Frage im Expertenforum Unerfüllter Kinderwunsch: Frag die Expert:innen an Dr. med. Friedrich Gagsteiger:

Adenomyose, Downregulierung mit Yselty und Letrozol + Einnistungsspritze

Frage: Adenomyose, Downregulierung mit Yselty und Letrozol + Einnistungsspritze

Leif88

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Sehr geehrter Herr Dr. Gagsteiger,  ich bin letztes Jahr im 1. Kryo schwanger geworden, habe mein Baby aber leider im 6. Monat im Dez verloren. Nun wurde nach 3 weiteren Transferen im ersten HJ eine moderate aber diffuse Adenomyose (inkl. Buds) im Endozentrum festgestellt.  Im Juni hatte ich eine 2. IVF mit anschließender Downregulierung mit Yselty 200 für 6 Wochen. Leider klappte der anschließende künstliche Kryozyklus nicht.  Nach einem Pausenzyklus mit Gebärmutterspiegelung (keine Endometritis aber einige rote Flecken) nehme ich nun für 5 Wochen Yselty 200 + Letrozol 2,5 (ist das ausreichend?). Das Letrozol werde ich 5 Tage länger nehmen und plane einen modifizierten natürlichen Kryozyklus mit Ovitrelle.  1) Wie würden Sie verfahren, wenn sich die GBS nicht gut aufbaut? Ich möchte nicht unnötig Östrogen dazugeben und die Adenomyose wieder anfeuern. 2) Haben Sie zudem Erfahrungswerte mit Embryoglue insbesondere bei Patienntinnen mit Adenomyose?  3) Würden Sie eine Einnistungsspritze mit Decapeptyl 0,1 an TF+1 in meinem Fall einplanen?  Ich wäre sehr dankbar von Ihnen zu hören. Der Geburtstag meines 1. Kindes jährt sich bald und ich hoffe so sehr auf eine lebendes Kind und möchte diesmal alles richtig machen. 


Dr. Friedrich Gagsteiger

Dr. Friedrich Gagsteiger

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Es tut mir sehr leid, dass Sie Ihr Baby im sechsten Schwangerschaftsmonat verloren haben. Nach allem, was Sie erlebt haben, ist es verständlich, dass Sie sich für den nächsten Versuch gut vorbereiten und möglichst nichts übersehen möchten. Bitte machen Sie sich dabei keinen Vorwurf: Sie können nicht alles kontrollieren und müssen nicht „alles richtig machen“. Zu Ihren Fragen kann ich Ihnen eine allgemeine Orientierung geben. Die genaue Entscheidung sollte Ihr Kinderwunschzentrum treffen, weil es Ihre Befunde und den bisherigen Verlauf kennt. 1. Was, wenn die Gebärmutterschleimhaut nicht gut genug wächst? Dann sollte Ihr Zentrum gemeinsam mit Ihnen entscheiden, ob der Transfer in diesem Zyklus stattfinden soll oder ob es besser ist, den Versuch zu verschieben. Eine Schleimhaut von weniger als etwa 7 mm kann die Erfolgschancen möglicherweise verringern. Es gibt aber keinen einzelnen Messwert, der für alle Patientinnen sicher über einen Transfer entscheidet. Auch die Form der Schleimhaut und der übrige Befund spielen eine Rolle. Welche Vorbereitung bei einer dünnen Schleimhaut am besten hilft, ist wissenschaftlich nicht eindeutig geklärt. CFS-Leitlinie zur dünnen Gebärmutterschleimhaut Ihre Sorge, zusätzlich Östrogen zu nehmen, ist verständlich. Ich kann nicht sicher sagen, ob eine zeitlich begrenzte Östrogengabe Ihre Adenomyose beeinflussen würde. Vielleicht hilft es, diesen Punkt schon vor dem Zyklus mit dem Zentrum zu besprechen: Welche Schleimhautdicke wäre für einen Transfer ausreichend? Was würde das Team tun, wenn sie zu dünn bleibt? Und käme auch ein Verschieben des Transfers infrage? 2. EmbryoGlue bei Adenomyose EmbryoGlue ist eine Flüssigkeit für den Embryotransfer, die Hyaluronan enthält. Es gibt Hinweise, dass sie die Chancen bei manchen Patientinnen verbessern könnte. Die Studien kommen aber zu unterschiedlichen Ergebnissen. Ob EmbryoGlue speziell bei Adenomyose hilft, ist nicht verlässlich belegt. Fragen Sie Ihr Zentrum am besten, ob es in Ihrem Fall einen konkreten Grund für die Anwendung sieht und ob dafür zusätzliche Kosten anfallen.  3. Decapeptyl an Transfer+1 Für eine zusätzliche Spritze an diesem Tag ist ein sicherer Nutzen bisher nicht belegt. In einer Studie mit künstlichen Kryotransferzyklen zeigte eine einzelne solche Spritze insgesamt keine besseren Schwangerschaftsergebnisse. Die Studie passt allerdings nicht genau zu Ihrer persönlichen Situation. Studie zu Decapeptyl nach Kryotransfer Eine Hormonbehandlung vor einem Kryotransfer kann bei Adenomyose manchmal erwogen werden. Ob sie im Einzelfall sinnvoll ist, lässt sich aber nicht sicher vorhersagen. Besprechen Sie deshalb mit Ihrem Zentrum, welches Ziel die Behandlung mit Yselty und Letrozol in Ihrem Plan hat und warum zusätzlich Decapeptyl erwogen wird. Yselty enthält den Wirkstoff Linzagolix; die Anwendung hängt vom Behandlungsziel ab. Bitte ändern oder verlängern Sie die Medikamente nicht ohne Rücksprache mit dem behandelnden Team. EMA: Produktinformation zu Yselty Da Sie Ihr Baby im sechsten Schwangerschaftsmonat verloren haben, wäre es außerdem sinnvoll, vor dem nächsten Transfer mit Ihrem Behandlungsteam zu besprechen, ob die möglichen Ursachen und die Betreuung einer späteren Schwangerschaft ausreichend abgeklärt sind. Ich wünsche Ihnen sehr, dass Sie sich mit Ihrem Behandlungsteam gut aufgehoben fühlen und gemeinsam einen Plan finden, der für Sie nachvollziehbar ist.


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