht ein hohes Risiko? Gerade die ersten Wochen sind wg. der Organbildung doch sehr sen ...

Zu meiner vorherigen Frage ist mir noch was eingefallen: Könnte ich in der sechsten Woche ein Antibiotika nehmen? Penicillin geht nicht,da ich hierauf allergisch bin. Danke!

Hallo, meine Frauenärztin hat mir Wegen Chlamydien Erythromycin in Form von einer Infectomycin Suspension verordnet, ich muss es eine Woche einnehmen. Ich hab die Therapie begonnen. Da ich in der Frühschwangerschaft bin, macht es mir ziemlich Sorgen ob dem Baby was passieren kann, weil in der Packungsbeilage was von möglichen Herzfehlern steht und ...

Sehr geehrter Dr. Paulus, Ich bin gerade in der 6. SSW und wurde vor kurzem mit einer chronischen Gastritis, einer Helicobacter pylori Infektion und einem Reflux diagnostiziert. Das zusammen mit der Schwangerschaftsübelkeit ist unerträglich. Was halten Sie davon, jetzt in der Frühschwangerschaft eine Eradikationstherapie nach französischem Triples ...

Sehr geehrter Herr Dr. Paulus, ich befinde mich in der 6. SSW und bin seit gestern krank. Heute Nacht hatte ich höheres Fieber (39.2), ein Schnelltest war positiv auf Influenza A. Hiergegen bin ich am 20.11.2025 geimpft worden. Das Fieber ist inzwischen wieder auf 38.0 gesunken. Aufgrund der mit einer Grippe verbundenen Risiken mache ich mir Sorge ...

Sehr geehrter Herr Dr. Paulus, ich befinde mich kurz vor der Geburt und es wurden per Zufalls Zufallsbefund in meinem Vaginalabstrich massenhaft die Bakterien Citrobacter koseri und Enterobacter cloacae komplex gefunden. Symptome habe ich keine. Die dagegen wirksamen Antibiotika laut Resistenzenbestimmung wurden laut Embryotox alle als bedenklich ...

Ich habe seit Beginn der Schwangerschaft täglich Ferro Sanol 100 mg eingenommen, weil ich davon ausgegangen bin, dass ich noch Eisenmangel habe (ich habe nach der Geburt meines letzen Kindes vor 10 Monaten viel Blut verloren, habe Eisen verordnet bekommen und aufgrund diverser Lebensumstände die Nachkontrolle nicht gemacht) nun habe ich diese 100mg ...

Ich habe seit Beginn der Schwangerschaft täglich Ferro Sanol 100 mg eingenommen, weil ich davon ausgegangen bin, dass ich noch Eisenmangel habe (ich habe nach der Geburt meines letzen Kindes vor 10 Monaten viel Blut verloren, habe Eisen verordnet bekommen und aufgrund diverser Lebensumstände die Nachkontrolle nicht gemacht) nun habe ich diese 100mg ...

Guten Tag Herr Dr. Paulus,  wie substituiere ich einen Vitamin B12 Mangel (Blutwert 150) in der Frühschwangerschaft (5 SSW) am sinnvollsten, um den Mangel möglichst schnell auszugleichen und neurologische Schäden am Embryo zu vermeiden? Empfehlen Sie Injektionen oder orale Substitution? Welche Dosierung, Häufigkeit der Spritzen/ Tabletten empfehl ...