NT2019
Sehr geehrte Frau Prof. Dr. Sonntag, mein Mann und ich sind seit nunmehr sechs Jahren im Kinderwunsch und vor allem ich bin langsam körperlich und psychisch am Ende. Nachdem (mit 34) ein halbes Jahr lang kein Erfolg trotz regelmäßiger Eisprünge und sehr gutem Spermiogramm eintrat, erfolgte die erste Konsultation meiner FÄ. Ergebnis: alles bestens, weiter probieren. Ein halbes Jahr später Verweis an die erste Klinik. Auch da alles bestens. Erstmal weiter versuchen, ich sei ja noch jung (dann 35). Mit Anfang 36 wieder vorgestellt. Es folgten unzählige Zyklen GVnP und IUI mit und ohne Stimulation. Zuletzt eine IVF mit traumatischer Eizellentnahme bei einem fremden Arzt. Natürlich alles negativ. Aufgrund der Corona-Bestimmungen musste ich meist alleine zu den Terminen. Nach der IVf und einem mehr als fragwürdigen Abschlussgespräch war ich psychisch am Ende. Auf gutes Zureden meines Mannes dann doch den lang überfälligen Klinikwechsel. gemacht. Der neue Arzt stellte mir innerhalb von einer Woche die Diagnose Endometriose Grad IV und endometritis. Beides erfolgreich behandelt. Die erste IVF danach war direkt im ersten Transfer erfolgreich. Wir konnten unser Glück nicht fassen. Dann in der 19. Woche eine Diagnose, die den medizinischen Abbruch erforderlich machte. Danach die IVF auch positiv. Leider Windei. Die anschließende IVF mit Ende 39 dann der nächste Schock. Nur vier Eizellen (vorher 8-11) und in der IVF nach 24 Stunden Nullbefruchtung, obwohl wir vorher immer 60-70% Befruchtung hatten. Danach bekam der Arzt regelrecht Panik, verschrieb hochdosierstes DHEA. Ich nahm es mehr aus Verzweiflung als aus Überzeugung. Ergebnis: Zysten, Wasser im Bauchraum, Herzrasen und fettige Haut innerhalb von wenigen Tagen. Zwei Zyklen zur Beruhigung mit Cyclo Progynoa verschwendet. Danach neue IVF mit neuem Protokoll. Vorher erfolgte eine erneute Laparoskopie und PRP Injektion der Eierstöcke. Leichte Endometriose wieder entfernt. Ein Eierstock war verklebt. Für mich eigentlich Erklärung des IVF Ergebnisses. Der Arzt sah das nur bedingt so. Stimuliert wurde jetzh mit Ovaleap 300, was ich sehr hoch fand. Vorher menogon 225. Verweis auf die wenigen Eizellen im letzten Versuch und meinen hohen LH Spiegel im Blut. Während der Stimulation hatte ich sehr starke Nebenwirkungen, was mich wunderte, weil ich davor eigentlich nie was gemerkt habe. Der erste US wurde aufgrund Abwesenheit des Arztes erst nach neun Tagen Stimulation gemacht. Es waren Follikel da, aber ziemlich ungleichmäßig und schwer einzeln zu erfassen. So hatte es vorher nie ausgehen. Ausgelöst wurde als der Leitfollikel 16mm war (fand ich recht früh). Prognose des Arztes waren 3-6 Eizellen. Ich soll mich darauf einstellen, dass das eben jetzt mein neues Niveau sei. Das würde nicht mehr besser. Ich war fix und fertig. Wollte schon gar nicht zur Punktion. Bin aber doch gegangen. Ergebnis: 9 Eizellen aus 10 Follikeln, also ordentlich. Mein AMH liegt bei 2,1. leider heute der Anruf aus dem Labor, dass sogar nach ICSI nur zwei befruchtet sind, da sechs der Eizellen nicht den erforderlichen Reifegrad aufwiesen. ICSI wurde gemacht wegen der NB vorher. Ich habe den Versuch innerlich abgeschrieben und bin gedanklich schon beim nächsten und habe dazu einige Fragen: 1. Wie beurteilen Sie die Wahl des Medikamentes Ovaleap in meinem Fall generell? 2. Wenn Sie das Medikament generell für geeignet halten, kann die hohe und unkontrollierte Dosierung zur Nicht-Reifung der meisten EZ beigetragen haben? 3. Ich habe seit Tag 5 der Stimulation Ganirelix gespritzt. Sehe ich das richtig, dass dadurch den EZ das vll entscheidende LH schon sehr früh entzogen wurde? 4. Wäre der Wechsel zurück auf menogon anzuraten oder evtl. besser eine neue Kombi zu probieren? Ich hatte insgesamt nur drei Transfers für beide positiven Tests. Blastozysteneinnistung 100%. Der Klinkwechsel war vor ziemlich genau 18 Monaten. Ich bin natürlich schwer enttäuscht, da mein Körper immer alles gibt, auch nach dem Marathon an Eingriffen und Behandlungen. Ich merke einfach, dass diese Runde nicht optimal auf mich abgestimmt war, aber irgendwie fühle ich mich auch ausgeliefert. Allerdings kann mein Arzt jetzt nach 9 EZ auch nicht mehr auf die abgesackte Reserve verweisen. Ein Gespräch hatte ich bis jetzt noch nicht. Entschuldigen Sie bitte den langen Text, aber ich denke, dass die Gesamtsituation wichtig für die Beurteilung ist. Mit freundlichen Grüßen und vielen Dank NT 2019
Sie beschreiben selbst, wieviele Einflussfaktoren es für das angestrebte Outcome erfolgreiche Schwangerschaft gibt. Äußerungen "aus der Ferne" können daher nur eine tendenzielle Einschätzung aber nicht fundierte Beurteilung ersetzen. FALLS dieser Versuch nicht gelingt, könnten Sie mit Ihrem Arzt den Verlauf wie von Ihnen beschrieben in Ruhe besprechen, und ggfs dann übereinstimmen für eine erneute ICSI auf das vorherige Präparat zurückzugreifen. Aufgrund des langen und teilweise einfach schicksalhaft widrigen Verlaufes der gesamten Kinderwunschzeit könnten Sie vor allem von unterstützenden nicht-medizinischen Gesprächen im Rahmen einer psychosozialen Beratung profitieren, wenn dies nicht bereits erfolgt.
NT2019
Noch eine kleine Ergänzung: Die vier Eizellen aus der NB IVF ließen sich alle (!) in einer Not-ICSI nach 24 Stunden anstandslos nachbefruchten. Teilung teilweise sogar bis Tag 4. Ich habe aber selbst auf einen Transfer verzichtet. Bei der laufenden IVF (Stand jetzt noch zwei Embryonen im Rennen) betonte die Ärztin beim Telefonat gestern, dass die ICSI aufgrund der Reife der EZ nicht durchzuführen gewesen sei. Die Blastozytsenqualität war vorher 5AA/AB. Diese Erfahrungen bringen mich zu der Einschätzung, dass dieses Mal definitiv die Stimulation (zu hoch, zu unkontrolliert) und/oder das Medikament zumindest nicht alleine ohne LH nicht das Richtige für mich war .
NT2019
Vielen Dank für Ihre Antwort, leider beantwortet sie keine meiner Fragen bezgl. des angewandten Protokolls bzw. Medikaments überhaupt. Mir ist meine Situation durchaus bewusst und auch, dass es viele Faktoren gibt, die gut zusammenkommen müssen. Allerdings habe ich in diesem Versuch definitiv den Eindruck, dass nicht alles an meine Situation angepasst bzw. zu meinem bestmöglichen Vorteil getan wurde.
Vielen Dank für die ehrliche Rückmeldung und es tut mir leid Ihre Erwartungen enttäuscht zu haben. Leider geben auch sehr große Studien keine Empfehlungen zur Präferenz eines Protokolls oder Medikamentes in der Stimulation bzw. die klare Empfehlung, dass kein Präparat besser als das andere abschneidet. Daher ist die individuelle ärztliche Beurteilung und Entscheidung immer noch so wichtig, und das kann halt selten in der Ferndiagnose erfolgen - siehe Möglichkeiten dieses Forums in meiner ersten Antwort, siehe tendenzielle Präferenz.
NT2019
Vielen Dank. Ich sehe es aber dennoch richtig, dass das Ergebnis unreifer Eizellen eher an Stimulation/Timing als an meinen Eizellen an sich liegt und dass das LH eventuell doch gefehlt hat, vor allem, weil das Ganirelix so früh dazu kam? Die Information ist eigentlich die wichtigste.
Das mit dem Timing des Antagonisten ist so nicht belegbar, Eizellreife steht natürlich im Zusammenhang mit Stimulation/Timing im individuellen Zyklus, zumal Sie ja auch bereits schwanger waren und es daher nicht prinzipiell an Ihren Eizellen liegen kann.
NT2019
Ok. Vielen Dank. Ich bin jetzt mittlerweile trotzdem der Überzeugung, dass das Timing und ein FSH only Präparat nicht so ganz passend für mich waren. Aber Sie haben Recht. Der Versuch läuft ja noch und danach kann man alles wieder neu besprechen. Aber im Moment machen die beiden sich wohl ganz gut.
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