Donjeta
Hallo Herr Dr. Gagsteiger, seit einem Jahr besteht bei meinen Mann und mir Kinderwunsch. Bisher hat es leider nicht geklappt, trotz regelmäßigen Eisprüngen. Nun hatte er ein Spermiogramm. Was sagen Sie zu diesen Werten? Vorallem zur Mobilität und Morphologie? Volumen: 1,5ml Anzahl: 198 Mio. Spermien Mobilität: 25% normal bewegliche (50%) Spermatozoen, 5% pathologisch beweglich, 70% unbeweglich Morphologie: 35% normale Formen (größer 50%), 62% pathol. Formen Vitalität: 3% Rundzellen, 82% lebende Spermatozoen Der Urologe meinte es liegen gute Zahlen vor ihm. Was sagen Sie? Vielen Dank und liebe Grüße
Guten Abend, Ich kann Ihnen einige allgemeine Informationen zu diesem Spermiogramm geben, die Ihnen helfen können, die Ergebnisse besser zu verstehen. Volumen: Ein Volumen von 1,5 ml liegt nur sehr knapp innerhalb des normalen Bereichs. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) gibt an, dass ein normales Ejakulatvolumen 1,5 ml oder mehr beträgt. Anzahl: Mit 198 Millionen Spermien pro Ejakulat liegt Ihr Mann deutlich über dem Referenzwert der WHO von 15 Millionen Spermien pro ml. Mobilität: Die Motilität der Spermien ist entscheidend für die Befruchtungsfähigkeit. Die WHO-Richtlinien besagen, dass mindestens 40% der Spermien eine Beweglichkeit aufweisen sollten. In Ihrem Fall zeigen 25% eine normale vorwärtsgerichtete Beweglichkeit und 5% eine pathologische Beweglichkeit. Obwohl dies unter dem Referenzwert liegt, bedeutet es nicht zwangsläufig Unfruchtbarkeit. Morphologie: Die Morphologie beschreibt die Form der Spermien. 35% der Spermien mit normaler Form ist ein sehr guter Wert, da die WHO einen Referenzwert von 4% oder mehr normal geformten Spermien angibt. Allerdings verlangt die WHO eine sehr genaue Untersuchung, die hier nicht erfüllt wurde. Vitalität: Die Vitalität bezieht sich auf den Anteil lebender Spermien im Ejakulat. Ein Wert von 82% lebenden Spermatozoen ist sehr gut. Zusammenfassend scheinen die Spermiogrammwerte Ihres Mannes in vielen Bereichen aureichend gut zu sein, insbesondere was die Anzahl und die Vitalität der Spermien betrifft. Die Motilität ist aber niedriger als der Grenzwert, was ein Faktor sein könnte, der die Fruchtbarkeit negativ beeinflusst. Es ist wichtig, dass Sie und Ihr Mann weiterhin mit Ihrem Andrologen oder einem Reproduktionsmediziner zusammenarbeiten, um die besten nächsten Schritte zu ermitteln. Was mir nicht so gut gefällt, sind die häufig auf 5 Prozent abgerundeten Werte. Das ist oft ein Zeichen für Schätzung und nicht genaue Zählung, wie es die WHO für Spermienuntersuchungen verlangt. Die Fruchtbarkeit eines Paares kann aber nur gemeinsam beurteilt werden. Deshalb unbedingt mit einem Reproduktionsmediziner sprechen! Viel Glück!
Donjeta
Vielen Dank für die ausführliche Information Herr Dr. Gagsteiger. Kurzzeitig bestand bei mir der Verdacht von PCO aufgrund eines erhöhten LH/FSH Quotienten. Meine Periode bekomme ich jedoch regelmäßig (32-33 Tage), bin nicht im Übergewicht. Mein AMH-Wert liegt bei 2.2 und die männlichen Hormone im Normbereich. Sonographisch zeigt sich der linke Eierstock unauffällig, rechts sind mehr Eibläschen vorhanden jedoch spricht das auch nicht ganz für PCO laut meinen Gynäkologen. Eine Bauchspiegelung hatte ich bereits auch. Hysertoskopisch Tubenostien einsehbar. Cavum unauffällig. Bei der Chromopertubation zeigten sich die Tuben bds. prompt durchgängig. Endometrioseherd im Douglas und im Bereich des lig. sacrouterinum links wurde koaguliert und eine PE entnommen. Ansonsten alles unauffällig. Vielleicht ist meine Eizellqualität nicht optimal. Denken Sie, dass ich mit Clomifen die Eizellen stimulieren sollte? Oder liegt es wahrscheinlich an meinen Mann? Wie würden Sie vorgehen? Vielen Dank für Ihre Hilfe.
Sie haben ja schon eine recht umfassende Untersuchung Ihrer Fruchtbarkeitsgesundheit durchgeführt. Dabei ist es wichtig, dass Sie eine individuelle Beratung von Ihrem Gynäkologen oder einem Facharzt für Reproduktionsmedizin erhalten, um die beste Behandlungsstrategie für Ihre spezifische Situation zu entwickeln. Tatsächlich ist Ihr Zyklus mit 32-33 Tagen etwas länger als der "Idealzyklus" mit 28 Tagen. Da die Gelbkörperphase fast immer 14 Tage lang dauert, könnte die Eiezllreifungsphase nicht ganz ideal sein. Die Einnahme von Clomifen, einem Medikament, das häufig zur Stimulation des Eisprungs bei Frauen mit Fruchtbarkeitsproblemen verwendet wird, könnte eine Option sein. Es ist effektiv bei der Steigerung der Eizellreifung und kann bei einigen Frauen die Chancen auf eine Schwangerschaft erhöhen. Allerdings sollte die Entscheidung, Clomifen einzunehmen, auf einer gründlichen Beurteilung Ihrer individuellen Situation basieren, einschließlich Ihrer Hormonwerte, des Gesundheitszustandes Ihrer Eierstöcke und anderer relevanter Faktoren. Insgesamt ist es wichtig, dass Sie und Ihr Partner eine umfassende Beratung und Unterstützung von einem Spezialisten erhalten. Dies kann Ihnen helfen, die besten Schritte für Ihre individuelle Situation zu verstehen und zu entscheiden.
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