the.flower
Lieber Herr Dr. Brügel, zuerst einmal danke, dass es dieses tolle Angebot hier gibt! Unser Sohn (4 Jahre alt) hatte letzte Woche eine sehr schlimme Mandelentzündung mit Streptokokken. Er hatte seit Montag auf 40,7 Grad gefiebert und selbst mit Nurofensaft und Paracetamol Zäpfchen im Wechsel ging das Fieber dauernd wieder hoch, wir kamen kaum hinterher. Schüttelfrost und Schwitzen im Wechsel. Am Mittwoch letzte Woche stellte der Kinderarzt dann die Mandelentzündung fest und sehr dicke Halslymphknoten, darunter einer so dick wie ein kleiner Ball. Durch die kapillaren Blutwerte vermutete er eine bakterielle Infektion und gab ihm Amoxicillin/Clavulansäure. 48 Stunden später gab es jedoch keinerlei Besserung, das Fieber nach wie vor bei fast 41 Grad, er war sehr verlangsamt, schlapp am Sofa, wollte kaum essen, wenig spielen, trinken ging zum Glück noch. Wir waren also wieder beim Kinderarzt und die Leukozyten waren trotz Antibiotikum nach zwei Tagen Antibiotikum von 14.000 auf 18.000 gestiegen und der Lymphknoten sogar noch größer geworden. Er hat uns in die Kinderklinik eingewiesen mit Verdacht auf Lymphknotenabszess und der Bitte um Antibiotikum i.v. Wir waren dann 5 Stunden im Krankenhaus zwischen Warten und endlosen Untersuchungen: Drei Ärzte haben sich den Lymphknoten genau mit Ultraschall angeschaut. Assistenz- und Oberarzt waren unsicher und vermuteten einen Abszess, der Kinderchirurg gab dann letztlich aber Entwarnung. Der Streptokokkenabstrich war positiv. Da unser Sohn noch nicht komplett apathisch war, durften wir nach langem hin und her nach Hause und sollten das Antibiotikum doch erstmal oral weiter geben und nach zwei Tagen wiederkommen falls es keine Verbesserung gibt. Das Fieber ging dann an Tag 6 des Antibiotikums aber zum Glück endlich weg. Am letzten Tag des Antibiotikums (Tag 7) sollten wir zur Kontrolle zum Kinderarzt, allerdings war nur ein anderer der drei Kinderärzte da und man merkte, dass er den Fall nur so halb überblickte. Da kamen Fragen wie, ob er noch Husten habe, was er während der ganzen Infektion nie hatte. Der Arztbrief vom Krankenhaus wurde auch nur schnell überflogen. Es wirkte alles etwas oberflächlich. Bei der Untersuchung kam raus, dass die Mandeln nicht mehr entzündet aussehen, der Rachen aber noch leicht gerötet sei. Ohren ok. Da kein Fieber mehr da war, hieß es, 7 Tage Antibiotikum sei Standard und ausreichend. Woran würden wir merken, dass das Antibiotikum zu bald abgesetzt wurde? Er würde wieder fiebern? Immerhin wurde nochmal kapillar Blut abgenommen und nochmal ein Ultraschall von dem großen Lymphknoten gemacht. Der Lymphknoten hat sich aber noch kaum verkleinert. Der Arzt meinte, das lymphatische System würde oft noch nachreagieren und das sei in gewissem Maß „normal“. Wir sollten nächste Woche nochmal zur Kontrolle kommen, dann müsste er kleiner werden. Kann das eine Woche nach Infektion noch immer so sein? Ich gebe Ihnen mal die Blutwerte in dieser Reihenfolge: 20.5. (Antibiotikabeginn) -> 22.5. (2 Tage nach Antibiotikabeginn)-> 27.5. (Letzter Antibiotikatag) + CRP 59 -> 59 -> 25 + LEU 13.95 -> 18.07 -> 8.48 (5.00-10.00) LYM 2.04 -> 2.12 -> 3.52(1.30-4.00) MON 0.30 -> 1.17 -> 1.09(0.30-4.00) + GRA 11.61 -> 14.78 -> 3.87(2.50-7.50) LYM % 14.6 (-) -> 11.7 (-) -> 41.5 (+)(25.0-40.0) MON % 2.1 -> 6.5 -> 12.8 (1.8-17.0) GRA % 83.3 (+) -> 81.8 (+) -> 45.7 (-)(50.0-75.0) ERY 4.90 -> 4.92 -> 4.71 (4.00-5.50) HGB 12.0 g/dl -> 12.3 -> 11.7 (-)(12.0-17.4) HCT 38,74% -> 39.52 -> 36.00 (36.00-52.00) MCV 79 fl -> 80 -> 76 (76-96) - MCH 24.5 pg -> 25.0 -> 24.9 (27.0-32.0) MCHC 31.0 g/dl -> 31.3 -> 32.6 (30.0-35.0) RDWc 14.9% -> 14.9 -> 15.0 PLT 325 -> 321 -> 283 (150-400) PCT 0.25% ->0.25 -> 0.19 - MPV 7.7 fl -> 7.7 -> 6.7 (8.0-15.0) PDWc 36.9% -> 37.4 -> 38.0 Lysierreagenz 0.90 ml -> 0.90 -> 0.90 PrVW 280/283 -> 275/279 -> 263/266 PrVR 312/314 -> 306/309 -> 299/302 Uns fällt bei unserem Sohn gerade auf, dass er seit der Mandelentzündung so müde ist und sich unglaublich schwer tut, morgens aus dem Bett zu kommen. Er schläft auch nachts gerade eher 12,5 Stunden. Vor der Mandelentzündung war er normalerweise spätestens nach 11,5 Stunden wach. Ich finde ihn auch sehr gereizt, was ich sonst nicht von ihm kenne. Ob das an den Nachwirkungen der Infektion oder an einem Eisenmangel liegt, weiß ich auch nicht. Aber sobald er sich gerade für etwas anstrengen muss, wird geweint und nach Mama gerufen („Ich kann das nicht alleine.“). Plötzlich kann man nicht mehr alleine zur Toilette gehen, es löst große Krisen aus, was vorher klappte usw. Er hat auch sehr viel abgenommen in der letzten Woche und man sieht die Knochen überall, die Hose rutscht. Er hatte kaum gegessen. Er isst jetzt wieder etwas besser, aber er ist grundsätzlich kein guter Esser, weder mengenmäßig noch von der Auswahl her. Ein sehr knatschiges Kind (kein Gemüse außer Gurke, am besten den ganzen Tag trockene Nudeln oder Chicken Nuggets und bei Obst gehen nur geschälte Äpfel und Erdbeeren… schwierig…). Denken Sie, wir sollten ihm mal einen Eisensaft geben? Kann man da was falsch machen? Wir hätten sogar noch eine Flasche Rotbäckchen Vital zu Hause. Ab 4 Jahren werden 2-3 Mal täglich 10ml empfohlen. 20 ml am Tag enthalten dann 7mg Eisen, 20mg Vitamin C, 0,25mg Vitamin B1, 0,35mg Vitamin B2, 0,35mg Vitamin B6, 0,65 ug Vitamin B12. Und wie kann es eigentlich sein, dass die Lymphozyten, von denen es zu Beginn der Infektion zu wenig gab, jetzt auf einmal zu viele sind? Und bei den Granulozyten ist es genau andersrum auf einmal. Erst waren es zu viele, jetzt zu wenige. Das verstehe ich nicht. Der Kinderarzt meinte, so lange die Lymphozyten wieder in der Norm sind, hat das keine Bedeutung. Stimmt das? Entschuldigen Sie meine lange Nachricht. Wir haben uns letzte Woche wirklich große Sorgen um unseren Sohn gemacht und leider ist er immer noch nicht wieder ganz der Alte. Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung vorab!
Hallo Flower, also ich möchte mich jetzt aus der Ferne nicht zu sehr aus dem Fenster lehnen, aber für mich klingt das alles doch sehr sehr nach zumindest einer Mischunfektion ( bakteriell plus viral) eventuell auch einem Pfeifferschen Drüsenfieber. Wurde das denn nie diskutiert oder getestet? Bei einer Streptokokkeninfektion bringt ein Antibiotikum normalerweise innerhalb von 24 Stunden Fieberfreiheit und einen klar gebesserten Allgemeinzustand. Auch die noch stark anhaltendene Müdigkeit und Schlappheit würden ja gut passen. Ich würde jetzt erst einmal gar nichts tun, da ja auch der Hb-Wert im Infekt gar nicht sooo niedrig war und weitere wichtige Werte des Eisenstoffwechsels gar nicht untersucht worden sind. Ich würde ggf. nächste Woche nochmals eine Kontrolle beim Kinderarzt empfehlen , ggf. auch mit Blutwerten. Herzliche Grüße und ein schönes Wochenende Ralf Brügel
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