Frage im Expertenforum Kinderarzt / Kinderärztin an Dr. med. Andreas Busse:

Eisenmangel?

Frage: Eisenmangel?

Piratenkoenig

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Guten Tag. Wir machen uns Sorgen, dass unsere 13 Monate alte Tochter zu wenig Eisen aufnimmt bzw bereits einen Eisenmangel hat. Sie hat noch nie besonders viel Beikost gegessen. Seit Wochen isst sie nur noch maximal 3 bis 4 Löffel Brei pro Tag, teilweise verweigert sie feste Nahrung komplett. Ansonsten isst sie etwas Obst (ein oder zwei kleine Stückchen Banane oder eine Erdbeere), sehr wenig Joghurt mit Haferflocken (auch nur wenige Löffel).  Sie wird noch gestillt, was eindeutig ihre Hauptnahrung ist. Wir haben deswegen einen Termin beim Kinderarzt gehabt, der uns sagte, sie würde durch die Muttermilch genug Eisen aufnehmen. Ich bin da anderer Meinung, denn laut Studien ist dem nicht so. Er verweigerte einen Eisentest zu machen und legte uns nahe, einen anderen Kinderarzt zu suchen.  Natürlich möchte ich meiner Tochter möglichst jede Untersuchung lieber ersparen, aber wenn die Konsequenz eine Minderung ihrer kognitiven Fähigkeiten bedeuten kann, möchte ich das doch lieber ausschließen. Nun haben wir weiterhin Bedenken, sie könnte zu wenig Eisen aufnehmen. Sie hat keine Anämie, dafür ist sie zu vital und aktiv, aber eine dauernde Mangelversorgung ist ja auch nicht gesund. Wie ist Ihre Meinung zu dem Thema? Reicht die wenige Nahrung aus oder sollten wir anderweitig einen Test einfordern? 


Dr. med. Andreas Busse

Dr. med. Andreas Busse

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Liebe P., ich teile Ihre Bedenken, und im Alter ihres "nicht mehr Babys" sollte in der Tat Milch nicht mehr der Hauptbestandteil der Ernährung sein. Ab 1 Jahr können und sollen Kinder bei 3 Haupt- und 2 Zwischenmahlzeiten am Familientisch mitessen und es sollte nicht mehr als 2 "Milchmahlzeiten" geben in Form von 1 Becher Vollmilch plus einem weiteren Milchprodukt wie Joghurt, Käse, Brei,....... Selbstverständlich darf Stillen noch dazugehören, sollte aber vor allem Ausdruck der innigen Verbindung sein und nicht mehr den wesentlichen Teil der Nahrung darstellen. Sonst droht in der Tat ein Mangel an Nährstoffen wie vor allem an Eisen. Es sollte also unbedingt der HB-Wert kontrolliert werden, was mit einem einfachen Fingerpieks möglich ist. Und je nach Ergebnis dann auch eine Blutkontrolle auf Eisen und Ferritin. Was die Ernährung angeht, so wäre es schön, wenn Sie sich trauen, Essen in Zukunft als freundliches Angebot zu sehen und darauf zu vertrauen, dass kein gesundes Kind vor vollem Teller verhungert oder auf Dauer Mangel leidet. Setzen Sie Ihre Tochter zu den oben empfohlenen Mahlzeiten an den Tisch und bieten ohne Drängen alles an, was Sie für alle zubereitet haben, natürlich für die Kleine entsprechend "zerkleinert" oder zermantsch. Selber zulangen lassen ist wichtig, auch wenn es erst mal in Sauerei endet. Nicht drängen, "immer nur lächeln", aber  auch nicht sofort etwas anderes anbieten, auch die Brust nur zu anderen Zeiten. Viel Erfolg dabei!


Piratenkoenig

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Danke für die Antwort. Was das Nahrungsangebot angeht, machen wir das schon so. Wir bieten ihr etwas, falls nötig, zerkleinertes von uns an oder Brei aus dem Glas. Wir versuchen ihr das spielerisch zu zeigen. Sie darf selber ausprobieren und manschen so viel sie will. Sie ist sehr eigenständig und möchte den Löffel gerne selber führen. Nur isst sie dabei eben nur 3 Löffel und das war es dann. Dann verliert sie das Interesse und möchte aus dem Hochstuhl raus. Wenn dann alles fertig und abgeräumt ist, will sie oft an die Brust und schreit und quengelt, wenn sie diese nicht bekommt.  Wie bekommen wir sie von der Brust weg und dazu sich mit fester Nahrung satt zu essen? Die Sache mit dem HB Test wird nicht so einfach, nachdem uns der Kinderarzt ja quasi vor die Tür gesetzt hat, weil wir seinem Urteil widersprachen. Ein Termin in einer anderen Praxis ist erst Anfang Dezember. Können wir so lange warten oder meinen Sie, es ist dringend? Dann müssten wir uns jetzt etwas ausdenken, wie wir einen solchen Test bekommen können. 


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