Frage im Expertenforum Kinderwunsch an Dr. med. Friedrich Gagsteiger:

Ivf

Frage: Ivf

Elenora1991

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Hallo Herr Gagsteiger  ich hatte vor kurzem einen Transfer er war  leider negativ trotz mit einem guten Qualität. Der Ablauf war so ,pergoveris gespritzt 37.5 6 Tage lang danach Eisprung ausgelöst und nach Transfer utrogest genommen und ovitrell alle drei Tage drei Mal es war ohne Embryo glue diesmal will ich es mit Embryo glue probieren was würden sie mir noch empfehlen ? Ich habe einen guten regelmäßigen Zyklus und 3 noch eingefrorene... Amh 0.8 alter 35 


Dr. Friedrich Gagsteiger

Dr. Friedrich Gagsteiger

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Guten Tag, es tut mir sehr leid, dass der Transfer trotz guter Embryoqualität negativ war. Das ist enttäuschend und fühlt sich oft ungerecht an. Trotzdem bedeutet ein einzelner negativer Transfer noch nicht, dass grundsätzlich etwas falsch gelaufen ist. Auch ein sehr guter Embryo führt leider nicht in jedem Zyklus zu einer Schwangerschaft. Für den nächsten Versuch ist vor allem eine ruhige, sorgfältige und gut vorbereitete Planung wichtig. Da Sie einen regelmäßigen Zyklus haben, kann ein natürlicher oder leicht unterstützter Kryozyklus grundsätzlich gut passen. Entscheidend ist, dass die Gebärmutterschleimhaut gut aufgebaut ist, der Transferzeitpunkt exakt stimmt und die Progesteronunterstützung ausreichend ist. EmbryoGlue kann beim nächsten Transfer zusätzlich versucht werden. Es ist kein „Kleber“ im eigentlichen Sinn, sondern ein spezielles Transfermedium mit Hyaluronsäure, das die Einnistung möglicherweise unterstützen kann. Eine Garantie ist es aber nicht. Zusätzlich kann vor dem nächsten Transfer Folgendes besprochen werden: Gebärmutterhöhle und Schleimhaut prüfen: Falls dies nicht kürzlich erfolgt ist, kann es sinnvoll sein, Polypen, kleine Verwachsungen oder andere Veränderungen der Gebärmutterhöhle auszuschließen. Chronische Entzündung der Gebärmutterschleimhaut ausschließen: Eine sogenannte chronische Endometritis kann manchmal eine Rolle spielen. Je nach Vorgeschichte kann eine Gebärmutterspiegelung und/oder eine gezielte Gewebeprobe sinnvoll sein. Mikrobiom beachten: Auch ein gesundes vaginales und eventuell uterines Milieu kann für die Vorbereitung günstig sein. Bei Hinweisen auf wiederkehrende Infektionen, auffälligen Ausfluss oder früheren Entzündungen kann eine entsprechende Diagnostik sinnvoll sein. Blutgerinnung kontrollieren: Bei wiederholten Fehlversuchen, Fehlgeburten oder familiären Hinweisen kann eine Gerinnungsdiagnostik sinnvoll sein. Nach nur einem negativen Transfer ist das nicht immer zwingend, kann aber im Gesamtbild besprochen werden. Immunsystem mit Zurückhaltung betrachten: Manche Zentren setzen unterstützend zum Beispiel Betnesol oder Intralipid-Infusionen ein, um das Immunsystem zu beruhigen. Dafür gibt es allerdings keine ausreichend starke wissenschaftliche Beweislage, dass diese Maßnahmen zuverlässig die Schwangerschaftsrate verbessern. Wenn solche Therapien eingesetzt werden, sollten sie gut begründet und ärztlich begleitet sein. Wichtig ist außerdem, den nächsten Zyklus nicht als „Hochleistungsprojekt“ zu erleben. Gute Vorbereitung bedeutet auch: ausreichend Schlaf, wenig zusätzlicher Stress, ein ruhiger Alltag, gute Ernährung, moderate Bewegung und Vertrauen in den Ablauf. Insgesamt gilt: Die beste Chance entsteht meistens nicht durch möglichst viele Zusatzmaßnahmen, sondern durch einen gut vorbereiteten Zyklus, eine ruhige Atmosphäre, eine optimal aufgebaute Schleimhaut, einen passenden Transferzeitpunkt und einen technisch sorgfältigen, möglichst sanften Embryotransfer. Sie haben noch eingefrorene Embryonen. Deshalb gibt es weiterhin realistische Chancen, und der nächste Versuch sollte mit Ruhe, Klarheit und Zuversicht geplant werden. Viel Glück!


Elenora1991

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Dankeschön Herr Gagsteiger viele Grüße aus Esslingen von ihnen wird viel besprochen .... 


Dr. Friedrich Gagsteiger

Dr. Friedrich Gagsteiger

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Ganz herzlichen Dank für Ihre lieben Worte und die Grüße aus Esslingen! Es freut mich wirklich sehr, wenn meine Antworten hilfreich sind und offenbar sogar ein wenig „herumgesprochen“ werden. Das ist natürlich schön zu hören — und zeigt mir, dass sich die Mühe lohnt. Uns macht diese Arbeit hier tatsächlich sehr viel Freude, und wir sind mit großem Engagement dabei. Gleichzeitig lebt so eine Arbeit auch davon, dass zufriedene Patientinnen und Patienten ihre Erfahrungen weitergeben. Deshalb würden wir uns sehr freuen, wenn Sie uns bei Gelegenheit eine wohlwollende Bewertung hinterlassen würden — zum Beispiel über unsere Webseite www.bestfertility.de oder direkt über Google Maps. Das hilft uns sehr, diese intensive und persönliche Betreuung auch weiterhin aufrechterhalten zu können. Man könnte sagen: Gute Worte tun der Seele gut — gute Bewertungen helfen zusätzlich dem Internet ein bisschen auf die Sprünge. Herzliche Grüße und alles Gute Ihr Friedrich Gagsteiger


Elenora1991

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Hallo Herr Gagsteiger Ich bin 35 Jahre alt und hatte im vergangenen Jahr eine Schwangerschaft mit einer leeren Fruchthöhle (Windei), die beendet werden musste. Danach habe ich eine Kinderwunschbehandlung mit IVF begonnen. Dabei wurden 6 Eizellen gewonnen und daraus 4 Blastozysten entwickelt und eingefroren. Ich hatte anschließend zwei erfolglose Embryotransfers. Vor meinem Pausenzyklus wurde außerdem eine Gebärmutterschleimhautbiopsie durchgeführt. Danach habe ich im Pausenzyklus auf natürlichem Weg wieder schwanger geworden. Aktuell bin ich etwa in der 6. Schwangerschaftswoche. Bei mir wurden außerdem erhöhte uterine Natural-Killer-Zellen festgestellt, mit einem Wert von 441. Das macht mir große Angst, weil ich bereits die Erfahrung mit dem Windei und zwei erfolglosen Transfers gemacht habe. Mein Kinderwunschklinikarzt hat mir erklärt, dass ich mir wegen der erhöhten Killerzellen keine Sorgen machen müsse und dass er keine spezielle Immuntherapie für notwendig hält. Ich bekomme aktuell lediglich Utrogest, kein Intralipid/Serum und keine andere Immuntherapie. Meine wichtigste Frage ist deshalb: Wie relevant ist ein uNK-Wert von 441 tatsächlich für diese Schwangerschaft, und gibt es einen medizinischen Grund, jetzt eine Behandlung wie Intralipid, Kortison oder etwas anderes zu beginnen – oder ist es sinnvoll, keine zusätzliche Immuntherapie zu machen?


Dr. Friedrich Gagsteiger

Dr. Friedrich Gagsteiger

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Liebe Patientin, zunächst einmal ist die wichtigste und wirklich erfreuliche Nachricht: Sie sind in einem natürlichen Zyklus erneut schwanger geworden. Dass Sie nach der Vorgeschichte mit Windei und zwei negativen Transfers jetzt bei etwa 6 Schwangerschaftswochen sind, ist zunächst ein positives Zeichen. Zu den uterinen natürlichen Killerzellen (uNK) möchte ich Sie etwas beruhigen. Ein Wert von 441 allein lässt sich kaum seriös beurteilen, solange man nicht genau weiß, mit welcher Methode untersucht wurde, auf welche Gewebefläche bzw. Zellzahl sich der Wert bezieht und welche Referenzwerte das untersuchende Labor verwendet. Für uNK-Zellen gibt es leider keinen international einheitlichen Grenzwert, ab dem man sagen könnte: Oberhalb dieses Wertes besteht ein erhöhtes Fehlgeburtsrisiko oder es muss behandelt werden. Ganz wichtig ist außerdem: Natürliche Killerzellen gehören physiologisch in die Gebärmutterschleimhaut. Sie sind dort nicht einfach „Killer“, die einen Embryo angreifen, sondern spielen bei Einnistung, Gefäßumbau und der frühen Entwicklung der Plazenta eine wichtige Rolle. Deshalb halte ich die Aussage Ihres Kinderwunscharztes durchaus für nachvollziehbar. Aus einem isoliert erhöhten uNK-Befund ergibt sich nach heutigem Wissensstand keine gesicherte Indikation, in einer bestehenden Schwangerschaft Intralipid, Kortison oder eine andere Immuntherapie zu beginnen. Gerade Intralipid wird zwar in manchen Kinderwunschzentren eingesetzt, aber ein überzeugender Nachweis, dass dadurch bei isoliert erhöhten uNK-Zellen die Lebendgeburtenrate verbessert wird, fehlt bislang. Auch Kortison sollte in der Schwangerschaft nicht ohne klare medizinische Indikation gegeben werden. Das vorausgegangene Windei würde ich ebenfalls nicht automatisch mit Ihren Killerzellen in Verbindung bringen. Sehr frühe Fehlentwicklungen entstehen häufig durch zufällige chromosomale Fehler des Embryos. Und auch zwei negative Transfers beweisen noch keine immunologische Implantationsstörung. Ihr Utrogest können Sie entsprechend der Empfehlung Ihres behandelnden Arztes weiternehmen. Viel wichtiger als weitere immunologische Laborwerte ist jetzt der Verlauf dieser konkreten Schwangerschaft. Um die 6.–7. Schwangerschaftswoche wird der Ultraschall zunehmend aussagekräftiger: Fruchthöhle, Dottersack, Embryonalanlage und schließlich Herzaktivität geben uns wesentlich mehr Information über die Prognose als der uNK-Wert. Ich würde daher im Moment nicht aus Angst vor der Zahl 441 eine zusätzliche Immuntherapie beginnen. Lassen Sie sich vom Labor beziehungsweise von Ihrer Klinik noch erklären, wie genau dieser Wert erhoben wurde und welcher Referenzbereich dazu gehört. Ansonsten würde ich mich jetzt auf eine zeitgerechte Ultraschallkontrolle konzentrieren. Und vielleicht hilft Ihnen noch dieser Gedanke: Ihre Vorgeschichte ist verständlicherweise belastend, aber sie schreibt den Verlauf dieser Schwangerschaft nicht vor. Diese Schwangerschaft darf zunächst einmal ganz für sich betrachtet werden. Ich wünsche Ihnen sehr, dass Sie beim nächsten Ultraschall einen schönen und zeitgerechten Befund sehen. Herzliche Grüße Friedrich Gagsteiger


Elenora1991

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Hallo Herr Gagsteiger bei der letzten Ultraschalluntersuchung wurde festgestellt, dass der Embryo für die errechnete Schwangerschaftswoche deutlich zu klein ist. Leider war auch noch kein Herzschlag zu sehen. Bin sehr traurig zwei mal Fehlgeburten 😔 mit 35


Dr. Friedrich Gagsteiger

Dr. Friedrich Gagsteiger

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Liebe Elenora, das tut mir sehr leid – und nach zwei vorausgegangenen Fehlgeburten kann ich sehr gut verstehen, dass Sie dieser Ultraschallbefund besonders traurig macht und Ihnen große Angst bereitet. 😔 Allerdings würde ich aus der Information „zu klein und noch kein Herzschlag“ allein noch keine endgültige Diagnose ableiten. Entscheidend ist, in welcher Schwangerschaftswoche Sie rechnerisch genau sind, ob der Zeitpunkt des Eisprungs bzw. der Befruchtung sicher bekannt ist und vor allem, wie groß der Embryo (SSL) tatsächlich gemessen wurde. Gerade in einer sehr frühen Schwangerschaft können wenige Tage einen erstaunlich großen Unterschied machen. Bei einem kleinen Embryo kann eine Herzaktion bei der ersten Untersuchung noch fehlen und einige Tage später sichtbar werden. Andererseits müssen wir natürlich auch offen sagen: Wenn der Embryo tatsächlich deutlich hinter der sicher bestimmten Schwangerschaftsdauer zurückliegt, ist das leider ein Befund, den man ernst nehmen und sorgfältig kontrollieren muss. Leider kann ich hier nicht Ihre vorigen Einträge sehen. Aber bevor Sie jetzt aber die Hoffnung aufgeben, schreiben Sie mir doch bitte noch: In welcher SSW + Tag waren Sie beim Ultraschall? Wie groß war die SSL des Embryos in Millimetern? Wie groß war gegebenenfalls die Fruchthöhle? War ein Dottersack zu sehen? Wann war Ihr Eisprung bzw. wie wurde die Schwangerschaft erreicht – spontan, IUI, IVF/ICSI oder Kryotransfer? Und wann soll der nächste Ultraschall stattfinden? Dann kann ich Ihnen wesentlich genauer sagen, wie ich diesen Befund einschätzen würde. Und noch etwas ist mir wichtig: Mit 35 Jahren und nach zwei Fehlgeburten ist keineswegs gesagt, dass Sie keine gesunde Schwangerschaft mehr bekommen können. Zwei Fehlgeburten sind schmerzlich und sollten Anlass sein, die Vorgeschichte genau anzuschauen – sie bedeuten aber nicht, dass sich dieses Schicksal zwangsläufig wiederholen muss. Für den Augenblick würde ich deshalb noch nicht weiter vorausdenken als bis zur nächsten Ultraschallkontrolle. Wenn Sie mir die oben genannten Werte schicken, schauen wir uns das gemeinsam ganz nüchtern und Schritt für Schritt an. Ich drücke Ihnen sehr die Daumen. 🍀 Herzliche Grüße Ihr Dr. Gagsteiger


Elenora1991

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Sehr geehrter Herr Dr. Gagsteiger, vielen Dank für Ihre einfühlsame Rückmeldung. Gerne möchte ich Ihnen die fehlenden Informationen zu meiner aktuellen Schwangerschaft und meiner Vorgeschichte mitteilen. Ich hatte bereits eine Schwangerschaft mit einem Windei, die leider am 11.07.2026 mit einer Ausschabung endete. Danach hatte ich zwei erfolglose Transfers. Anschließend haben wir einen Pausenzyklus eingelegt. In diesem Pausenzyklus bin ich dann auf natürlichem Weg schwanger geworden. Mein Eisprung war ungefähr am 22./23.07.2026. In der jetzigen Schwangerschaft war die Entwicklung zunächst sehr langsam. Am 13.08. war die Fruchthöhle etwa 3 mm groß und am 21.08. etwa 7 mm. Später wurde sie mit ungefähr 8 × 5 × 8 mm gemessen. Beim Ultraschall am 01.09.2026 war erstmals ein sehr kleiner Embryo zu erkennen. Er war allerdings so klein, dass der Arzt ihn noch nicht einmal zuverlässig vermessen konnte. Eine Herzaktion war zu diesem Zeitpunkt ebenfalls noch nicht sichtbar. Mein aktueller hCG-Wert liegt bei ungefähr 14.000. mein Periode war am 11juli und ich der Termin war am 7+1 ssw  Zusätzlich wurde bei mir eine deutlich erhöhte Killerzell-/uNK-Aktivität von 441 festgestellt. Bei der erweiterten Gerinnungsdiagnostik wurden zwar die PAI-1- und ACE-Genvarianten festgestellt, laut Befund liegt bei mir aber keine relevante Blutgerinnungsstörung bzw. Thrombophilie vor. Da ich nun bereits ein Windei hatte, zwei erfolglose Transfers hinter mir habe und die jetzige Schwangerschaft ebenfalls auffällig langsam zu wachsen scheint, möchte ich gerne möglichst gründlich abklären lassen, ob es eine Ursache geben könnte. Würden Sie mir deshalb empfehlen, bereits jetzt einen Termin bei der Humangenetik in Stuttgart oder Ulm zu vereinbaren? Oder würden Sie zunächst die Ultraschallkontrolle am Montag, den 07.09.2026, abwarten? Falls die Schwangerschaft leider nicht intakt sein sollte, wäre mir wichtig zu wissen, welche weiteren Untersuchungen Sie aufgrund meiner Vorgeschichte empfehlen würden. Vielen Dank für Ihre Einschätzung und Ihre Unterstützung.


Dr. Friedrich Gagsteiger

Dr. Friedrich Gagsteiger

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Liebe Eleonora, vielen Dank für Ihre ausführliche Nachricht und die zusätzlichen Informationen. Damit lässt sich die Situation wesentlich besser einordnen. Zunächst kann ich sehr gut verstehen, dass Sie nach dem Windei, den beiden erfolglosen Transfers und nun diesem langsamen Beginn der Schwangerschaft sehr verunsichert sind. Gerade nach solchen Erfahrungen schaut man auf jeden Ultraschallbefund und jeden einzelnen Wert mit ganz anderen Augen. Für die aktuelle Schwangerschaft ist jetzt vor allem eines wichtig: der nächste Ultraschall. Wenn Ihr Eisprung tatsächlich ungefähr am 22./23. Juli war, wäre die Schwangerschaft am 1. September rechnerisch bereits etwas weiter gewesen, als es der Ultraschallbefund vermuten lässt. Dass erstmals ein sehr kleiner Embryo zu erkennen war, ist zunächst grundsätzlich ein Entwicklungsschritt. Dass er zu diesem Zeitpunkt noch nicht sicher messbar war und noch keine Herzaktion gesehen wurde, macht die Situation allerdings leider weiterhin unklar. Der hCG-Wert von etwa 14.000 hilft uns in dieser Phase nur noch begrenzt weiter. Ab einem gewissen Zeitpunkt ist der Verlauf im Ultraschall wesentlich aussagekräftiger als ein einzelner hCG-Wert. Entscheidend ist deshalb jetzt nicht, ob das hCG zu einer bestimmten Tabelle passt, sondern ob beim nächsten Ultraschall eine eindeutige Weiterentwicklung zu erkennen ist. Ich würde daher unbedingt die Kontrolle am Montag, den 7. September, abwarten. Vier weitere Tage können bei einem so kleinen Embryo im Ultraschall einen erheblichen Unterschied machen. Wenn er dann deutlich gewachsen ist und eine Herzaktion erkennbar wird, sieht die Situation natürlich ganz anders aus. Sollte dagegen keine entsprechende Weiterentwicklung stattgefunden haben, muss man leider ernsthaft darüber sprechen, ob die Schwangerschaft intakt ist. Einen Termin bei der Humangenetik können Sie durchaus bereits jetzt vereinbaren – allein schon deshalb, weil Termine teilweise längere Vorlaufzeiten haben. Ich würde die aktuelle Schwangerschaft aber nicht aufgrund des bisherigen Befundes vorschnell als genetisch auffällig ansehen. Die zwei erfolglosen Transfers zählen dabei auch nicht als Fehlgeburten und sind medizinisch anders zu bewerten. Sollte diese Schwangerschaft wider Erwarten ebenfalls nicht intakt sein, würde ich Ihnen aufgrund Ihrer Vorgeschichte tatsächlich zu einer strukturierten Abklärung raten. Besonders wichtig wäre dann, wenn möglich, auch das Schwangerschaftsgewebe genetisch untersuchen zu lassen. Dadurch kann man manchmal feststellen, ob eine zufällige Chromosomenstörung des Embryos die Ursache war. Je nach Gesamtsituation kann anschließend auch eine humangenetische Beratung mit Chromosomenanalyse beider Partner sinnvoll sein. Zusätzlich würde ich die üblichen Ursachen wiederholter Fehlgeburten noch einmal systematisch durchgehen – insbesondere Gebärmutterhöhle, Schilddrüse und das Antiphospholipid-Syndrom sowie die bereits erfolgte Gerinnungsdiagnostik. Die erhöhte uNK-/Killerzellaktivität von 441 würde ich dagegen nicht überbewerten. Diese Befunde werden zwar häufig bestimmt, ihre Bedeutung für Fehlgeburten und insbesondere die daraus abgeleiteten immunologischen Behandlungen sind wissenschaftlich weiterhin nicht eindeutig geklärt. Auch die bei Ihnen gefundenen PAI-1- und ACE-Genvarianten bedeuten für sich genommen noch keine relevante Thrombophilie und erklären eine solche Vorgeschichte nicht automatisch. Aber all das wäre der zweite Schritt. Im Moment würde ich versuchen, noch keine endgültige Schlussfolgerung zu ziehen. Der kleine Embryo war am 1. September erstmals sichtbar – jetzt müssen wir ihm diese wenigen Tage geben und schauen, was sich bis Montag entwickelt hat. Schreiben Sie mir gerne nach der Untersuchung am Montag den genauen Ultraschallbefund, insbesondere die Größe des Embryos (SSL/CRL), die Größe der Fruchthöhle und ob eine Herzaktion erkennbar war. Dann können wir die Situation gemeinsam wesentlich zuverlässiger beurteilen. Ich drücke Ihnen sehr die Daumen, dass uns der Montag eine erfreuliche Antwort bringt. Herzliche Grüße Dr. Friedrich Gagsteiger


Elenora1991

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Hallo Frau Gagsteiger, ich war gestern in der Kinderwunschklinik. Mein behandelnder Arzt ist momentan im Urlaub, deshalb war ich bei der Vertretung. Sie meinte, dass die Schwangerschaft für meine Schwangerschaftswoche zu klein sei und nicht zeitgerecht entwickelt aussieht. Deshalb hat sie mich ins Krankenhaus geschickt, damit ich dort die Tabletten für einen Abbruch bekomme. Im Krankenhaus wurde dann noch einmal ein Ultraschall gemacht. Dort wurde mir erklärt, dass man bei einer Fruchthöhle unter 3 cm zunächst abwarten sollte. Meine Fruchthöhle ist etwa 2 cm groß. Der Embryo ist inzwischen auf 5,4 mm gewachsen, leider war noch kein Herzschlag zu sehen. Die Ärztin im Krankenhaus möchte deshalb noch keine endgültige Entscheidung treffen und hat mir empfohlen, noch eine Woche zu warten und anschließend erneut einen Ultraschall zu machen. Die ganze Situation belastet mich psychisch sehr. Mir geht es im Moment wirklich nicht gut, weil ich zwischen den unterschiedlichen Aussagen der Kinderwunschklinik und des Krankenhauses sehr verunsichert bin. Ich habe große Angst, die Schwangerschaft zu verlieren, und gleichzeitig möchte ich natürlich nichts überstürzen, solange noch nicht endgültig feststeht, wie sich der Embryo weiterentwickelt.


Dr. Friedrich Gagsteiger

Dr. Friedrich Gagsteiger

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Es tut mir sehr leid, dass Sie gerade in dieser schwierigen und vor allem so verunsichernden Situation sind. Ich kann sehr gut verstehen, dass die unterschiedlichen Aussagen aus der Kinderwunschklinik und dem Krankenhaus Sie zusätzlich belasten. Nach dem, was Sie mir schildern, halte ich das Vorgehen der Ärztin im Krankenhaus für richtig und würde im Moment ebenfalls noch abwarten. Natürlich ist es leider kein besonders gutes Zeichen, dass bei einer Embryogröße von 5,4 mm noch keine Herzaktivität nachweisbar war. Trotzdem ist damit eine Fehlgeburt noch nicht mit der notwendigen Sicherheit bewiesen. Bei einer Scheitel-Steiß-Länge unter 7 mm ohne Herzschlag sollte man gerade wegen möglicher Messungenauigkeiten und einer eventuell etwas späteren Entwicklung noch keine endgültige Diagnose stellen. Dass der Embryo inzwischen auf 5,4 mm gewachsen ist, ist außerdem ein Grund mehr, jetzt nichts zu überstürzen. Entscheidend wird der Verlauf sein: Hat der Embryo beim nächsten Ultraschall deutlich weitergewachsen und lässt sich dann eine Herzaktivität erkennen? Ich würde deshalb tatsächlich die empfohlene Woche abwarten und anschließend einen sorgfältigen vaginalen Ultraschall durchführen lassen. Diese Woche wird sicherlich emotional sehr schwer für Sie – aber sie gibt uns die notwendige Sicherheit, bevor eine Entscheidung getroffen wird, die anschließend nicht mehr rückgängig gemacht werden kann. Leider kann ich Ihnen nicht versprechen, dass sich die Schwangerschaft noch regelrecht weiterentwickeln wird. Dafür ist der jetzige Befund durchaus besorgniserregend. Aber ebenso würde ich aufgrund der von Ihnen genannten Messwerte heute noch nicht sagen wollen, dass die Schwangerschaft sicher verloren ist. Deshalb: Im Moment bitte noch keine Tabletten und keine vorschnelle Entscheidung. Geben Sie dem kleinen Embryo diese eine Woche und damit die Chance, uns beim nächsten Ultraschall eine eindeutige Antwort zu geben. Ich drücke Ihnen sehr die Daumen, dass wir dann doch noch einen Herzschlag sehen. 🍀 Herzliche Grüße Ihr Dr. Friedrich Gagsteiger


Elenora1991

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Lieber Herr Gagsteiger, ich möchte mich ganz herzlich bei Ihnen für Ihre Unterstützung und Ihre Begleitung bedanken. Leider musste ich jetzt die Tabletten für den Abgang nehmen, nachdem sich die Schwangerschaft nicht weiterentwickelt hat. Das war für mich natürlich sehr schwer. Gleichzeitig habe ich inzwischen auch einen Termin bei einem Humangenetiker in Neu-Ulm bekommen, um mögliche Ursachen genauer abklären zu lassen. Ich bin aber sehr froh, dass ich einen wirklich guten Arzt an meiner Seite habe, mit dem ich sehr zufrieden bin. Ich fühle mich bei ihm sehr gut aufgehoben und habe großes Vertrauen in ihn. Ich weiß auch, dass er früher bei Ihnen gearbeitet hat und viel von Ihnen gelernt hat. Das gibt mir zusätzlich ein gutes Gefühl. Ich hoffe sehr, dass wir nach den Untersuchungen und mit etwas Zeit in ein paar Zyklen wieder einen Transfer starten können. Ich möchte die Hoffnung noch nicht aufgeben und bin zuversichtlich, dass es irgendwann klappt. Vielen Dank nochmals für alles und für Ihre Zeit, Ihre Unterstützung und Ihre Hilfe. Das bedeutet mir wirklich viel. Liebe Grüße 


Dr. Friedrich Gagsteiger

Dr. Friedrich Gagsteiger

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Liebe Eleonora, ganz herzlichen Dank für Ihre lieben und persönlichen Worte. Es tut mir sehr leid, dass Ihre Schwangerschaft nun doch nicht geblieben ist. Ich weiß, wie viel Hoffnung, Wünsche und auch Mut in jedem einzelnen Versuch stecken – und deshalb tut es besonders weh, wenn man sich nach all dem Hoffen wieder verabschieden muss. Bitte geben Sie sich jetzt auch ein wenig Zeit. Körper und Seele dürfen sich von den vergangenen Wochen erst einmal erholen. Ich freue mich aber sehr, dass Sie einen Arzt gefunden haben, bei dem Sie sich wirklich gut aufgehoben fühlen und dem Sie vertrauen. Und natürlich macht es mich auch ein kleines bisschen stolz, wenn Sie sagen, dass er früher bei uns gearbeitet und einiges bei uns gelernt hat. 😊 Umso schöner ist es zu wissen, dass Sie dort in guten Händen sind. Den Termin bei der Humangenetik finde ich einen guten nächsten Schritt. Schauen Sie in Ruhe, ob sich daraus noch eine wichtige Information für das weitere Vorgehen ergibt. Und danach können Sie gemeinsam planen, wann Sie wieder bereit für einen neuen Transfer sind. Eines möchte ich Ihnen aber ganz besonders mitgeben: Verlieren Sie Ihre Hoffnung nicht. Dieser traurige Ausgang bedeutet nicht, dass Ihr Kinderwunsch nicht doch noch in Erfüllung gehen kann. Manchmal braucht dieser Weg leider viel mehr Geduld und Kraft, als man sich jemals hätte vorstellen können. Ich drücke Ihnen deshalb von Herzen die Daumen, dass Sie nach dieser schweren Zeit wieder neuen Mut finden – und dass irgendwann genau der eine Transfer dabei ist, nach dem Sie Ihr kleines Wunder endlich im Arm halten dürfen. 🍀 Und wenn zwischendurch Fragen auftauchen oder Sie einfach noch einmal eine Einschätzung brauchen: Sie dürfen sich jederzeit gerne bei mir melden. Alles, alles Liebe für Sie und herzliche Grüße aus Ulm Ihr Friedrich Gagsteiger


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